Ein Merkmal oder Charakteristikum im philosophisch-logischen Sinn ist Bestandteil eines Begriffs; Begriffe zerfallen in ihre Merkmale.
Merkmale werden in wesentliche bzw. unwesentliche Merkmale eingeteilt, wobei der Einteilungsgrund in der Regel außerlogischer Natur, d.h. durch spezielle Begriffsanalysen gerechtfertigt ist. Ein wesentliches Merkmal nennt man mitunter auch ein notwendiges Merkmal, ein unwesentliches Merkmal dann ein akzidentielles oder zufälliges.
Ein Merkmal heißt kennzeichnend oder charakteristisch, wenn es seinen Begriff notwendig bestimmt (z.B. „Nässe“ für „Wasser“).
Ein unterscheidendes Merkmal (Differentia specifica) grenzt einen Begriff gegen andere ab (s.a. Definition).
Gegenstände fallen unter einen Begriff, indem sie dessen Merkmal/e zu Eigenschaften haben.
Diese allgemeine Bedeutung wird in verschiedenen Fachbereichen weiter differenziert.
In der Linguistik sind Merkmale Eigenschaften von sprachlichen Objekten, s. distinktives Merkmal, Merkmalstruktur.
In der Schriftvergleichung sind Merkmale Eigenschaften von graphischen Objekten, wie z.B. Besonderheiten der Druckgebung, der Strichbeschaffenheit, der Formgebung und Bewegungsführung, des Bewegungsflusses, der Bewegungsrichtung sowie der horizontalen und vertikalen Ausdehnung und Flächengliederung.
In der Biologie sind Merkmale Eigenschaften eines Individuums, die man an ihm beobachten, benennen und beschreiben kann.
Übliche Merkmale zur Beschreibung einer Person sind z.B. Alter, Größe, Haar- und Augenfarbe.
Diese Merkmale betreffen alle Aspekte eines Lebewesens, wie sie in den Fächern Morphologie, Ökologie, Physiologie und Verhaltensforschung untersucht werden. Nicht von allen Wissenschaftlern werden auch geografische Verbreitung und Häufigkeit als Merkmale angesehen.
Die Ausprägung eines Merkmals hängt sowohl von den Erbanlagen als auch von äußeren Umwelteinflüssen ab. Dabei legen die Gene in ihrer Gesamtheit den Toleranzbereich fest, in dem Merkmale auf Grund der Umwelteinflüsse variieren können. Diese umweltgesteuerte Ausprägung wird als Modifikation bezeichnet.
Eine große Rolle spielen Umwelteinflüsse vor allem in der Ethologie, wenn Verhaltensmerkmale erst in der Entwicklung des Individuums durch Prägung oder andere Lernformen ausgebildet werden.
Erst in letzter Zeit wird deutlich, dass auch Mechanismen der Selbstorganisation eine Rolle spielen. (Beispiele: Frühembryonale Vernetzung der Nervenzellen des Gehirns, Ausbildung der Knochenbälkchen)
Im Rahmen der Genetik spricht man auch von den phänotypischen Merkmalen der Lebewesen.
In der Statistik spricht man von einem Merkmal im Sinne einer erhobenen Größe bzw. einer statistischen Variable