Mercedes-benz-museum-stuttgart-see-2006.jpg Stuttgart-mercedes-benz-museum-jan-2006.jpg | Mercedes-benz-museum-stuttgart-streben-2006.jpg Die Mercedes-Benz Welt ist ein in Stuttgart-Bad Cannstatt neu erbautes Kundenzentrum der Automarke Mercedes-Benz. Seit seiner Eröffnung am 19. Mai 2006 besteht es aus dem neuen Mercedes-Benz Museum und dem Mercedes-Benz Center. Das Areal liegt direkt vor dem Haupttor des DaimlerChrysler-Werks Untertürkheim an der B 14 auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel gegenüber dem Gottlieb-Daimler-Stadion.
Die Mythosräume erzählen die Geschichte der Marke Mercedes-Benz und gliedern sie in Themen und Epochen. Dazu sind die Räume chronologisch ausgerichtet und die Ausstellung ist komplett inszeniert – ausschließlich bei Kunstlicht.
Die Collectionsräume zeigen thematisch geordnet die Fahrzeuge der Marke. Hier entdeckt man Exponate wie einen ganz normalen Linienbus Mercedes-Benz O 305, den berühmten „Tausendfüßler – den Schwerlastwagen LP 333, ein Feuerwehrfahrzeug LF 3500 mit Drehleiter oder das „Papamobil“ von Papst Johannes Paul II. – Fahrzeuge, die eine Geschichte haben und mitunter auch Geschichte schrieben.
Eine Sonderrolle kommt der „Faszination Technik“ auf der untersten Ebene zu. Sie ist nicht Teil des Rundgangs, sondern ist als in sich geschlossene Ausstellung frei zugänglich. Mit Hilfe einer aufwändigen Inszenierung ermöglicht sie einen Blick in den Arbeitsalltag der Entwickler und Ingenieure von Mercedes-Benz und damit auch einen Ausblick in die Zukunft des Automobils.
Ein Café, ein Restaurant und verschiedene Shops runden das Angebot für den Besucher ab. Die direkte Verknüpfung mit dem Showroom der Niederlassung gewährleistet die nahtlose Fortführung des Mythos Mercedes von den Oldtimern zu den aktuellen Produkten.
| Architekt | UN studio van Berkel & Bos, Amsterdam |
|---|---|
| Museumsgestalter | Prof. HG Merz, Stuttgart |
| Gebäudehöhe | 47,5 Meter |
| Umbauter Raum | 210.000 m³ |
| Grundfläche | 4.800 m² |
| Ebenen | 9 |
| Gesamtgewicht | 110.000 t |
| Ausstellungsfläche | 16.500 m² |
| Mythosfläche | 9.100 m² |
| Collectionsfläche | 5.300 m² |
| Faszination Technik | 1.300 m² |
| Club | 700 m² |
| Gesamtzahl Exponate | 1.450 |
| Fahrzeug-Exponate | 160 |
| Wasserfahrzeuge | 1 |
| Luftfahrzeuge | 2 |
| Motoren | 19 |
| Fahrräder | 1 |
| Üblicher Besucherweg durch das Museum | ca. 1,5 bis 2 km |
| Längster Besucherweg durch das Museum | 5 km |
| Zahl der dreieckigen Außenglas-Scheiben | 1.800 |
| Im Beton verlegte Elektro- und Datenkabel | 630 km |
| Im Beton verlegte Heizungsrohre | 100 km |
| Menge des enthaltenen Heizwassers | 33.000 l |
| Anzahl der Leuchten im Gebäude | 12.000 |
| Gewicht des Medienrings in Raum Mythos 6 | 14 t |
| Zahl der Pläne während der Rohbauphase | 35.000 |
1955 begann die Planung für ein neues, großes Daimler-Benz Museum als eigenständiges Gebäude auf dem Gelände des Werks Untertürkheim. Baubeginn ist 1958 mitten im Werk Untertürkheim. Das von den Architekten Rolf Gutbier und Hans Kammerer geplante neue Daimler-Benz Museum wurde 1961 zum 75-jährigen Jubiläum der Erfindung des Automobils eröffnet. Vorgegeben war eine Baulücke von 72 mal 46 Meter. Das Museum musste also in die Höhe wachsen, um genügend Raum zu bieten. So entstand ein Museumsbau mit 42.000 Kubikmeter umbautem Raum und rund 3.250 Quadratmeter Museumsfläche, davon 1.200 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Hinzu kamen 1.000 Quadratmeter Büros, 700 Quadratmeter technische Räume und 1.200 Quadratmeter unterirdische Garagen und Depoträume. Im Erdgeschoss war direkt in der Eingangshalle zusätzlich zur historischen Sammlung nun auch das aktuelle Programm von Mercedes-Benz zu sehen. Angeordnet war die historische Schau chronologisch: Die Erfindung des Automobils und die Vorgeschichte sowie die Fahrzeuge vor 1926 haben ihren Platz im Erdgeschoss. Fahrzeuge und Fahrgestelle von Mercedes-Benz sowie Motoren für Boote, Schienenfahrzeuge und Flugzeuge waren im ersten Stock zu sehen, die Renngeschichte wurde im zweiten Obergeschoss präsentiert.
Das Daimler-Benz Museum wurde 1985 geschlossen. Grund war eine umfassende Renovierung und die grundlegende Neugestaltung und Erweiterung für das Jubiläum „100 Jahre Automobil“ im Jahr 1986. Das Konzept für die Neugestaltung haben die Architekten Dieter Herrmann, Knut Lohrer und HG Merz entwickelt. Das 25 Jahre alte Gebäude von Gutbier und Kammerer erhielt eine neue Front mit durchgehender Glasfassade. Durch die Überdachung der Innenhöfe wurde der umbaute Raum des Museums erweitert. Die bisherigen Etagen bekamen so den Charakter von Galerien. Sie wurden durch Rampen und Brücken aus Stahl erweitert, die gleichzeitig als Ausstellungsfläche und zur Erschließung der Sammlung dienten. Die Schaufläche des Museums war auf 5.760 Quadratmeter gewachsen und bot einen neuen Zugang zur Sammlung. Die Renngeschichte war zu einem großen Teil auf den Rampen installiert, die von einer Etage zur nächsten führten. So wurden die Fahrzeuge des Motorsports zu einem verbindenden Moment, das sich als dynamische Spirale vom Erdgeschoss des Museums bis in den zweiten Stock hinaufschraubte, vom frühesten Daimler-Rennwagen bis zu den aktuellen Wettbewerbsfahrzeugen. Der Besucher wählte entweder einen chronologischen Gang durch die Ausstellung, oder er besuchte je nach Interesse eine Auswahl der 26 thematischen Schwerpunkte.
Technisches Neuland betrat Daimler-Benz 1986 mit der Einführung eines Audio-Informations-Systems, das dem Besucher Informationen zu den einzelnen Exponaten vermittelte. Der jeweilige Text wurde von einem Flash-Speicher abgespielt. Die rund 120 Sekunden langen Informationen wurden kontinuierlich über Infrarotsender in einem räumlich eng abgesteckten Bereich ausgegeben. Dem digitalen Ton der „Sound-Stick“ genannten Audio-Guides stehen 1986 auch Filme in den Inszenierungen der Ausstellung gegenüber: So sind alte Motorsportfilme und -dokumentationen für das „Renn-Kino“ bearbeitet worden.
Aufgrund der beengten Platzverhältnisse und der besucherunfreundlichen Lage innerhalb des Werksgeländes entschloss sich das Unternehmen im Jahr 2000, am Rande des Werksgeländes ein neues Museum zu errichten. Entworfen wurde das neue Museumsgebäude vom Architekturbüro UN studio, welches von Ben van Berkel & Caroline Bos aus Amsterdam geführt wird. Es gewann 2001 den Architekturwettbewerb. Nach der Grundsteinlegung erfolgte am 17. September 2003 der Baubeginn durch die Firmen Züblin und Wolff & Müller. Die Fertigstellung des Rohbaues war im März 2005 (Projektbetreuung PERI GmbH), eröffnet wurde es am 19. Mai 2006.
Erstmals werden im neuen Museum auch die Mercedes-Benz Lastkraftfahrzeuge ausgestellt sein.
Besucheradresse:
Museum in Stuttgart | Bauwerk in Stuttgart | Sehenswürdigkeit (Stuttgart) | Mercedes-Benz | Automuseum | Unternehmen (Stuttgart)
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