[[Bild:Mercosul.PNG|thumb|260px|Die Staaten des Mercosul/Mercosur:
Vollmitglieder, bzw. Mitgliedschaft beschlossen
assoziierte Staaten
in Verhandlungen über Assoziation]]
MERCOSUR ist die Abkürzung für Mercado Común del Sur (Gemeinsamer Markt des Südens). Die portugiesische Bezeichnung lautet MERCOSUL für Mercado Comum do Sul.
Der MERCOSUR konstituierte sich durch Unterzeichnung des Vertrages von Asunción vom 26. März 1991. Es handelt sich hierbei um einen Binnenmarkt mit mehr als 250 Millionen Menschen (Stand 2006), der derzeit 12,7 Millionen Quadratkilometer oder ca. 58 % der Fläche Lateinamerikas, ein Bruttoinlandprodukt von etwa 1 Billion US-Dollar, Exporte In Höhe von etwa 55 Mrd. US-Dollar und Importe in Höhe von etwa 45 Mrd. Dollar umfasst.
assoziierte Staaten sind:
Mit Mexiko nahm der Mercosur am 8. Juli 2004 Gespräche über eine Assoziation auf.
Die am 8./9.Dezember 2005 beschlossene Mitgliedschaft Venezuelas wurde am 4. Juli 2006 offiziell. Bis dahin hatte das Land Beobachterstatus und hatte damit im Rat und in der Kommission Rede- aber kein Stimmrecht.
Bolivien hat seit dem Amtsantritt von Evo Morales (Anfang 2006) wiederholt Interesse an einer Vollmitgliedschaft bekundet. Die Realisierung dieses Vorhabens hängt jedoch zum einen vom Fortbestehen der Andengemeinschaft (CAN), zum anderen vom Ausgang eines Konfliktes mit Brasilien ab, der mit der Verstaatlichung der Gas- und Ölförderung in diesem Land zusammenhängt.
Im Gegensatz dazu hat Uruguay im Jahr 2006 im Fahrwasser des Konflikts mit Argentinien um den Bau von Zellulosefabriken die eigene Mitgliedschaft in Frage gestellt. Das Land sieht sich durch die Statuten des Mercosur in seinem Handlungsspielraum vor allem im Hinblick auf unabhängige Freihandelsabkommen mit anderen Ländern eingeschränkt.
Mitglied des Mercosur können entsprechend dem Protocolo de Ushuaia sobre Compromiso Democrático (Protokoll von Ushuaia über die Demokratie) nur demokratische Staaten werden. Diese Regelung soll verhindern, dass die lateinamerikanischen Länder wieder zurück in die Diktatur geraten.
Die Ziele des Mercosur finden sich in der Präambel des Vertrags von Asunción. Der Vertrag nennt als Ziele:
Diese Ziele sollen laut Art. 1 des Vertrages von Asunción durch die Schaffung eines gemeinsamen Marktes bis zum 31. Dezember 1994 erreicht werden, welcher folgende Eigenschaften aufweist:
Nachdem Ende der 90er Jahren die Entwicklung des MERCOSUR etwas ins Stocken geraten ist, wurde im Jahr 2000 von den Mitgliedstaaten eine neue Etappe der regionalen Integration eingeläutet, diese nannten sie "Relanzamiento del Mercosur" (Neustart des Mercosur). Er hat zum Ziel, die Zollunion nach innen und nach außen zu stärken.
Die Regierungen der Mitgliedstaaten haben daher die Konvergenz und Koordination des Makroökonomie unterstrichen. So will man eine nachhaltigen Fiskal- und monetäre Politik erreichen, um die Stabilität der Preise zu garantieren.
Des Weiteren soll sich der Mercosur nach diesem Neustart mit folgenden Teilbereichen intensiv beschäftigen:
Im Zusammenhang mit der Erweiterung und der Vertiefung des Staatenbundes ergeben sich eine Vielzahl von Problemen, die diese beiden Prozesse behindern.
Mercosur.png | Mercosul-20-jun-2005.jpeg Der Vertrag von Asunción von 1991 kannte nur zwei Organe und definierte nur sehr unscharf ihre Funktionen während der Übergangszeit zum gemeinsamen Markt. Dies hatte den Vorteil, dass man sich an keine starren Strukturen halten musste, und dies wiederum vereinfachte eine kontinuierliche Entwicklung des Integrationsprozesses. Das Protokoll von Ouro Preto von 1994 komplettierte und konkretisierte die institutionelle Struktur des Mercosur in dem Sinne, dass es a) neue Organe schaffte und b) ihre Eigenschaften und Zuständigkeiten festlegte. Der Art. 1 des Protokolls von Ouro Preto nennt als Organe des Mercosur:
Die ersten beiden Organe und das Sekretariat existieren seit der Unterzeichnung des Vertrages. Das Sekretariat hatte aber im Vertrag von Asunción noch nicht den Status eines Organs sondern war ein, der GMC zugeordnetes, Verwaltungsnebenorgan.
Weder im Vertrag von Asunción noch im Protokoll von Ouro Preto finden sich die Mercosur-Gipfel. Die Gipfel sind halbjährliche Treffen der Präsidenten der Mercosur-Staaten, die gleichzeitig mit den Sitzungen des CMC stattfinden. Die Gipfel sind aus einer politischen Initiative entstanden und bestehen seither durch Gewohnheit fort. In Art. 6 des Protokolls von Ouro Preto findet sich somit auch der einzige Hinweis auf die Gipfel:
„Der Rat des Gemeinsamen Marktes tritt jedes mal zusammen, wenn er es für sinnvoll erachtet, verpflichtend ist mindestens eine Sitzung im Semester unter der Beteiligung der Präsidenten der Mitgliedstaaten.“
Die Mercosur-Länder sehen sich ebenfalls als Gegenmacht zu den USA in den Verhandlungen um eine gesamtamerikanische Freihandelszone (FTAA). Zwischen beiden Blöcken zeigen sich dabei erhebliche Interessengegensätze: Während die USA v. a. unter der Clinton-Regierung auf baldige Zollsenkungen drängten, wollten die lateinamerikanischen Staaten darüber erst in einem letzten Schritt verhandeln.
Der Mercosur und die EU haben am 15. Dezember 1995 ein Assoziationsabkommen unterzeichnet, welches eine Vorstufe zur Unterzeichnung eines Freihandelsabkommens darstellt. Im Jahr 2004 befanden sich die Verhandlungen über dieses Freihandelsabkommen in fortgeschrittenem Stadium und es wurde optimistisch mit dem Abschluss der Verhandlungen schon im Herbst 2004 gerechnet. Allerdings blieb ein großer Streitpunkt der Zugang zum Europäischen Markt für Agrarprodukte aus den Mercosur-Ländern.
Das EU-Angebot an den Mercosur sieht dabei so aus (Stand 2004):
| | ||
| Produkte | MERCOSUR-Verhandlungen | WTO-Verhandlungen |
| Bioethanol | 500.000 | 500.000 |
| Mais | 400.000 | 300.000 |
| Weizen | 100.000 | 100.000 |
| Rindfleisch hoher Qualität | 50.000 | 50.000 |
| Geflügelprodukte | 37.500 | 37.500 |
| Schweinefleisch | 6.000 | 6.000 |
| Bananen | 30.000 | 0 |
| Milchpulver | 6.500 | 6.500 |
| Käse | 10.000 | 10.000 |
| Reis | 20.000 | 20.000 |
Die Mercosur-Länder sind mit diesem Vorschlag allerdings bei weitem noch nicht zufrieden. Andererseits ist die EU-Offerte auch an Bedingungen geknüpft. So sollen die Mercosur-Mitgliedstaaten innerhalb von zehn Jahren die Zölle für fast alle Industrieprodukte abschaffen. Der Zoll auf Produkte, deren Zoll jetzt schon unter 4% liegt, sollen sofort abgeschafft werden.
Ein neuer Anlauf für Verhandlungen findet am 2. September 2005 in Brüssel statt. Bei diesem sollen die Positionen weiter angenähert werden und auch weitere konkrete Schritte eingeleitet werden.
Weitere Informationen beim Portal der Europäischen Union, hier
Freihandelszone | Internationale Wirtschaftsorganisation | Südamerika
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