Melioration ist ein Begriff der
Bodenkunde und
Landschaftspflege, der innerhalb der deutschsprachigen Staaten eine unterschiedliche Verwendung findet.
Deutschland
In Deutschland sind darin
kulturtechnische Maßnahmen zur Werterhöhung des
Bodens, also
Solche Maßnahmen sind zum Beispiel die
Be- oder
Entwässerung, Drainierung,
Eindeichung von
Überschwemmungsgebieten und die Urbarmachung von
Ödland.
Teilweise zählt auch die Kultivierung von Mooren und Heide dazu, der Wildbachverbau, die Verbesserung von Bodengefüge und Nährstoffzustand (Lockerung verdichteter Bodenschichten, Anhebung des pH-Wertes, Entsteinung usw.), doch wird heute vermehrt beachtet, keine Feuchtgebiete mehr zu zerstören (s. Artensterben) und Interessenkollisionen von Landwirtschaft und Naturschutz zu vermeiden.
Die Bezeichnung Melioration wird gleichermaßen in Land- und Forstwirtschaft sowie der Bodenkunde verwendet. Sie leitet sich vom lateinischen meliorare (verbessern) ab, daher ist der umgangssprachliche Begriff Bodenverbesserung großteils gleichbedeutend.
Österreich
Im Gegensatz zur Bundesrepublik Deutschland versteht man in Österreich unter
Melioration vor allem Maßnahmen zur
Bodenordnung - also eine Änderung der
Grundstücksgrenzen, um bessere Zufahrten, Schonung der
Landschaft und ein besseres
Wegenetz zu erreichen. Das Ziel ist weniger eine höhere Fruchtbarkeit der Äcker als die Verbesserung ihrer Struktur.
Optimierung und Landschaftspflege
Diese Maßnahmen - welche die
Landwirte oft noch nach der früheren Bezeichnung
Kommassierung nennen - bestehen vor allem in der
Zusammenlegung von zu kleinen Grundstücken bzw. ihrer besseren Formgebung. Auch die Richtung der
Fahrwege oder
Böschungen wird optimiert, um ökonomische Bewirtschaftung und geringere Boden-
Erosion zu erreichen. Oft wird für eine komplette „Umlegung“ des
Parzellenbestandes ein Zeitpunkt gewählt, zu dem der
Kataster ohnehin neu zu
vermessen ist.
Die weitgehende Beschränkung auf Maßnahmen der Bodenordnung hängt mit der jetzigen Situation der Landwirtschaft zusammen: die weithin herrschende Überproduktion und der resultierende Preisverfall ist
- für Bauern im Hügelland und Gebirge schwieriger wettzumachen als im deutschen Flachland. Die Bodenqualität kann kaum mehr verbessert werden.
- die Gewinnung von mehr anbaufähigem Land, die nach dem Zweiten Weltkrieg nötig war, ist daher nicht mehr sinnvoll. Statt Neuland ("10.Bundesland") etwa durch Trockenlegungen, Melioration, vermehrte Düngung usw. geht es nun um bessere, dem Gelände und Umweltschutz angepasste Strukturen.
- betr. der Düngung sind eher Reduktion der Ausbringung und Kontrolle ihres Effektes angesagt.
Ziele der Agrarbehörden
In
Niederösterreich kooperiert die NÖ
Agrarbezirksbehörde bei Kommassierungs-Verfahren nicht nur wie früher mit den
Gemeinden. Neben der besseren
Bebaubarkeit der landwirtschaftlichen Flächen soll an bestimmten Flächen (z.B. an kleinen
Gewässern oder für früher brachliegende Böschungen eine
Rekommassierung möglich sein. So soll langfristig ein
Biotop-Verbundsystem entstehen.
Mit der Zusammenlegung erreicht man eine bessere Bearbeitbarkeit des früher durch die Erbteilung oft stark zerstückelten Grundbesitzes (man nennt die schmalen, im Laufe der Zeit durch Grundstücksteilung entstandenen Flächen auch Riemenfelder, Riemenparzellen oder Lissen). Dadurch ist es möglich, biologisch wichtige Landschaftselemente wie Hecken, Baumgruppen, Feuchträume usw. wieder in die Landwirtschaft einzubringen.
Wildbach- und Lawinenschutz
Diese für
alpines Gelände, Siedlungen und
Fremdenverkehr gleichermaßen wichtige Aufgabe untersteht in Österreich (und ähnlich auch in der
Schweiz) nicht den Agrarbehörden, sondern eigenen, regionalen
geotechnischen Abteilungen.
Arten der landwirtschaftlichen Melioration
Hydromelioration
zur Werterhöhung des
Bodens, also
Solche Maßnahmen sind zum Beispiel die
Be- oder
Entwässerung, die
Eindeichung von
Überschwemmungsgebieten und die Urbarmachung von
Ödland.
Bodenmelioration
Kulturlandgewinnung und -rekultivierung
- Ödlandkultivierung einschließlich Moor- und Heidekultivierung
- Rekultivierung von bergbaulich genutzten Gelände, Schottergruben oder Mülldeponien
- Landgewinnung an Küsten (Polder)
- Bodensanierung
Bodenerhaltung, Bodenschutz
Interessenkollisionen zwischen Landwirtschaft und Naturschutz sollten möglichst vermieden werden (Landwirtschaftsklausel, Naturschutzgesetz von Bund bzw. Ländern. Meliorationsprojekte sollten nur erfolgen, wenn ein gesamt-ökologisches Gutachten vorliegt. Die (kurzfristigen) Nutzen sind mit (langfristigen) volkswirtschaftlichen Kosten und ökologischen Schäden zu vergleichen (Umweltverträglichkeitsprüfung).
Weblinks
- http://www.geschichte.schleswig-holstein.de/vonabisz/melioration.htm
- http://www.lexhist.ch/externe/protect/textes/d/D7847.html
-
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