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Meyers b11 s466.png Menelaos (lat. Menelaus, griech. Μενέλαος „Volksführer”) ist im griechischen Mythus König von Sparta, Sohn der Aerope und des Atreus von Mykene (daher Atride genannt), floh nach der Ermordung seines Vaters durch Ägisthos mit seinem älteren Bruder, Agamemnon, aus Mykenä nach Sparta, wo er sich mit Tyndareos' Tochter Helena vermählte und durch sie Erbe dieses Staates wurde. Als Kind hatte er einzig Hermione mit ihr, mit seiner Nebenfrau Tereis den Sohn Megapenthes.

Als Paris die wunderschöne Helena entführt hatte, begaben sich Menelaos und Odysseus nach Troja, um die Zurückgabe der Geraubten aus Paris' Händen zu bewirken, und bot dann die befreundeten und durch einen Schwur gebundenen Fürsten zum Zuge gegen Troja auf, natürlich alles auf den Rat seines kriegs- und machtsüchtigen Bruders Agamemnon. Dies war der mythische Auslöser für den Trojanischen Krieg. Er selbst stellte zu dem Krieg 60 Schiffe und war unter dem Schutz der Hera und Athene einer der eifrigsten Berater und tapfersten Kämpfer. Er besiegte Paris im Zweikampf, (der von diesem gefordert wurde um dem Krieg ein Ende zu setzen) und endete nur deshalb nicht tödlich für Paris, weil ihn Aphrodite in eine Wolke gehüllt in das Gemach Helenas entrückt hatte. Er schirmte den Leichnam des von Hektor getöteten Patroklos, wobei er Euphorbos tötete, und trug ihn aus der Schlacht; auch befand er sich mit in dem hölzernen Pferd. Bei der Zerstörung Trojas tötete er den momentanen Gatten seiner Helena, Deiphobos von Amyklä, grausamst.

Nach Trojas Fall segelte er sogleich mit Helena ab, ward aber in der Gegend des Vorgebirges Malea durch einen Sturm mit fünf Schiffen nach Ägypten verschlagen und kehrte erst, nachdem er acht Jahre lang bei den Völkern im Osten herumgeirrt war, mit Helena in die Heimat zurück, wo eben seine von ihrem Sohn Orestes erschlagene Schwägerin Klytämnestra mit ihrem Buhlen Ägisthos bestattet wurde. (Anders als im Film von Wolfgang Petersen, wo er von Hector getötet wird.)

Von nun an lebte er in Glück und Reichtum in Sparta, wo ihn Telemachos besuchte, um nach dem Schicksal des Odysseus zu forschen, während er gerade seine Tochter Hermione an Neoptolemos und seinen Sohn Megapenthes an Iphiloche, die Tochter des Alektor, vermählte. Als Schützling des Zeus wurde er nach seinem Tod zu göttlicher Unsterblichkeit auf Elysium, die Insel der Seligen gebracht.

Man zeigte sein und der Helena Grab zu Therapnae, wo er auch ein Heiligtum hatte. Antike Kopien einer herrlichen Marmorgruppe aus guter griechischer Zeit, Menelaos und den toten Patroklos darstellend, finden sich in der Loggia de' Lanzi in Florenz und im Vatikan zu Rom (vgl. auch Pasquino).

Siehe auch


Griechische Mythologie

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