Meschede ist eine
Mittelstadt im nördlichen Sauerland und Kreisstadt des
Hochsauerlandkreises,
Nordrhein-Westfalen,
Deutschland.
Geografie
Geografische Lage
Meschede liegt südlich des
Naturparks
Arnsberger Wald beidseitig der
Ruhr in unmittelbarer Nähe der
Hennetalsperre. Südlich schließt sich das
Rothaargebirge an. In der
Liste der flächengrößten Städte Deutschlands liegt Meschede auf Platz 43.
Tiefster Punkt 230 m, höchster Punkt 692 m ü. NN.
Nachbargemeinden
Die folgenden Entfernungen sind in
Luftlinie angegeben.
Meschede grenzt im Norden an Warstein (13 km), im Osten an Bestwig (8 km), im Süden an Schmallenberg (22 km), im Südwesten an Eslohe (13 km), im Osten an Sundern (19 km) und im Nordwesten an Arnsberg (14 km).
Die nächsten größeren Städte mit über 100.000 Einwohnern sind im Nordosten Paderborn (51 km), im Osten Kassel (85 km), im Süden Siegen (57 km), im Westen Hagen (56 km) und im Nordwesten Dortmund (60 km) und Hamm (49 km).
Stadtgliederung
Neben der Kernstadt Meschede gehören die folgenden Ortsteile und Wohnplätze dazu:
|
| Baldeborn, Berge, Berghausen, Beringhausen, Blüggelscheidt, Bockum, Bonacker, Calle, Drasenbeck, Einhaus, Enkhausen, Enste, Ensthof, Erflinghausen, Eversberg, Frenkhausen, Freienohl, Frielinghausen, Galiläa, Giesmecke, Grevenstein, Heggen, Heinrichsthal, Höringhausen, Horbach, Immenhausen, Klause, Köpperkopf, Köttinghausen, Kotthoff, Laer, Löllinghausen, Löttmaringhausen, Mielinghausen, Mosebolle, Mülsborn, Obermielinghausen, Olpe, Remblinghausen, Schederberge, Schedergrund, Schüren, Stesse, Stockhausen, Vellinghausen, Visbeck, Wallen, Wehstapel, Wennemen, Windhäuser und Wulstern.
Geschichte
Die Bedeutung Meschedes im frühen Mittelalter lag im Kreuzungspunkt zweier
Handelswege (
Köln-
Minden und
Antwerpen-
Kassel-
Mitteldeutschland). Ab ungefähr
770 n. Chr. bestand auf einem Hügel in der Nähe die
Hünenburg, die als Wohnsitz des Grafen vom
Lochtropgau fungierte. Um
875 wurde durch Emhildis, eine Tochter des Grafen vom Lochtropgau, ein adeliges
Damenstift gegründet, dessen erste
Äbtissin sie wurde. Ca. im Jahre
900 wurde die erste Stiftskirche erbaut, von der die alte
Krypta unter der heutigen
Walburga-Kirche in der Innenstadt noch erhalten ist und besichtigt werden kann.
Erstmals erwähnt wurde der Name Meschede im Jahr 913 in einer Urkunde von König Konrad I, in der er dem Damenstift verschiedene Rechte gewährt. Die heute zu Meschede gehörende Gemeinde Eversberg wird im 11. Jahrhundert stark ausgebaut, und erhält 1242 das Lippische Stadtrecht. Obwohl sich bereits sehr früh Kaufleute und Handwerker um das Stift Meschede ansiedelten, bekam der Ort das Stadtrecht erst relativ spät, im Jahre 1457. Das erste Rathaus wird 1586 fertiggestellt. Das barocke Schloss Laer wird im 17. Jahrhundert gebaut.
Der nächste wichtige Punkt in der Stadtgeschichte war die Eröffnung der Ruhrtal-Eisenbahn 1871, mit der ein wirtschaftlicher Aufschwung einherging.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erfasste der Luftkrieg auch die Stadt Meschede. Neben den Honsel-Werken, einem Aluminium-verarbeitenden Betrieb der damaligen Rüstungsindustrie, war auch das Telegraphenamt in der Innenstadt ein Ziel, in dem in den letzten Kriegstagen auch ein wichtiger Kommandostab der mit dem Einsatz von Hitlers "Vergeltungswaffe" V2 betrauten Einheit einquartiert war. Die Stadt wurde dabei zu fast 80% zerstört.
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1970 war Meschede Schauplatz einer der letzten größeren Pocken-Epidemien in Deutschland. Ein Student hatte die Krankheit aus Pakistan eingeschleppt und wurde mit starkem Fieber ins Mescheder Krankenhaus eingeliefert. Als feststand, dass er die hoch ansteckenden Pocken hatte, wurde das Krankenhaus abgeriegelt und der Altkreis Meschede zum Pockengebiet erklärt. Wie man später feststellte, hatten sich die meisten der 19 infizierten Personen angesteckt, weil er neben der Pockenerkrankung an starkem Husten litt und damit die Viren im Krankenhaus verbreitete wie jemand, der sie in Form kleiner Schwebestoffe (Aerosole) aus einem Flugzeug versprüht oder mit einer Bombe zersprengen würde. Spätere Untersuchungen mit Rauch zeigten, dass dieser sich so im Haus verbreitete wie zuvor die Pockenviren. Insgesamt waren vier Menschen gestorben, allerdings vermutlich nicht an den Pocken, sondern an ohnehin vorhandenem Krebs oder durch Komplikationen, die sich durch die angeordnete Zwangsimpfung aller im Krankenhaus befindlichen Personen ergaben. Die Pockenhysterie nahm in dieser Zeit teilweise groteske Züge an. Menschen aus dem Kreis Meschede näherte man sich nicht mehr, und Briefe aus Meschede wurden ungelesen verbrannt. Das öffentliche Leben kam aus Furcht vor Ansteckung fast völlig zum Erliegen.
Im Zuge der kommunalen Neuordnung 1975 ging der Altkreis Meschede zusammen mit den Landkreisen Brilon und Arnsberg im neuen Hochsauerlandkreis auf, dessen Kreisstadt Meschede wurde. Seit dieser Zeit zählen zur heutigen Stadt Meschede die bis dahin selbständigen Städte und Gemeinden Calle, Eversberg, Freienohl, Grevenstein, Meschede-Land, Remblinghausen und Visbeck sowie Ortsteile benachbarter Gemeinden.
Politik
Gemeinderat
Meschede wird abgesehen von einem kurzen Intermezzo der
SPD von 1949-1952 seit dem Zweiten Weltkrieg mit absoluter Mehrheit von der
CDU regiert. Zur Zeit setzt sich der Rat der Stadt Meschede aus Fraktionen der
CDU,
SPD,
UWG,
FDP und
Grünen zusammen.
nach der Kommunalwahl am 26. September 2004
| Partei / Gruppierung
| Sitze
|
| CDU
| 22 Sitze
|
| SPD
| 10 Sitze
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| UWG
| 7 Sitze
|
| FDP
| 3 Sitze
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| Grüne
| 2 Sitze
|
Bürgermeister
Bürgermeister (und Stadtvorsteher) seit 1900
- 1894-1920: Stadtvorsteher Hermann Heuel
- 1922-1933: Stadtvorsteher Anton Bange
- 1933-1937: Stadtvorsteher Caspar Ebel
- 1937-1945: Alexander Scherf
- 1945-1946: Caspar Ebel (CDU)
- 1946-1948: Engelbert Dick (CDU), erster frei gewählter Bürgermeister
- 1948-1952: Hugo Werner (SPD)
- 1952-1961: Engelbert Dick (CDU)
- 1961-1969: Josef Busch (CDU)
- 1969-1974: Bruno Peus (CDU)
- 1975-1998: Franz Stahlmecke (CDU), erster Bürgermeister nach der kommunalen Neugliederung
- 1998-1999: Bruno Peus (CDU)
- seit 1999: Uli Hess (CDU), erster hauptamtlicher Bürgermeister
Städtepartnerschaften
Seit dem 30. Oktober 1965 besteht eine
Städtepartnerschaft mit
Le Puy-en-Velay (
Frankreich). Außerdem führt Meschede eine schon vor der Eingemeindung 1975 bestehende Städtepartnerschaft
Freienohls mit
Cousolre (
Frankreich) fort. Am 10. Juni 1956 hat die Stadt beschlossen, die Patenschaft für die Vertriebenen der ehemaligen schlesischen Stadt
Winzig (
Polen) zu übernehmen. Über diese Patenschaft hat sich inzwischen auch eine enge Verbindung zur Gemeinde
Neufraunhofen entwickelt, ohne dass eine offizielle Partnerschaft besteht. Genauso bestehen -- ebenfalls inoffizielle -- freundschaftliche Beziehungen zu
Coventry (
Vereinigtes Königreich),
Coventry (
USA) und
Vannes (
Frankreich).
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Regelmäßige Kulturveranstaltungen verschiedenster Art finden in der Stadthalle statt. Für kleinere Ausstellungen und Konzerte bietet sich das Bürgerzentrum
Alte Synagoge an. Es entstand in einem Gebäude, dass vor dem 2. Weltkrieg als Synagoge genutzt wurde und nach dem Krieg zunächst eine Schreinerei war. In den Mescheder Kirchen finden regelmäßig Konzerte statt. Zudem gibt es in Meschede ein kleines Kino.
Bauwerke
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Neben der erwähnten alten Krypta unter der Kirche lohnen folgende Objekte eine Besichtigung:
Vereine in Meschede
Meschede verfügt über ein aktives Vereinsleben. So gibt es sowohl im Mescheder Süden als auch im Norden einen Schützenverein. Zahlreiche Musikvereine und Chöre in Meschede und seinen Dörfern gestalten das kulturelle Leben mit. Auch der Sport kommt in der Stadt nicht zu kurz - so gibt es z. B. mehrere Fußballvereine. Die Mescheder
Pfadfinder leisten schon seit 1949 Jugendarbeit in der Stadt. Der Stamm zählt ca. 100 Mitglieder. Im Jahr 2005 wurde eine Jugendfeuerwehr gegründet. Auch das Deutsche Rote Kreuz oder das technische Hilfswerk sind mit einer Ortsgruppe in Meschede vertreten.
Regelmäßige Veranstaltungen
Eines der Highlights in Meschede ist das kostenlose
Heimspiel- Openair, das jährlich im Herzen der Innenstadt stattfindet. Weiterhin gibt es den
Triacon, eine Sportveranstaltung, bei der sich Teams oder Einzelkämpfer auf Inline-Skatern, dem Fahrrad und zu Fuß messen können. Beim jährlichen Weinfest in der Innenstadt können Weine verschiedener Winzer gekostet werden. Bei den zwei Schützenfesten im Jahr steht eher das Bier im Vordergrund. Während im Mescheder Süden auf einem traditionellen Freibierfest gefeiert wird, hat das Schützenfest im Norden durch das große Zelt und die Buden auf dem Festplatz eher Volksfestcharakter. Zudem findet im August jedes Jahres die
St.-Georgs-Kirmes statt. Ferner gibt es zahlreiche Live-Veranstaltungen rund um den
Hennesee.
Nachtleben
In Meschede ist, auch durch die Fachhochschule, ein Angebot an Kneipen und Bars entstanden. Überregional bekannt ist
Das Netz (früher
Köhlers Bistro) am Stiftsplatz am Rande der Fußgängerzone, das 1997 als Internetkneipe eröffnet wurde. Inzwischen finden hier häufig Live-Konzerte statt. Man findet die Kneipe
Pils Pub gleich gegenüber. Ebenfalls in der Nähe an der St.-Walburga-Kirche liegt die Kneipe
Blauer Baum sowie das
Zugit, welches allerdings eher ein Speiselokal darstellt. Am Winziger Platz im Sparkassen-Gebäude liegt die Café-Bar
Café Brazil. Die
Tröte, eine vorwiegend von Studenten besuchte Kneipe, findet man gegenüber der Commerzbank. Das
Campus an der Kolpingstraße liegt ebenfalls in der Nähe, jedoch auf der anderen Ruhrseite. Diese Kneipe wird von Jung und Alt gleichermaßen besucht und bietet auch ein sehr gutes Essensangebot bis spät abends. Im Sommer lockt der große Biergarten. Bis in die frühen Morgenstunden sind die Discothek
Embassy, das
Papillon in der Nähe des Kreishauses sowie das
Nachtcafé Flair geöffnet. Für Freunde elektronischer Tanzmusik gibt es die Cocktail- und Kleinkunstbar
mono im Stiftscenter.
Wirtschaft und Infrastruktur
Größte Arbeitgeber in Meschede sind die
Honsel GmbH & Co. KG (Leichtmetallprodukte), die Brauerei
Veltins und die
Deutsche Telekom AG.
Verkehr
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Straßen im unmittelbaren Stadtgebiet:
B7,
B55,
A46
Vom Bahnhof Meschede fahren Züge nach Dortmund und Hagen sowie nach Kassel-Wilhelmshöhe und Winterberg. Im Ortsteil Schüren befindet sich ein Sportflugplatz.
Das Stadtgebiet wird von einem Stadtbus-System erschlossen.
Medien
Meschede ist Sitz des Lokalsenders
Radio Sauerland. Außerdem gibt es Redaktionen und Geschäftsstellen der
Westfalenpost und der
Westfälischen Rundschau sowie des Anzeigenblattes Sauerlandkurier.
Öffentliche Einrichtungen
Meschede ist als Kreisstadt des
Hochsauerlandkreises Sitz der Kreisverwaltung. Ebenfalls in der Stadt beheimatet ist die Finanzverwaltung NRW, die
Agentur für Arbeit, die
Kreishandwerkerschaft sowie eine Zweigstelle von Straßen NRW.
Bildung
Einer von vier Standorten der
Fachhochschule Südwestfalen befindet sich in Meschede. Hier werden knapp 1.000 Studierende in
Maschinenbau,
Informations- und Kommunikationstechnik,
Wirtschaftsingenieurwesen,
Betriebswirtschaftslehre und dem internationalen Studiengang European Studies in Technology and Business ausgebildet.
Außerdem gibt es in Meschede zwei
Gymnasien, zwei Realschulen, drei Hauptschulen, mehrere Grundschulen sowie ein
Berufskolleg mit mehreren Zweigen. Für außerschulische Bildung bietet unter anderem die
Volkshochschule Kurse an.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- August Macke, expressionistischer Maler, geboren 1887 in Meschede
- Karl Lehr, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, geboren 1842 in Meschede
- Matthias Ungemach, Ruderer, Weltmeister im Deutschlandachter und Olympiateilnehmer 1992
- Josef Schrudde, Kieferchirurg und plastischer Chirurg, geboren 1920 in Meschede
- Ansgar Nierhoff, bildender Künstler, geboren 1941 in Meschede
- Werner Pieper, Autor und Verleger, geboren 1948 in Meschede
- Klaus-Jürgen Wrede, Autor des Spieles Carcassonne, geboren 1963 in Meschede
- August Pieper, deutscher Theologe und Verbandsvorsitzender des "Volksvereins für das katholische Deutschland.", geboren in Eversberg (heute Meschede), gestorben 1942 in Paderborn
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
- Heinz-Josef Algermissen, Bischof von Fulda, arbeitete als Kaplan und Studentenseelsorger in Meschede
- Guido Hügen, Bundeskurat der DPSG, zuvor im örtlichen Kloster beheimatet
Weblinks
Ort in Nordrhein-Westfalen | Meschede
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