Der Mercedes-Benz CLK GTR war ein GT1-Rennwagen in der FIA-GT-Weltmeisterschaft und davon abgeleiteter exklusiver Supersportwagen, der von Mercedes-AMG für Mercedes-Benz in limitierter Stückzahl gebaut wurde.
Ende 1996 zogen sich Opel und Alfa Romeo aus Kostengründen aus der DTM zurück, so dass AMG-Mercedes keine Gegner mehr hatte. Als Ausweg bot sich die bisherige BPR-Serie an, in der vorhandene Supersportwagen vom Schlage eines Ferrari F40, McLaren F1, Porsche 911 GT1 usw. eingesetzt wurden, und zwar meist von solventen Privatfahrern. Diese Serie sollte ab 1997 als FIA-GT-Weltmeisterschaft weitergeführt werden und durch Einsätze der Werke noch interessanter werden.
Ähnlich wie beim Porsche 917 drei Jahrzehnte zuvor hätten für eine Teilnahme in der GT1-Klasse eigentlich zuerst mindestens 25 Serienfahrzeuge gebaut werden müssen. Es wurde von der FIA jedoch eine Ausnahmegenehmigung erteilt, die das „Nachreichen“ erlaubte. So konnte innerhalb von nur 128 Tagen von den AMG-Ingenieuren ein reinrassiger Rennwagen konstruiert werden, ohne all zu viel Rücksicht auf Straßentauglichkeit nehmen zu müssen. Außer seinem Namen und äußeren Merkmalen hat der CLK GTR wenig mit der Mercedes-Benz CLK-Klasse (Mercedes-Benz W208) gemeinsam, insbesondere nicht die Mittelmotorbauweise mit V12-Motor.
Der neue Rennwagen konnte schon 1997 die FIA-GT-Weltmeisterschaft gewinnen, und 1998 sogar durch Siege in allen Rennen dominieren, u.a. mit der weiterentwickelten Version CLK LM mit V8-Motor. Danach zogen sich die Gegner aus der GT1-Kategorie zurück, so dass die FIA-GT-Weltmeisterschaft ab 1999 nur in den seriennaheren Kategorien GT2 und GT3 ausgetragen wurde.
Die vom Reglement geforderten 25 Exemplaren des Serienwagens wurden erst von November 1998 bis Sommer 1999 gebaut und ausgeliefert, somit anstatt vor der ersten Teilnahme in der Rennserie nach dem "Aus" derselbigen.
Das Chassis und die Karosserie bestehen aus Kohlenstofffaserverbund mit integriertem Überrollbügel aus Stahl. Motor und Getriebe übernehmen tragende Funktionen. Die Türen öffnen nach schräg oben/vorne und nicht wie beim legendären Flügeltürer 300 SL nur nach oben, eine schnelle Fahrt mit geöffneten Türen ist also nicht möglich. Dadurch und durch die umfangreiche Sicherheitsausstattung (u.a. Front- und Seitenairbags) ist der CLK GTR trotz seines geringen Gewichts (ca. 1,0 t) sehr sicher.
Der Motor sitzt direkt vor der Hinterachse, er ist eine Weiterentwicklung des damaligen 6,0 l V12, wie er im S 600 verbaut wurde. Er hat einen Hubraum von 6.898 cm³ mit einem Zylinderwinkel von 60° und leistet bis zu 450 kW (612 PS) bei 6800 U/min, das maximale Drehmoment liegt bei beachtlichen 775 Nm (bei 5250 U/min). Die Maximaldrehzahl beträgt 7200 U/min. Diese Kraft wird (ungewöhnlich bei Mercedes) über ein sequentielles Sechs-Gang-Getriebe an die Hinterräder geleitet. Damit erreicht der CLK GTR eine Höchstgeschwindigkeit von 320 km/h und als Rennwagen mit gleichem Motor noch mehr. Er beschleunigt in 3,7 s von 0 auf 100 km/h. Geschaltet wird mittels Schalthebeln am Lenkrad.
Der Kaufpreis lag bei 2.650.000 DM (zzgl. MwSt. = 3.074.000 DM; 1.571.711 €). Die aktuellen Preise liegen leicht darunter, was an Konjunkturschwäche, eingeschränkter Alltagstauglichkeit der tatsächlich verbauten Renntechnik sowie neu erschienenen Konkurrenzprodukten liegen mag.
Die Modelle #03 und #17 wurden mit einem 7,3 l V12-Motor ausgestattet, der über 515 kW (ca. 700 PS) leisten soll, diese Exemplare tragen die Bezeichnung Super Sport.
Eine Weiterentwicklung des CLK GTR war der CLK LM der neben dem CLK GTR in der Saison 1998 in der GT-Weltmeisterschaft eingesetzt wurde. Hier kam ein leichterer und verbrauchsgünstigerer V8 zum Einsatz. Von diesem Fahrzeug existiert nur eine Straßenversion, die zuletzt zu Homologationszwecken im Vorfeld des 24-Stunden-Rennen von Le Mans von 1998 gesichtet wurde.
Vom CLK GTR Roadster wurden nur fünf Exemplare gebaut.
Der CLK GTR wurde ab der Saison 1997 in der GT1-Klasse der FIA-GT-Weltmeisterschaft eingesetzt. Die Rennversion war bis auf Räder, Außenspiegel und Heckflügel baugleich zu den späteren Serienfahrzeugen. Die auf den schon vorhandenden Supersportwagen basierenden Rennwagen der Gegner, die meist von Privatteams eingesetzt wurde und typischerweise abwechselnd von einem reichen Privatmann und einem ehemaligen Profirennfahrer gesteuert wurden, hatten wenig Chancen gegen das professionell auftretende Werksteam, das zudem durch die Ausnahmegenehmigung einen konsequenter konstruierter Rennwagen einsetzen konnte. Bernd Schneider gewann so mit deutlichem Vorsprung die Meisterschaft, fünf der ersten zehn Plätze belegten die Autos aus Affalterbach. Auch Ralf Schumacher, damals F1-Neuling bei Jordan, steuerte (wie sein Bruder Michael Schumacher einige Jahre zuvor) einen der Silberpfeile, und zwar in Spa, um die dortige Strecke für das spätere F1-Rennen näher zu studieren.
In der Saison 1998 dominierten die Mercedes-Fahrzeuge das Geschehen noch deutlicher. Am Ende kam das Werksteam Klaus Ludwig/Ricardo Zonta zu GT-Weltmeister-Ehren vor den Stallkollegen mit u.a. Bernd Schneider. Das private Team Persson setzte blau lackierte, von der Mercedes-Ersatzteil-Versorgung gesponsorte Vorjahresmodelle ein, mit u.a. Bernd Mayländer am Steuer. Als zusätzlicher Vorteil erwiesen sich die Bridgestone-Reifen, die auch in der F1 McLaren-Mercedes zum Titel verhalfen und fortan dominieren sollten. Die Porsche-Teams, das Werk mit Michelin und Zakspeed mit Pirelli, konnten keinen Sieg erringen. Die anderen Teams, abgesehen von Achtungserfolgen von Panoz, waren chancenlos.
Der ab dem Le Mans-Rennen vom Werk eingesetzte CLK LM, eine noch flachere Variante mit V8-Motor, fiel dort mit Problemen im Ölkreislauf aus, da nicht genug getestet worden war.
Noch dramatischer wirkte sich eine nicht gründlich genug erfolgte Erprobung beim Nachfolger aus. Durch den Wegfall der GT1-Klasse in der FIA-GT-WM 1999 wurde speziell für Le Mans und das dortige Reglement ein GT-Prototyp (LM-GTP) entwickelt, wobei auf keinerlei Seriennähe mehr Rücksicht genommen werden musste. Der CLR war optisch jedoch an die gerade neu angebotene CL-Klasse (Mercedes-Benz C215) angelehnt und extrem flach gebaut, wobei mehr auf Höchstgeschwindigkeit als auf Abtrieb Wert gelegt wurde. Diese einseitige Auslegung führte zu drei spektakulären Abflügen und Überschlägen, so dass Mercedes mit sofortiger Wirkung seine GT-Rennsportaktivitäten einstellte.
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