Memleben ist eine Gemeinde mit 800 Einwohnern im westlichen Burgenlandkreis unweit von Nebra in Sachsen-Anhalt und liegt an der Unstrut. Hier befindet sich eine ehemalige Kaiserpfalz der Ottonen. Sie wurde sehr häufig von den damaligen Kaisern genutzt.
Geschichte
Zwischen 830 und 850 wurde Memleben als „Mimeleba“ erstmals urkundlich erwähnt, und zwar im Güterverzeichnis der
Abtei Hersfeld. Seine Bedeutung erlangte Memleben durch die sächsischen Herrscher König
Heinrich I. und Kaiser
Otto I.. Heinrich I. starb am 2. Juli
936 nach einem Schlaganfall bei der Jagd in Memleben. Er hielt sich sehr gern in Memleben und seiner Umgebung auf, denn hier konnte er jagen, die Natur genießen und sich von seinen Schlachten erholen. Kaiser Heinrich I. besaß ein Familiengut, ein „Schloss“, in Memleben. Sein Sohn, Otto I., starb ebenfalls in Memleben, und zwar am 7. Mai
973. Otto I. wurde auch Otto der Große genannt, denn er hatte sich durch seine siegreichen Schlachten gegen die
Ungarn,
Dänen und andere Nationen viel Ruhm erworben. Er kam von einer Reise aus Italien zurück nach Memleben und starb dort. Sein Leichnam wurde in
Magdeburg beigesetzt, aber sein Herz soll in Memleben geblieben sein. Der Sage nach wurde es aus dem toten Körper entnommen und in Memleben beerdigt. Sein Sohn
Otto II. stiftete zu Ehren seines Vaters
975 ein
Benediktinerkloster in Memleben. Kurz darauf begannen die Bauarbeiten. Otto II. schenkte Memleben mehrere Ortschaften, die nicht nur an
Saale und Unstrut lagen, sondern auch im
Brandenburgischen zu finden waren. Die größte Bedeutung erlangte Memleben unter
Otto III. 994 verlieh er dem Kloster in Memleben das Markt- , Münz- und Zollrecht. (Otto III. starb 22 jährig in
Italien und wurde in
Aachen begraben). 1015 endete die Blütezeit Memlebens.
Heinrich II., der Nachfolger von Otto III., entrechtete das Kloster weitgehend und unterstellte es dem Kloster in Hersfeld. Der Grund dafür war ein zweifacher: Das Kloster war wirtschaftlich verkommen und die Mönche führten ein sittenloses Leben.
1548 wurde das Kloster dann nach zunehmendem Niedergang in Folge der Reformation endgültig aufgehoben.
1551 wurde es der
Landesschule Pforta geschenkt, die gerade neu gegründet worden war. Sie behielt es bis zum Ende des
Zweiten Weltkrieges.
1641 plünderten die
Franzosen Memleben, wobei 164 Menschen starben.
1722 zerstörte ein Blitz das Kirchendach der alten Klosterkirche. Jahre später wurde damit begonnen, die Kirche abzubrechen. Heute sind die Überreste dieser Kirche noch zu sehen und einen Besuch wert.
1936 feierte Memleben unter nationalsozialistischer Herrschaft seine tausendjährige Geschichte in Erinnerung an den 1000. Todestag von Heinrich I. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Memleben ein großes
Volkseigenes Gut (VEG) gegründet, das auch Eigentum an dem ehemaligen Kloster erhielt. Es wurde baulich viel verändert, Scheunen, Ställe, Wohnungen und Büroräume wurden ein- und angebaut. Während der Zeit der
DDR wurde im VEG Memleben auf den Feldern der Region intensiv Saatzucht (Getreide) betrieben, es gab riesige
Schweinemastanlagen und Kuhställe in Memleben. Die Bevölkerung wuchs in dieser Zeit auf über 1000 Einwohner an. Von 1970 bis zur
Wende veranstaltete Memleben alljahrlich zwei Wochen nach Pfingsten die weit über die Gebietsgrenzen bekannten
Kooperationsfestspiele.
1986 feierte Memleben seinen 1200. Geburtstag.
1991 bewarb sich Memleben mit ein wenig Medienrummel um den Sitz der
Bundeshauptstadt und begründete seine Bewerbung mit der außerordentlich bedeutsamen Geschichte des Ortes.
Weblinks
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