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Eine Messe im wirtschaftlichen Sinne ist eine zeitlich begrenzte, wiederkehrende Veranstaltung, die es Herstellern oder Verkäufern einer Ware oder einer Dienstleistung ermöglicht, diese zur Schau zu stellen, zu erläutern und zu verkaufen.

Kunden haben auf einer Messe die Möglichkeit, die Angebote verschiedener Anbieter zu vergleichen und sich ein Bild von der Marktsituation zu machen. Ausstellenden Unternehmen geht es um Gewinn oder Auffrischung von Kundenkontakten, Steigerung des Bekanntheitsgrades sowie Informationsaustausch. Gesamtwirtschaftlich tragen Messen zu Schaffung von Markttransparenz bei und können regional positive Beschäftigungseffekte (Umwegrendite) auslösen.

Eine Fachmesse präsentiert das Warenspektrum einer Branche, eine Universalmesse ist für mehrere Wirtschaftszweige konzipiert. Ursprünglich waren Messen Warenmessen, d. h. sie dienten vor allem dem direkten Handel mit Produkten, moderne Messen sind zumeist Mustermessen, auf denen die Funktion als Informationsort im Vordergrund steht und Waren zumeist nur als Muster vorhanden sind oder abgegeben werden.

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Begriff und Entwicklung


Der Begriff geht auf das Heiligenfest mit kirchlicher Messe zurück, auf dem in der Regel der Namensgeber beziehungsweise der Schutzheilige der Kirche jährlich durch eine zeremonielle Messe geehrt wurde. Aus dem oft parallel stattfindenden Jahrmarkt entwickelten sich die heute üblichen funktionalen Ausstellungen. Ursprünglich handelte es sich vor allem um Verkaufsveranstaltungen (Warenmessen), heute sind Messen zumeist Mustermessen, auf denen Produkte nur als Muster vorhanden sind und der Informationsaspekt im Vordergrund steht. Ursprünglich fanden Messen zumeist im Frühjahr und Herbst statt. Diese Tradition ist in einigen Fällen bis heute erhalten geblieben. Kirchenzentren auf der Messe oder Meditationsräume, die unter anderem Gebetsteppiche zur Verfügung stellen, bringen den religiösen Ursprung wieder ins Spiel.

In der sehr diversifizierten Messewirtschaft haben sich mittlerweile Fachmessen, wie zum Beispiel die METAV, durchgesetzt und die traditionellen Mehrbranchenmessen (Universalmesse) (zum Beispiel Leipziger Herbstmesse in der ehemaligen DDR) verdrängt. Jede Branche hat mittlerweile eine sogenannte Leitmesse, die den wichtigsten Branchentreff dieser Industrie darstellt. Historisch gesehen sind die Orte, an denen traditionsreiche Universal- und Mehrbranchenmessen abgehalten wurden, häufig als Messestadt bezeichnet worden. Bekanntesten Beispiele hierfür sind Leipzig, Frankfurt am Main und Nürnberg. Leipzig führte bis 1945 den Beinamen Reichsmessestadt und wurde auch bis 1990 noch, wenngleich auch inoffiziell, als Messestadt Leipzig bezeichnet.

Abgrenzung von Messe und Ausstellung


Die Begriffe Messe und Ausstellung werden häufig synonym benutzt und bezeichnen in diesem Fall eine Messe wie sie oben definiert wird. Falls die Begriffe nicht synonym benutzt werden, ist eine Unterscheidung schwierig, da es verschiedene Ansätze gibt.

Gewerbeordnung

In der deutschen Gewerbeordnung ist eine Messe eine „im allgemeinen regelmäßig wiederkehrende Veranstaltung“, auf der das „wesentliche Angebot eines oder mehrerer Wirtschaftszweige ausgestellt und überwiegend nach Muster an gewerbliche Wiederverkäufer, gewerbliche Endverbraucher oder Großabnehmer" vertrieben wird. In begrenztem zeitlichen Umfang können auch „Letztverbraucher“ zum Kauf zugelassen werden.

Eine Ausstellung ist nicht unbedingt zeitlich wiederkehrend und es wird das „repräsentative“ (nicht das wesentliche) Angebot eines Wirtschaftszweiges ohne besondere Differenzierung des Publikums ausgestellt und/oder vertrieben. vgl. §§ 64 und 65, GewO

AUMA

Nach Definition des deutschen Messeverbandes AUMA sollte eine Messe sich vornehmlich an Fachpublikum wenden. Wendet sich die Veranstaltung vor allem an das allgemeine Publikum, handelt es sich um eine Ausstellung. Die Unterscheidung zwischen Messen und Ausstellungen ist jedoch kaum sachgerecht, da auch sogenannte Ausstellungen häufig einen hohen Fachbesucher-Anteil und Messen häufig einen hohen Privatbesucher-Anteil haben.

sonstige Unterscheidungen

In einigen Fällen wird auch zwischen der Ausstellung als einer regionalen Veranstaltung, die sich vor allem an nicht-gewerbliches Publikum richtet und das Warenspektrum einer Region (nicht das eines Wirtschaftszweiges) repräsentiert (z.B. Euregio Maas-Rhein) und einer Messe als einer überregionalen Veranstaltung, die, ohne sich unbedingt an ein spezifisches Publikum zu richten, das Angebot einer (Fachmesse) oder mehrerer (Universalmesse) Branchen repräsentiert.

Standorte und Situation in Deutschland


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Deutschland ist der international führende Standort für Messen und Ausstellungen. Fünf der zehn größten Messegesellschaften der Welt stammen aus Deutschland, zusammen erzielten sie im Jahr 2003 einen Umsatz in Höhe von 2,5 Mrd.€. Jährlich werden zwischen 140 und 150 internationale Messen und Ausstellungen durchgeführt, die von ca. 160.000 Ausstellern genutzt und 9–10 Mio. Besuchern besucht werden. Die größten Ausstellungshallen befinden sich auf dem Messegelände Hannover (497.730 m²), der Frankfurter Messe (324.023 m²), Koelnmesse (286.000 m²), die Messe Düsseldorf (284.700 m²) und die Messe München (180.000 m²). Große Freiluftgelände befinden sich auf der Messe München (253.000 m²), Bremen (101.200 m²) sowie der Messe Berlin (100.000 m²). AUMA (2004) und aktuelle Angaben der Messegesellschaften

Einige Messen mieten das Gelände und treten selbst als Veranstalter auf: in Frankfurt am Main beispielsweise sind das die Buchmesse (jährlich), die IAA (jedes zweite Jahr) und die Achema (alle drei Jahre).

Bekannte Beispiele


Literatur


  • AUMA (Hrsg.) (2004): Die Messewirtschaft: Fakten, Funktionen, Perspektiven, Berlin
  • AUMA (Hrsg.) (1996): AUMA-Leitsätze zur Typologie von Messen und Ausstellungen

Weblinks


Quellen


Kommunikationspolitik | Messe

Fira | Handelsmesse | Trade fair | יריד | Mugė | Feira

 

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