Mercedes-Benz-Busse wurden in der Vergangenheit von Daimler-Benz und seit 1995 von der DaimlerChrysler-Tochter EvoBus hergestellt. DaimlerChrysler ist der weltgrößte Hersteller von Bussen.
An der Fertigung beteiligt waren die Werke Sindelfingen, Gaggenau und Mannheim, in den 1930er-Jahren auch Stuttgart-Untertürkheim. Die Motoren befanden sich vorne, die Fahrzeuge waren als Haubenfahrzeuge mit deutlich ausgeprägter "Schnauze" konstruiert. Sie wurden mit Motoren aus eigener Fertigung ausgestattet, der Antrieb erfolgte auf die Hinterachse. Seit 1928 wurden auch Dieselmotoren eingebaut, Busse mit Ottomotoren waren jedoch weiterhin im Programm. Zusätzlich zu den zweiachsigen Fahrzeugen wurden auch dreiachsige Busse, Doppeldecker und Oberleitungsbusse gefertigt. Seit Mitte der 1930er-Jahre baut Daimler-Benz auch Frontlenkerbusse.
Zusätzlich zu komplett ausgestatteten Fahrzeugen lieferte Daimler-Benz auch bloße Fahrgestelle mit Motoren, die von Karosseriebaufirmen mit selbstentwickelten Aufbauten versehen wurden. Das äußere Erscheinungsbild von Bussen, die den Mercedes-Stern tragen, kann daher erheblich vom Design der von Mercedes-Benz selbst karossierten Busse abweichen. Ab 1951 wurde mit dem OM 315 der Bau von Frontlenkerbussen wieder aufgenommen, der Motor dieser Fahrzeuge befand sich im Heck.
Bislang waren die Busse in klassischer Bauart hergestellt worden: Ein kräftig dimensioniertes Fahrgestell wurde mit einem Aufbau aus Stahlblech versehen. Diese Bauart war zwar sehr robust, aber auch sehr schwer. Als Alternative boten sich selbsttragende Karosserien an, wie sie sich in der Nachkriegszeit auch im Pkw-Bau durchzusetzen begannen. Diese Bauart hätte jedoch den Nachteil mit sich gebracht, dass man keine Fahrgestelle mehr an fremde Karosseriebaufirmen hätte verkaufen können, weil es ein separates Fahrgestell im eigentlichen Sinn gar nicht mehr gegeben hätte. Daimler-Benz entschloss sich daher zum Bau von Bussen mit halbselbsttragenden Karosserien, so dass weiterhin Bodengruppen an Fremdfirmen verkauft werden konnten. Der erste Vertreter dieser Art war 1954 der O 321 H.
Ab 1956 bot Daimler-Benz auch kleinere Fahrzeuge an, bei denen es sich zu Bussen umgestaltete Mercedes-Benz-Transporter handelte. Anfangs wurde hierfür der Mercedes-Benz L 319 verwendet (und O 319 genannt).
Für die kleineren (auf Transportern basierenden) Fahrzeuge wurden und werden die folgenden Typen verwendet:
1974 erschien der neue Reisebus O 303, dessen Design wesentlich sachlicher wirkte als das des Vorgängers O 302. Immer wieder überarbeitet wurde dieses überaus erfolgreiche Modell bis 1991 gebaut. Die Produktionsanlagen wurden anschließend nach Russland verkauft.
Nach den neuen Vorgaben des VÖV wurden ab 1984 VÖV-Busse der zweiten Generation unter der Bezeichnung O 405 (Stadt) und O 407 (Überland) gebaut. Auch sie waren in verschiedenen Varianten für Stadt- und Überlandverkehr erhältlich und konnten an die Erfolge der ersten Generation anknüpfen.
Ab 1989 entstanden erste Niederflurbusse auf Basis des O 405, die dann O 405 N genannt wurden. Später wurde dieses Modell etwas überarbeitet und der Boden nochmal etwas tiefer gelegt. Der als O 405 N2 bezeichnete Bus ist an den im vorderen Bereich tiefer liegenden Fenstern vom Vorgängermodell zu unterscheiden.
Bild:Mercedes_irvine_citaro_sst.JPG|Von James Irvine gestalteter Citaro der üstra Bild:BRN Conecto H Frankenthal 100 3817.jpg|Conecto H Bild:Mercedes-Benz Integro 100 1716.jpg|Integro Bild:Mercedes benz cito viernheim 100 1795.jpg|Cito Bild:Tourismo 100 2626.jpg|Tourismo Bild:Tågbussen.jpg|Travego (O 580-17RHD)
In der ersten Hälfte der 1990er-Jahre wurde das Angebot von Bussen in Niederflurbauweise ausgeweitet, die sich zunehmend zum Standard im Stadtverkehr entwickelte. 1996 erschien der erste Linienbus mit einem eigenen Namen, der Citaro. Die Überlandbusse erhielten die Bezeichnung Integro. (Beim Integro handelt es sich zum größten Teil um ein Setra-Fahrzeug.) Kleinere Stadtbusse heißen Cito, die Reisebusse Travego und Tourismo. Fahrzeuge auf Basis des Vario erhielten den Namen Medio. Inzwischen kamen noch die Modelle Conecto und Tourino dazu. Der Travego wurde 2005 neu aufgelegt. Genauso bekam der Integro ein Facelift. Zur Weltmeisterschaft 2006 bekommen alle Nationalmannschaften einen Travego zur Verfügung gestellt.
Ebenfalls in den 1990er-Jahren kamen Erdgasfahrzeuge für den Stadtverkehr auf, die mit Erdgas (CNG) statt mit Diesel angetrieben werden. Die Gastanks werden bei diesen Fahrzeugen auf dem Dach angebracht und sind in Form einer Ausbuchtung gut sichtbar (zum Beispiel bei dem oben gezeigten Irvine-Citaro).
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