Das Menuett (Minuetto) ist ein älterer französischer Volkstanz im 3/4-Takt in mäßigem Tempo und seit dem 17. Jh. Hof- und Gesellschaftstanz, der bei Ludwig XIV sehr beliebt war. Es beherrschte bis in das 19. Jahrhundert Ballsäle und Bühnen.
Geschichte
Das Menuett, der Tanz des Adels, wurde im
Barock durch
Bach und
Händel in die
Suite aufgenommen. Den Höhepunkt erlebte es allerdings erst in der Zeit der Klassik.
Haydn komponierte die meisten Menuette aller Zeiten. Selbst
Mozart, der immerhin 130 dieser Tänze schrieb, blieb weit hinter ihm zurück.
Nach der Mannheimer Schule ist es der 4. Satz in Sinfonie und Sonate. Seit Haydn üblicherweise der 3. Satz.
Beethoven erweiterte das Menuett zum Scherzo.
Form
Das Menuett ist im Prinzip eine dreiteilige
Liedform, also A-B-A, bzw. ''Menuetto - Trio - Menuetto
d.c..
Meistens sind Menuetto und Trio auch in sich noch zwei- oder dreiteilig, wobei die Unterabschnitte - außer beim
Da capo - wiederholt werden. Diese Unterabschnitte sind in der Regel als 8-taktige Perioden ausgeführt. Für das klassische Menuett ergibt sich also folgende Gesamtform (
große zusammengesetzte dreiteilige Liedform):
Menuett - Trio - Menuett da Capo
|:A:||:B A':| - |:C:||:D C':| - | A | B A' |
Die Bezeichnung
Trio kommt daher, dass in älteren Menuetten der
Barockzeit im Mittelteil meistens ein solistisches
Trio konzertiert, zum Beispiel zwei
Oboen und ein
Fagott oder zwei
Geigen und ein
Violoncello. Aus dieser Tradition heraus ergibt sich der solistische,
kammermusikalische Charakter, den auch Haydn und Mozart in ihren Menuetten pflegen.
Historischer Tanz | Gattungen und Formen (Musik)
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