| Moderner Mensch | ||||||||||||||||||||||||
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| : | Menschen (Homo) |
| : | Moderner Mensch (Homo sapiens) |
Manchmal wird für den modernen Menschen auch die wissenschaftliche Bezeichnung Homo sapiens sapiens gebraucht, die zum Ausdruck bringen soll, dass der Neandert(h)aler (dann Homo sapiens neanderthalensis) zu derselben Art gehörte wie der moderne Mensch. Diese Ansicht gilt heute aber als sehr zweifelhaft, weswegen die moderne Bezeichnung schlicht Homo sapiens ist. Sie leitet sich aus dem Lateinischen von homo „Mensch“ und sapiens „weise“ ab.
Human.png der Pioneer-Raumsonden]]
Neben der biologischen Entwicklung ist für den Menschen jedoch auch seine kulturelle Entwicklung maßgeblich, welche auf die Entwicklung der Sprache zurückzuführen ist, mit der es dem Menschen erst möglich wurde, Ideen auszutauschen. Der kulturelle Entwicklungsstand des Menschen war zunächst über Jahrhunderttausende hinweg nahezu konstant. Mit der Entstehung des modernen Menschen und seiner nachfolgenden Auswanderung aus Afrika beschleunigte sich jedoch die kulturelle Innovation, bis seit Ende der letzten Eiszeit mit dem Aufkommen von Ackerbau und Viehzucht der Mensch erstmals großräumig gestaltend in seine Umgebung eingriff. Seit dieser Zeit besitzt der Mensch eine über weitaus mehr als ein paar Generationen zurückreichende Geschichte, auf deren Grundlage die Individuen agieren müssen.
Typische Merkmale des modernen Menschen im Vergleich:
Als Vorfahren des Homo sapiens kommen insbesondere die afrikanischen Populationen von Homo ergaster und Homo erectus in Frage. Die Zuordnung der Fossilfunde zu einzelnen Arten ist allerdings umstritten.
Der wissenschaftliche Begriff Homo sapiens wird nicht selten in leicht humoristischer Anspielung als Vorlage für die Kreation neuer Begriffe benutzt, die Eigenschaften des Homo sapiens darstellen, beispielsweise
Die Entwicklung des Menschen muss auch deutlich im Zusammenhang mit der Entwicklung unseres Planeten, der Erde, gesehen werden. So zwangen die vielen Eiszeiten den Menschen, sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen. Der Mensch war also in der Lage, sich immer wieder anzupassen und er kam und kommt mit den verschiedensten Lebensbedingungen zurecht. Im Gegensatz dazu sind die meisten Tiere auf einen Lebensraum beschränkt.
Fossilien, die dem biologisch modernen Menschen zugerechnet werden, gibt es seit etwa 160.000 Jahren, verstärkt seit ca. 100.000 Jahren. Lange Zeit lebte die Art in Afrika zeitparallel zum primär europäischen Neandertaler, der besonders an das Leben in gemäßigten Zonen angepasst war. In Afrika, im Nahen Osten vor 50.000 Jahren, später etwa vor 46.000 Jahren auch in Europa, kamen beide gleichzeitig gemeinsam vor, davon in Afrika und dem Nahen Osten insgesamt mehrere 10.000 Jahre. Für die Ausbreitung des Homo sapiens vom Balkan bis zur Iberischen Halbinsel nahm die Forschung bisher etwa 7000 Jahre an. Paul Melars von der Cambridge University berichtete kürzlich in Nature (2006) dass es vermutlich nur 5000 Jahre dauerte. Einige Gruppen breiteten sich entlang der Po-Ebene in Italien aus, andere wählten den Weg durch das Donautal. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit betrug im Schnitt 400 m/Jahr. Die Atlantikküste auf der Iberischen Halbinsel wurde schließlich vor ca. 41.000 Jahren erreicht. Die neuen Erkenntnisse verdanken wir revidierten Ergebnissen der Kohlenstoffdaten (C14), die auch eine kürzere Koexistenz-Zeit mit dem Neanderthaler in Europa wahrscheinlich machen.
Es ist unklar, ob sich beide Arten vermischt haben, die Mehrzahl der Fossilien weist deutlich erkennbare morphologische Unterschiede auf. Die neuesten Molekulargenetische Analysen der mtDNA sprechen gegen eine Vermischung beider Arten. Das inzwischen sehr umfangreichen Fundmaterial vor allem auch in Nahost, weist auf eine Koexistenz dieser genetisch primär sehr unterschiedlichen biologischen Arten aus. Vermutlich kannten sie sich, hatten aber kaum Neigung sich zu vermischen. In Nahost besiedelten sie mehrmals abwechselnd die gleichen Siedlungsräume.
Die alternative Theorie geht davon aus, dass sich der Homo sapiens an verschiedenen Orten des Globus unabhängig voneinander aus dem Homo erectus entwickelt hat, was vor allem die unterschiedliche Physiognomie der menschlichen Rassen erklären würde. Nach den molekulargenetischen Untersuchungen der jüngeren Zeit, kommt dieser These allerdings keine hohe Wahrscheinlichkeit zu.
Eine unverhoffte Unterstützung der Out of Africa These erfolgte kürzlich durch Genanalyse von Kopfläusen, die ein Team um David Reed von der Universität Utah vorlegte. Der Kopflaus ist schon unser Urahn als Wirt vertraut gewesen. Vor 1,2 Millionen Jahren zog auch die Kopflaus mit dem Homo erectus nach Norden. Dort entwickelte sich die Genpopulation unabhängig von der afrikanischen weiter. Als 1 Million Jahre später der homo sapiens sich aufmachte, aus Afrika nach Europa zu kommen, brachte er die alte afrikanische Population mit. Es muss davon ausgegangen werden, dass die Populationen sich begegneten, denn sie existieren beide noch heute. Ergo hatte der Homo sapiens wenigstens indirekt Kontakt mit dem Homo erectus bzw. Neanderthaler, der die neue europäische Population von Kopfläusen trug.
So können die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen den menschlichen Populationen relativ genau ermittelt werden. Das Genografische Projekt untersucht mit Hilfe moderner Methoden, wie sich die Menschheit, als sie von Afrika den Rest der Welt besiedelte, in immer mehr Gruppen aufspaltete. Dabei kann jeder an dem Projekt teilnehmen, indem er seine DNS-Probe untersuchen lässt. Auf diese Weise kann man herausfinden, woher die eigenen Vorfahren stammen. Oder dass die ersten Menschen, die von Ostafrika aus nach Asien aufbrachen, eine Route entlang der Küste Indiens nach Südostasien und weiter nach Australien wählten und die Wanderungen sehr schnell vonstatten gingen – innerhalb nur weniger tausend Jahre. Denn neueste Ergebnisse genetischer Analysen legen dar, wie wenig wahrscheinlich es sei, dass sie - wie bisher vermutet - durch das Landesinnere des Mittleren Ostens reisten.
Die beiden Gruppen der Afrikaner blieben auf ihrem Heimatkontinent, während die Nichtafrikaner nach Asien auswanderten. Die San und Khoi Khoi leben heute im südlichen Afrika, sie unterscheiden sich von allen anderen Afrikanern genetisch und durch ihre Sprache (Klicklaute).
Die südliche Gruppe spaltete sich wenige Jahrtausende später weiter in
In prähistorischen Zeiten haben sich die unterschiedlichen Populationen der Menschheit an den regionalen Grenzen ihres Verbreitungsgebietes immer wieder vermischt, wobei dieser Effekt lange Zeit nur gering war.
Heute ist der Mensch mit über 6 Milliarden Individuen bis auf einige Wüsten- und Bergregionen, einige Inseln und die Antarktis auf dem ganzen Globus anzutreffen. Durch die zunehmende Mobilität vermischen sich die unterschiedlichen genetischen Gruppen immer mehr, nachdem sie früher durch geographische Distanz oder kulturelle Unterschiede genetisch voneinander getrennt blieben. So bilden sich immer mehr neue Ethnien (z.B. Farbige in den USA). Andere Gruppen wie z.B. die San und Khoi Khoi sind hingegen dabei, ganz zu verschwinden, da ihre Kultur immer mehr zerstört wird und sie in Städte wandern und sich dort vermischen.
Man geht davon aus, dass zusammengerechnet auf der Erde bisher etwa 100 Mrd. Menschen gelebt haben. Je nach Berechnung schwankt diese Zahl aber um ~30 Mrd. nach oben oder unten - abhängig von der zugrundeliegenden Definition des Beginns der Menschheit.
Warum das biologisch erschlossene Tier „Mensch“ besondere Eigenarten hat, untersuchen beziehungsweise beantworten im weiteren Sinne die Anthropologie, die Soziobiologie und die Biosoziologie. Daher nimmt dann die Soziologie ihre Axiome, wenn nicht Soziologen selber soweit ausgreifen.
Versuche, schon einmal eine Soziologie für extraterrestrische Lebewesen mit menschenähnlicher geistiger Entwicklung zu entwerfen, wie beispielsweise die Exosoziologie, sind so lange rein spekulativ, bis sie empirisch geprüft werden können.
siehe auch: Homo Sociologicus
Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen soll in jedem Staat einen Grundstatus vorgeben. Gemäß diesem Menschenbild besitzt jeder einzelne Mensch von Geburt an eine besondere, unantastbare und unveräußerliche Würde. Aus diesem Grund hat jeder Einzelne bestimmte Rechte, zum Beispiel das Recht auf Leben, auf körperliche Unversehrtheit, auf Religionsfreiheit und auf Meinungsfreiheit sowie auf einen angemessenen Arbeitslohn. Dieses Ideal ist aber nicht überall verwirklicht, denn in vielen Staaten werden Leute ohne Gerichtsverfahren eingesperrt, Gefangene gefoltert, Frauen und Kinder unterdrückt und Menschen leben in Armut. Ferner wird das Grundrecht auf Leben, obgleich mit dem Begriff der Würde eng verknüpft, in keinem Land als unantastbar angesehen, da eine solche Unantastbarkeit mit jeglicher Bewaffnung (Armee, Polizei usw.) im Widerspruch stünde. Zum Grundrecht auf Leben siehe auch die Entscheidung des deutschen Bundesverfassungsgerichts zum Abschießen von von Terroristen entführten Flugzeugen.
Manche Kulturkreise und Religionen kennen keine allgemein gültigen Menschenrechte. Insbesondere Judentum, Christentum, Islam, die indische und die chinesische Kultur machen einen Unterschied zwischen "Gläubigen" und "Ungläubigen" oder zwischen den Rechten des Mannes und denen der Frau.
Der Mensch kann selbst sowohl als glaubendes, betendes, Riten ausübendes Subjekt handeln, als auch als Objekt religiöser Riten und Anbetungen. In einer Vielzahl von Religionen gilt er als direkte (und größte) Schöpfung eines oder mehrerer Götter.
Religionen und religiöse Motive haben nahezu die gesamte bekannte Geschichte des Menschen begleitet, zuerst als Verehrung von Naturkräften, dann als Polytheismus und Monotheismus. Dies führte zu der philosophischen Frage, in wieweit Religiosität zu den spezifischen Merkmalen des Menschen gehöre.
Das Christentum, das Judentum und der Islam betrachten die Entwicklung des Menschen, wie auch die gesamte Schöpfung als Werk Gottes. Für die großen christlichen Religionsgemeinschaften bestehen dabei keine Widersprüche zwischen dem aktuellen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse und dem christlichen Glauben, weil nach ihrer Auffassung Theologie und Wissenschaft unterschiedliche Fragestellungen behandeln. Im Christentum ist der Mensch das das Symbol des Evangelisten Matthäus.
Im Buddhismus gehören die Menschen zu den drei oberen der Sechs Daseinsbereiche und werden aufgrund ihrer geistigen Fähigkeiten und ihrer Möglichkeit das eigene Leiden zu erkennen für fähig gehalten, den leidvollen Daseinskreislauf (Samsara) zu durchbrechen und zur Befreiung (Nirvana) und zum Erwachen (Bodhi) zu gelangen..
Primaten | Anthropologie | Mensch | Menschenrechte
Mens | إنسان | Homo sapiens sapiens | Човек | মানুষ | Den | Čovjek | Homo sapiens sapiens | Člověk | Тăнлă çын | Menneske | Omo dapeonz | Άνθρωπος | Human | Homo | Humano | Homo sapiens | انسان (سوره) | Ihminen | Homo sapiens | Minske | Duine | Ser Humano | אדם | Čovjek | Esser human | Manusia | Homo | Maður | Homo sapiens sapiens | ᐃᓄᒃ | 人間 | 사람 | Mirov | Tus | Homo | Mins | Moto | Žmogus | Човек | Manusia | Tlācatl | Minsch | Mens | Menneske | Menneske | Адæймаг | Człowiek rozumny | Homo sapiens | Om | Человек разумный | Umanu | Čovjek | Human | Homo | Človek | Човек | Människa | มนุษย์ | Tao | İnsan | ئىنساننىڭ | Людина | Loài người | 人 | Lâng