Meppen ist die Kreisstadt des
Landkreises Emsland in
Niedersachsen. Der Name entstand aus dem Begriff Mappe, was Mündung bedeutet.
Geografie
Klima Meppen.png für Meppen]]
Geografische Lage
Meppen liegt im zentralen Teil des
Emslandes zwischen
Lingen und
Papenburg an der Mündung der
Hase in die
Ems. Aufgrund seiner geographischen Lage ist Meppen die Kreisstadt des Emslandes. Die Stadt liegt etwa 20 km entfernt von der
niederländischen Grenze.
Nachbargemeinden
Meppen grenzt an folgende Städte und Gemeinden: die Stadt
Haren im Norden, die
Samtgemeinde Sögel im Nordosten, die Stadt
Haselünne im Osten, die Gemeinde
Geeste im Süden und die Gemeinde
Twist im Westen.
Stadtgliederung
Meppen besteht aus den Stadtteilen Altstadt, Esterfeld, Feldkamp, Kuhweide, Neustadt, Nödike und Schleusengruppe. Am
1. Juli 1967 schlossen sich die Stadt Meppen und die Gemeinde Vormeppen auf freiwilliger Basis zusammen. Heute sind diese beiden ehemaligen Gemeinden überwiegend zusammengewachsen. Eine Abgrenzung ist heute kaum noch möglich.
Meppen 1968.png
-
- Altstadt
historischer Stadtkern von Meppen mit Propsteikirche, Gymnasialkirche und historischem Rathaus. An zwei Tagen der Woche findet in der dortigen Fußgängerzone ein Markt statt. Am Rande der Altstadt befindet sich, direkt an der Ems gelegen ein Campingplatz und das Frei- und Hallenbad von Meppen.
- Esterfeld
ist ein Stadtteil am linken Emsufer, 2005 der Stadtteil mit den meisten Einwohnern. In diesem Stadtteil befinden sich die Gemeindezentren St. Maria zum Frieden (römisch-katholisch), die Bethlehem-Kirche (evangelisch-lutherisch), das Gemeindezentrum der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Königreichssaal der Zeugen Jehovas.
Außerdem befindet sich hier das Waldstadion, die Heimstätte des Sportvereins SV Union Meppen.
- Feldkamp
Das Wohngebiet Feldkamp wurde in den neunziger Jahren bis heute als Neubaugebiet konsequent immer weiter ausgebaut, es wird eingerahmt von mehreren großen Waldflächen.
- Kuhweide
- Neustadt
ist ein Stadtteil am rechten Ems- und Haseufer gelegen. Hier befinden sich die Gemeindezentren St. Paulus (römisch-katholisch) und die Gustav-Adolf Kirchengemeinde (evangelisch-lutherisch). Im Norden des Stadtteils liegt das Emslandstadion, die Heimstätte des Sportvereins SV Meppen. Am Ostrand der Neustadt befindet sich ein Badesee.
- Nödike
- Schleusengruppe
Geschichte
Die ehemalige
Festungsstadt blickt auf eine über 1200 Jahre alte Geschichte zurück.
Historische Daten
Erste urkundliche Erwähnung findet Meppen im Jahre
834 in einer Schenkungsurkunde von
Kaiser Ludwig dem Frommen, in der die
Missionszelle Meppen dem
Kloster Corvey übertragen wurde.
Religionen
Die Einwohner sind überwiegend römisch-katholisch (69,7 %), 16,7 % sind evangelisch-lutherisch und 2,0 % evangelisch-reformiert. Daraus resultierend haben über 10% der Bevölkerung keine Glaubenzugehörigkeit.
Kirchen
- Katholische Gemeinden
- Propsteigemeinde St. Vitus, Altstadt
- St. Paulus, Neustadt
- St. Maria zum Frieden, Esterfeld
- St. Franz Xaver, Rühle
- St. Vinzentius, Fullen/Versen
- St. Vitus, Bokeloh
- St. Antonius, Apeldorn
- Kirche der Unbefleckten Empfängnis Mariens, Hemsen
- St. Joseph, Schwefingen
- St. Antonius, Teglingen
Andere Glaubensgemeinschaften
Eingemeindungen in das Stadtgebiet von Meppen
(Einwohnerzahlen 9.März 2005)
Stadt Meppen.png
Infolge der Gemeindereform gehören seit 1. März 1974 auch die ehemalige Gemeinde Emslage (Groß Fullen, Klein Fullen, Rühle und Versen) sowie die Dörfer Apeldorn, Bokeloh, Borken, Helte, Hemsen, Holthausen, Hüntel, Schwefingen und Teglingen zu Meppen.
- Apeldorn (777)
- Bokeloh (1.253)
- Borken (545)
- Groß Fullen (1.072)
- Klein Fullen (401)
- Helte (596)
- Hemsen (750)
- Holthausen (142)
- Hüntel (328)
- Rühle (1.368)
- Schwefingen (442)
- Teglingen (771)
- Versen (1.795)
Einwohnerentwicklung
(*einschließlich der bis 1974 eingemeindeten Gemeinden)
| Jahr | Einwohnerzahl | Jahr | Einwohnerzahl | Jahr | Einwohnerzahl | Jahr | Einwohnerzahl
|
| 1821* | 4.815 | 1848* | 5.130 | 1905* | 7.687 | 1939* | 15.045
|
| 1950* | 19.141 | 1971* | 27.305 | 1990 | 30.508 | 2005 | 34.196
|
Politik
Meppen hat den Status einer
Selbstständigen Gemeinde und ist seit
1977 Kreisstadt des zweitgrößten deutschen Landkreises
Landkreis Emsland.
Zusammensetzung des Stadtrates
Der Stadtrat hat 38 gewählte Mitglieder, sowie den direkt gewählten
Bürgermeister, ihm gehören seit der
Kommunalwahl am
9. September 2001 sechs Parteien bzw. Wählergemeinschaften an.
Die nächsten Kommunalwahlen werden 2006 stattfinden.
Bürgermeister
Bis zur Kommunalwahl 2001 wurde der Bürgermeister von den Mitgliedern des Stadtrates gewählt. Er hatte bis dahin nur repräsentative Aufgaben.
Erster hauptamtlicher Bürgermeister ist Heinz Jansen (CDU), der in der Stichwahl am 23. September 2001 mit 56,7 % der Stimmen gewählt wurde. Die Gegenkandidatin Karin Stief-Kreihe (SPD) erhielt 43,3 % der Stimmen.
Kurioses
Von 1994 - 1996 war Karin Stief-Kreihe (SPD) Bürgermeisterin Meppens, obwohl die CDU über die absolute Mehrheit im Stadtrat verfügte. Nach mehreren Wahlgängen stand es unentschieden, laut damaligen niedersächsischen Wahlgesetz entschied schließlich das Los.
Wappen
Meppen-Wappen.png
Meppen kam im 13. Jahrhundert zum
Fürstbistum Münster. Das Meppener Wappen ist aus dem ursprünglichen Münsteraner Wappen abgeleitet. Diesem Wappen in Gold-Rot-Gold, ist in der oberen Mitte ein rotes Kreuz auf dem roten Balken aufgesetzt worden.
Siehe auch: Wappengeschichte von Münster
Städtepartnerschaften
Ostroleka.png Ostrołęka (
Polen), seit September
1994
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
Zwischen September und April bietet die Theatergemeinde Meppen ein umfangreiches Programm an. Die Vorführungen finden seit 1959 in der Aula des Windhorst Gymnasiums statt.
Von Mai bis September bietet die „Emsländische Freilichtbühne Meppen“ den Besuchern jeweils ein Familienmusical und ein Abendstück, meist aus dem Bereich Musical. Die weit über 30.000 Besucher, die jährlich in den idyllischen Esterfelder Forst auf eine der schönsten Naturbühnen kommen, dürfen große Ausstattungsstücke aus dem Bereich Musiktheater erwarten. Über 100 Akteure stehen bei jeder Produktion auf bzw. hinter der Bühne.
Bisher wurden unter anderem folgende Stücke gespielt:
Museen
- Stadtmuseum in der Arenbergischen Rentei in der Obergerichtsstraße.
- Ausstellungszentrum für die Archäologie des Emslandes an der Koppelschleuse.
- Kunstausstellungen im Kunstzentrum an der Koppelschleuse.
Bauwerke
Rathaus_meppen.jpg
- Das Rathaus, heute Wahrzeichen der Stadt, wurde 1408 aus Findlingen gebaut. 1605 wurde es um zwei Stockwerke erweitert. Um die Grundfläche für die oberen Stockwerke zu erhöhen, wurden Säulen errichtet, die den nun typischen Umriss für das Gebäude unterstreichen.
- Um 1461/62 wurde die Probsteikirche (St. Vitus) als dreischiffige spätgotische Sandsteinkirche errichtet.
- Die Geschichte der Herrenmühle, einer Wassermühle an der Nordradde gelegen, geht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Sie wird heute für kulturelle Veranstaltungen genutzt.
- Die Residenz, heutiger Sitz der Verwaltung und des Rektorates des Windhorstgymnasiums, wurde zwischen 1726 und 1729 erbaut. Später wurde die Gymnasialkirche (1743 - 46) unter Pater Superior Karl Immendorf an die Residenz angebaut.
- Die Arenbergische Rentei ein 1805 im klassizistischen Stil gebauter, repräsentativer Profanbau beherbergt heute das Stadtmuseum.
- Das Heyl'sche Haus wurde 1809 für den herzoglich-arenbergischen Kammerrat Heyl gebaut.
- Das 1816 vom Arzt Nikolaus Vagedes erbaute Stadthaus beherbergt seit 1936 die Stadtverwaltung.
- Die Koppelschleuse zwischen 1826 und 1830 gebaut, ist in ihrem ursprünglichen Zustand als Teil des ehemaligen Ems-Hase-Kanals erhalten geblieben.
- Die Höltingmühle, eine Holländermühle, wurde vermutlich 1639 in der Nähe von Bockhorn im Landkreis Friesland erbaut. Die Mühle wurde durch den Hölting-Bürgerschützenverein gekauft und aus Anlass des 600-jährigen Stadtjubiläums in den Jahren 1959/60 auf der Landzunge zwischen dem Dortmund-Ems-Kanal und der Hase wieder errichtet. Im Inneren der Mühle befindet sich heute ein Café, das während der Sommermonate an Wochenenden geöffnet hat. In der Mühle finden auch standesamtliche Trauungen statt.
- Der ehemalige Gegenwall (Contrescarpe auch als Kontereskarpe bezeichnet) der Festung Meppen ist erhalten geblieben und bildet heute eine mit Bäumen bestandene Parkanlage.
Sport
Sportvereine
- Von der Saison 1987/1988 bis 1997/1998 war der derzeitige Oberligist SV Meppen in der 2. Fußballbundesliga vertreten.
- Mitgliederstärkster Sportverein ist der SV Union Meppen, deren Volleyballabteilung 1994 die Deutsche Meisterschaft in der E-Jugend erringen konnte.
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| weitere Sportvereine:
- Turnverein Meppen
- Leichtathletik-Verein Meppen
- Schwimm Club Meppen
- Behindertensportgemeinschaft Meppen
- Boxring Meppen
- Karateverein Meppen
- Ju- Jutsu Kampfsportverein Meppen
- Squash-Club Meppen
- Tennis-Club Meppen
- Wassersportverein Meppen
- Kanuclub Meppen
| Sportanlagen:
- Leichtathletikstadion Helter Damm
- Emslandstadion Meppen
- Waldstadion Esterfeld
- Freisportanlage Versener Straße
- Skateanlage
- Frei- und Hallenbad Meppen
- Badesee am Schlagbrückener Weg
- Bogenschießplatz
- Tennisanlage am Stadtforst
- Tennisanlage am Schullendamm
- mehrere kleinere und größere Sporthallen
Regelmäßige kulturelle Veranstaltungen
- Die Kreuztracht, eine Karfreitagsprozession
- Mittelaltermarkt, Anfang Mai
- Sommerkirmes
- Meppener Jazz- und Bluesnacht am ersten Freitag im August
- Stadtfest am ersten Septemberwochenende
- Herbstkirmes im Oktober
- Weihnachtsmarkt
- Freilichtbühne der Stadt Meppen mit schönem Sommerprogramm
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
Das stetig wachsende lebendige Mittelzentrum verfügt über ein umfangreiches Bildungs-, Kultur- und Sportangebot. Der wichtigste Wirtschaftssektor ist das Dienstleistungsgewerbe. In letzter Zeit erlebt Meppen auch ein Wachstum der Industrie und des Tourismus. Der niederländische Unternehmer Hendrikus van der Most plant bis zum Jahr
2007 auf dem Gelände des ehemaligen Gaskraftwerks in Meppen-Hüntel den Freizeitpark "
Fun-Park-Hüntel" (vergleichbar mit dem
Wunderland Kalkar) zu errichten.
Wichtige industrielle Branchen sind:
- Elektro- und Maschinenbau
- Holzindustrie
- Erdölindustrie
- Kunststoffverarbeitung
- Informationstechnologie
Beschäftigte
Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten:
| 1980 | 1985 | 1990 | 1995 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004
|
| 9.085 | 9.228 | 10.717 | 12.302 | 13.416 | 13.562 | 13.553 | 13.428 | 13.411
|
Verkehr
Straße
Meppen_hubbruecke.jpg
Meppen kann über die Autobahn A 31, Anschlussstellen Meppen und Twist, sowie die Bundesstraßen B 70 und B 402/E 233 erreicht werden.
Bahn
Meppen liegt an der 1855 eröffneten Eisenbahnlinie Münster – Emden (Emslandstrecke). In Meppen halten die zweistündlich verkehrenden Intercitys der Linie Luxemburg – Norddeich Mole. Außerdem verkehrt stündlich der Emsland-Express Münster - Emden.
Neben der DB-Strecke gibt es noch die Strecke der einstigen Meppen-Haselünner Eisenbahn (1902 eröffnet) von Meppen nach Haselünne bis Herzlake. Heute verkehren hier lediglich Güterverkehr und eine Museumsbahn.
Wasserwege
Die Ems ist ab Meppen flussabwärts schiffbar und Teil des Dortmund-Ems-Kanal, flussaufwärts wird sie heute nur noch im Freizeitverkehr befahren. Bereits seit 1829 umfährt der Güterverkehr die zahlreichen Mäander der Ems zwischen Lingen und Meppen auf dem ehemaligen Ems-Hase-Kanal, der seit 1899 überwiegend in den Dortmund-Ems-Kanal einbezogen ist.
Zwischen Haren und Meppen soll voraussichtlich bis 2007 der Euro-Hafen Emsland-Mitte als Stichhafen entstehen.
siehe auch: Verkehr im Landkreis Emsland
Medien
Printmedien
- Meppener Tagespost, gehört zum Verlag der Neuen Osnabrücker Zeitung. Erscheinungsweise: Werktags
- Emsland-Kurier, gehört zum Verlag der Osnabrücker Nachrichten. Erscheinungsweise: Sonntags
- Der Ems-Report. Erscheinungsweise: Mittwochs und Samstags
- Emskopp. Erscheinungsweise: alle zwei Monate
Hörfunk
Öffentliche Einrichtungen
Neben dem Sitz der Kreisverwaltung ist Meppen auch Sitz vieler anderer überörtlicher Behörden. Meppen gilt daher als die Beamtenstadt des Emslandes.
Die Wehrtechnische Dienststelle 91 für Waffen und Munition (WTD 91) der Bundeswehr, früher Kruppscher Schießplatz, wurde 1877 gegründet. Sie ist in Meppen und Umgebung einer der größten Arbeitgeber.
Bildung
Gymnasien
Haupt- und Realschulen
Grundschulen
- Sechs Grundschulen in den zentralen Stadtteilen, sowie sieben in den eingemeindeten Ortsteilen Apeldorn, Bokeloh, Groß Fullen, Hemsen, Rühle, Teglingen und Versen
Förderschulen
Berufbildende Schulen
- Berufsbildende Schulen Meppen - Landwirtschaftliche und Hauswirtschaftliche Fachrichtungen
- Berufsbildende Schulen Meppen - Gewerbliche und Kaufmännische Fachrichtungen
- Marienhaus-Schule - Berufsfach-, Fachschulen und Fachoberschulen der Missionsschwestern Mariens
- Schulungszentrum am Ludmillenstift Meppen: Aus-, Fort- und Weiterbildung für Gesundheitsberufe
weitere Schulen
- Musikschule des Emslandes
- Kunstschule im Meppener Kunstkreis
- Volkshochschule Meppen
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Söhne und Töchter der Stadt
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
Sonstiges
Die fiktive
Luise Koschinsky, die von
Hans Werner Olm gespielt wird, stammt ebenfalls aus Meppen.
Literatur
- Johannes Bernhard Diepenbrock: Geschichte des vormaligen münsterschen Amtes Meppen oder des jetzigen hannoverschen Herzogthums Arenberg-Meppen Münster 1838
- Carl Knapstein (Hrsg.): Meppen in alter und neuer Zeit 834-1984. Meppen 1983
- Michael Herrmann (Hrsg.): Meppen im Spiegel historischer Quellen. Meppen 2003, ISBN 3-9808550-1-5
Weblinks
Meppen | Emsland | Ort in Niedersachsen | Hanse
Meppen, Germany | Meppen | Meppen | Meppen (Duitsland)