Der Mercedes-Benz W221 wurde offiziell erstmalig auf der IAA im September 2005 präsentiert und ab Herbst 2005 als Mercedes-Benz S-Klasse angeboten.Er tritt damit die Nachfolge des erfolgreichen W220 an, dessen Verkauf Ende 2005 eingestellt wird, nachdem die Produktion schon Anfang 2005 eingestellt wurde. Nachdem die S-Klasse beim vorhergegangenen Generationswechsel geschrumpft war (das Modell W140 wurde wegen seiner enormen Maße in Europa als unzeitgemäß empfunden), wurde nun wieder ein deutlich größeres Auto vorgestellt, von dem sich DaimlerChrysler vor allem in Nordamerika höhere Verkaufszahlen erhofft.
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Die S-Klasse war schon immer Technologieträger bei Mercedes; viele Neuheiten hatten ihre Premiere in dem Oberklassemodell. Auch der W221 soll dem Ruf als innovativstes Auto der Welt gerecht werden. So wird hier erstmals ein Infrarot-Nachtsicht-System eingesetzt. Zusätzlich zu den Xenonscheinwerfern leuchten weitreichende Infrarotscheinwerfer die Straße aus. Das reflektierte Licht und Wärmestrahlung von Objekten (Personen, Tiere, Fahrzeuge, etc.) wird von einer Videokamera aufgenommen und das Bild auf einem TFT-Bildschirm im Kombiinstrument dargestellt. Dadurch wird die optimale Sichtweite auf 120 m gesteigert, gegenüber ca. 60 m mit Abblendlicht. Auch ist die Kontrolllogik der elektronischen Komfort- und Unterhaltungssysteme (COMAND) grundlegend erneuert worden und wird nun zentral von einem Drehdrücksteller vorgenommen, ähnlich dem Audi MMI oder BMW iDrive.
Zur Serienausstattung gehört unter anderem 7G-Tronic (sieben Gang Automatik; außer S 600), COMAND, Leder (ab S 500, alle Langversionen), adaptives Bremslicht (LED), acht Airbags, PRE-SAFE, elektrische Feststellbremse, Tempomat und Luftfederung (AIRMATIC).
Das System DISTRONIC PLUS mit BREMSASSISTENT PLUS sorgte im November 2005 bei einem Test der Autozeitung AutoBild in Zusammenarbeit mit Daimler-Chrysler für Aufsehen. Bei diesem Test sollte dieses neue Radar-/Bremssystem der S-Klasse vorgeführt werden, das den Fahrer schon vor Hindernissen warnt, auch wenn diese für ihn noch nicht zu erkennen sind (z.B. im Nebel) und den Bremsdruck erhöht. Das kombinierte Brems- und Radarsystem ist eine Entwicklung von Continental Automotive Systems, einem Tochterunternehmen des Automobilzulieferers Continental AG. Geladen war auch ein Kamerateam von Stern-TV.
Die Fahrsituation im Nebel konnte nur in einer Halle simuliert werden, die im Normalfall für Crashtests genutzt wird. In dieser funktioniert das System jedoch aufgrund des Stahlaufbaus der Halle nicht. Da die Mitarbeiter von Daimler-Chrysler dies schon im Vorfeld wussten, wurde auf dem Hallenboden ein Brett angebracht, ab dem der ebenfalls in die Problematik eingeweihte und für diesen Versuch als Fahrer eingesetzte AutoBild-Redakteur Michael Specht bremsen sollte. Der erste Versuch scheiterte und das von Specht gelenkte Fahrzeug fuhr im künstlichen Nebel auf das letzte Fahrzeug des simulierten Stauendes auf. Bei weiteren, in gleicher Weise fingierten Tests gelang es Specht, das Fahrzeug rechtzeitig zum Stillstand zu bringen.
IAA-2005-S-Class.jpgDa das Kamerateam von Stern-TV durch Mikrofone, die zuvor schon den fehlenden Warnton im Fahrzeuginnenraum registrierten, die internen Gespräche zwischen Specht und den Mitarbeitern von Daimler-Chrysler mithören konnte, flog der Schwindel auf. In der folgenden Stern-TV-Sendung entschuldigte sich Ulrich Mellinghoff, Leiter der Abteilung Aktive Sicherheit bei DaimlerChrysler für den Vorfall und bot einen erneuten Test an. In einer weiteren Stern-TV-Sendung wurde der Versuch von neutralen Fahrern unter normalen Bedingungen im Freien wiederholt, wobei das System in 16 Versuchen einwandfrei funktionierte. In dieser Sendung war auch Peter Felske, Chefredakteur der AutoBild zu Gast und gab die Entlassung des langjährigen Redakteurs Specht aufgrund der bekannt gewordenen Absprachen bekannt.
Im Dezember 2005 führten Ingenieure des ADAC in Zusammenarbeit mit Redakteuren der ADAC Motorwelt intensive Tests dieses Systems durch und kamen zu dem Schluss, dass es die Sicherheit spürbar erhöht und in vielen Situationen einen deutlichen Komfortgewinn bringt (z.B. im Stau). Das System sei nicht mit einem „Autopilot“ zu verwechseln, der dem Fahrer jede Verantwortung abnimmt. Es arbeite jedoch zuverlässig und sei ein „richtiger Schritt zu mehr Sicherheit und weniger Unfällen“ (ADAC Motorwelt, Ausgabe 1/2006).
Anfang 2006 wurde die Motorenpalette um einen Dieselmotor und einen Benziner erweitert:
sowie um folgende AMG-Variante:
Mitte 2006 wurde die Motorenpalette um einen weiteren Benzinmotor erweitert
Es folgt voraussichtlich folgende Variante
Folgende Modelle werden seit Mitte 2006 mit Allradantrieb angeboten
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