Menznau ist eine Gemeinde im Amt Willisau des Kantons Luzern in der Schweiz.
Geographie
Menznau ist die südöstlichste Gemeinde des Amtes Willisau und liegt zwischen
Wolhusen und
Willisau. Mit einer Fläche von über 30 km² ist sie eine der grösseren Ortschaften im Kanton Luzern. Vom Gemeindeareal wird 59,2% landwirtschaftlich genutzt. Weitere 34,7% sind mit Wald oder Gehölz bedeckt und nur 5,4% Siedlungsfläche. Die Gemeinde hat zwei Gesichter. Westlich und südlich des Dorfes Menznau besteht sie aus einer zerklüfteten, stark bewaldeten Hügellandschaft - während sie östlich und nördlich davon eine gerodete Hochebene umfasst. Zwischen diesen Extremen liegt ein enges Tal, welches von der
Seewag durchflossen wird. Südliche Gemeindegrenze bilden der
Krachenbach und die
Kleine Fontanne . Vom
Waldighüsli (8 km südwestlich von Menznau-Dorf) am Krachenbach führt die Gemeindegrenze in nordöstlicher Richtung bis zur
Kaltenegg (1'040 m.ü.M.) westlich von
Menzberg - und dann immer der Strasse Menzberg-Twerenegg-Menznau entlang bis
Niespel (1,9 km südwestlich des Dorfs) , wo sie eine nördliche Richtung einschlägt bis hinauf nach
Badhuet (2,4 km nordnordwestlich des Dorfs). Dort dreht sie nach Osten und bildet die Nordgrenze der Gemeinde. Beim am Nordosthang des
Geissbergs liegenden Weiler
Tambach (3 km nordöstlich des Dorfs; 597 m.ü.M.) wendet sie sich bis zum
Soppensee nach Südosten.
Vom Soppensee wechselt die Gemeindegrenze kurz nach Süden, dann fliesst sie mit dem
(Grossen) Schwarzenbach kurz nach Nordwesten - um dann endgültig nach Süden abzudrehen. Sie erreicht bei
Wolhusen-Bad die
Wolhuser Wigger und folgt ihrem Lauf bis zu deren Quelle. Nach einigen Metern Westrichtung führt sie in südlicher Richtung zum
Flühbach . Dessen Lauf folgt sie in Fliessrichtung bis zum Zusammenfluss von Flühbach und Kleiner Fontanne. Schlussendlich folgt die Gemeindegrenze dem Lauf der Kleinen Fontanne bachaufwärts bis Waldighüsli. Die Gemeinde besteht aus mehreren Ortsteilen und etlichen Weilern und Gehöften.
Menznau-Dorf liegt 4 km nordwestlich von Wolhusen im Tal der Seewag. Zur Gemeinde gehört der Ortsteil
Geiss (1,7 km nordöstlich des Dorfs; 616 m.ü.M.), welcher am Südwesthang des Geissbergs liegt. Der Ortsteil
Twerenegg liegt im Hügelland, 3,5 km südwestlich vom Dorf auf 910 m.ü.M. an der Strasse nach Menzberg. Dieses
Menzberg ist nach dem Dorf die grösste Siedlung der Gemeinde und liegt gar 7 km in südwestlicher Richtung vom Dorf entfernt auf 1'016 m.ü.M. Die grössten Weiler sind
Elsnau (600 m nordwestlich des Dorfs; 610 m.ü.M.),
Elswil (2 km nordöstlich des Dorfs; 600 m.ü.M.) bei Geiss,
Tutensee (1,5 km südöstlich; 618 m.ü.M.) mit dem gleichnamigen
Tutensee , die Streusiedlung
Rengg (896-933 m.ü.M.; 6 km südlich) zwischen dem Flühbach und der Kleinen Fontannen,
Rötelberg (1,6 km nordwestlich; 612 m.ü.M.),
Seehof (3,7 km nordöstlich; 602m.ü.M.) am Nordwestufer des Soppensees und
Blochwil (1,6 km nördlich; 576 m.ü.M.). Es gibt zahlreiche Bäche im Gemeindegebiet. Nebst den weiter oben erwähnten Bächen sind dies der
Burgackerbach und der
(Kleine) Schwarzenbach , welche in den Tutensee fliessen. Der
(Grosse) Schwarzenbach fliesst durch Geiss und der
Ruswiler Rotbach durch Blochwil. Und der
Rickenbach mündet in Menznau-Dorf in die Seewag ein.
Nachbargemeinden
Menznau grenzt an
Buttisholz ,
Grosswangen ,
Hergiswil LU ,
Romoos ,
Ruswil ,
Willisau und
Wolhusen .
Bevölkerung
Bevölkerungsentwicklung
Von
1798 bis
1850 stieg die Bevölkerung stark an (1798-1850:+32,5%). Mit Ausnahme des Jahrzehnts zwischen
1860 und
1870 sank die Bevölkerung durch Landflucht in die Industriegebiete stark (1850-1900:-18,4%). Innert zwei Jahrzehnten wuchs sie wieder auf den Stand von 1850 an (1900-1920:+22,1%). Von
1920 bis
1980 folgte ein Auf und Ab (insgesamt 1920-1980:-3,4%). Dann wuchs die Zahl der Bewohner innert zwanzig Jahren sprunghaft an (1980-2000:+26,8%). Das Jahr 2000 war das Jahr mit der höchsten je ermittelten Bevölkerungszahl. Seither verliert die Gemeinde wieder Einwohner (2000-2004:-4,1%).
Sprachen
Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr
2000 gaben 94,04% Deutsch, 2,95% Albanisch und 1,33% Serbokroatisch als Hauptsprache an.
Religionen - Konfessionen
Früher waren alle Bewohner Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Landschaft wie folgt aus. Es gibt 83,82% römisch-katholische-und 7,44% evangelisch-reformierte Christen. Daneben findet man 2,25% Muslime und 1,65% Konfessionslose. Eine für eine Landgemeinde hohe Quote von 4,00% verweigerte die Auskunft zur Religionszugehörigkeit. Darunter sind viele Muslime zu vermuten, wie der höhere Anteil der Albanischsprachigen vermuten lässt. Denn beinahe alle Muslime sind albanischer Herkunft.
Herkunft - Nationalität
Von den 2'734 Einwohnern Ende 2004 waren 2'525 Schweizer und 209 (=7,6%) Ausländer. Bei der letzten Volkszählung waren 89,96% (einschliesslich Doppelbürger 90,84%) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Serbien-Montenegro (mehrheitlich Albaner; aber auch viele Slawen), Deutschland, Portugal, Österreich, Spanien und Kroatien.
Verkehr
Menznau liegt an der Bahnlinie
Luzern-Langenthal. Während der Ortsteil Geiss nicht durch den Öffentlichen Verkehr erschlossen ist, führt eine Postautolinie zum Ortsteil Menzberg.
Menznau liegt an der Hauptstrasse Wolhusen-(Willisau-)Huttwil. Der nächst gelegene Autobahnanschluss Dagmersellen an der A2 ist 17 km entfernt.
Geschichte
Die
Herren von Hasenburg, in den Jurahöhen beimatet, schenkten die Gemeinde dem
Benediktinerkloster St. Johann in Erlach am Bielersee. Dessen Besitzrecht an
Menzenowa wurde von Papst
Lucius III. in einem Schutzschreiben an das Kloster erwähnt. Geiss wurde mitsamt seiner Kirche im Jahr
1375 von Söldnern des
Ingelram von Coucy niedergebrannt. Die Soldaten wurden wegen ihrer Helmform
Gugler genannt und sollten die Besitzansprüche ihres Herrn durchsetzen. Menznau kam
1407 durch den Erwerb der
Vogtei Willisau an
Luzern und wurde bis
1798 Teil der
Landvogtei Ruswil. Von 1798 bis
1803 gehörte es zum
Distrikt Ruswil; danach bis
1814 zum
Amt Entlebuch . Ab 1814 gehörte es zum
Amt Sursee und erst seit
1831 zum
Amt Willisau .
Weblinks
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