Eine Meinung (von indogermanisch moino Wechsel, Tausch) ist die in einem Mensch bestehende subjektive Ansicht bzw. Einstellung zu Zuständen, Ereignissen oder anderen Personen (rechtlich: Werturteil).Eine Meinung äußert sich schließlich in einer Aussage und ihre wesentliche Aufgabe ist die Bewertung oder Beurteilung! Eine Meinung sagt aus, wie "ich" etwas sehe. Eine Meinung entsteht auf der Basis eigener Erfahrungen und eigenen Wissens und ist eine Folge kognitiven Denkens, somit immer ein höchst individuell gebildeter Standpunkt. Wissen steht seit der griechischen Philosophie im Gegensatz zur Meinung, wobei aber auch oft das Wissen als eine Meinung betrachtet wurde.
Unabhängig vom Wahrheitsgehalt einer Aussage kann nicht als Meinung eine triviale Äußerung gelten, die der eigenen Bildung oder den Berichten Anderer entnommen wurde, wie bspw. "Die Erde ist rund." Hierbei handelt es sich um Aussagen, die erlernt und lediglich wieder gegeben werden. Ebenfalls nicht als Meinung gelten Aussagen, die bloße rezeptive oder perzeptive Fakten wiedergeben wie: "Die Sonne ist rot." Dieser Satz gibt eine einfache Empfindung wieder, die keiner reflexiven oder andersartigen intellektuellen Leistung bedarf.
Definitionen:
Sind zwei oder mehrere Personen unterschiedlicher Meinung spricht man von Meinungsverschiedenheit. Bei einer Konversation unterschiedlicher Gruppen, usw. spricht man von Meinungsaustausch. Die gesellschaftlich tendierende Meinung ist die Öffentliche Meinung. In einer pluralistischen Gesellschaft spricht man auch von Meinungsvielfalt. Unter Demoskopie versteht man die Meinungsforschung. Unter Meinungsbildung der Prozess der Entstehung einer Meinung.
Synonym mit „Meinung“ werden oft die Wörter: Standpunkt, Ansicht, Einstellung, Annahme, These, Behauptung, Überzeugung, Auffassung und Werturteil verwendet, obwohl aber auch hier eine Spezifizierung stattfinden sollte.
Ein Mensch ist jeden Tag unterschiedlichen Situationen und Eindrücken ausgesetzt. Er sieht, hört, liest, fühlt und/oder erfährt selber etwas Bekanntes oder Neues - und macht sich Gedanken zu bestimmten Situationen, z.B.:
In jedem Falle handelt es sich dabei um kognitive Leistungen.
Nun braucht es, je nach Interesse an der Situation, mal mehr oder mal weniger Zeit, um von Anderen Informationen über diese Situation zu sammeln, das Erfahrene abzuwägen und zu vergleichen, sich darüber wieder mit Anderen auszutauschen. Diese Zeit ist definiert als die Phase des Meinungsfindungsprozesses. Am Ende dieses Prozesses hat man sich ein Gedankenbild zusammengesetzt - sich eine eigene Meinung über die Situation gebildet.
Eine Meinung ist demnach ein psychisch erzeugter Standpunkt, der meist im Grade seiner Plausibilität stabil beibehalten wird. Ist der Standpunkt einer Person unsicher, wird sie einen neuen Prozess des Findens beginnen, neue Informationen sammeln und sich eine mehr oder weniger veränderte oder eine neue Meinung bilden.
Ein wichtiger Faktor der Meinungsbildung sind ausserdem die Massenmedien.
Meinung ist die Definition meiner eigenen Erfahrungen, meines (auch kollektiven) Wissens. Daneben steht die des Gegenüber. Gleichsam der Mengenlehre bedarf es der Erkenntnis, dass jedes Individuum seinen eigenen Teil behält und die Gemeinsamkeiten (Schnittmenge) zur wahren Kommunikation führen. Die Beeinflussung der Meinung eines anderen ist stets Manipulation und ist nicht akzeptabel; oftmals zeigt sie sich bei schwachen Menschen ohne starkes Selbstbewusstsein. Auf der eigenen Meinung zu beharren wird in unserer Gesellschaft häufig als mangelnde Kompromissbereitschaft aufgefasst.
Ein Meinungsbild ist ein Prospekt hinsichtlich der Meinungen verschiedener Personen zu einer streng eingegrenzten Fragestellung.
Gilt die Lehrmeinung in einem Fachgebiet als grundlegend und daher nicht änderbar, wird sie zum Dogma (siehe auch Axiom). Sie kann sich von der herrschenden Meinung unterscheiden, wovon die Wissenschaftsgeschichte zahlreiche Beispiele kennt. So nannte bereits Aristoteles drei Beweise für die Kugelgestalt der Erde, doch vertraten ab dem 6. Jahrhundert bekannte Wissenschafter wieder die These von einer flachen Erde.
Die "abweichende Meinung" kann einerseits auf den Ehrgeiz eines Wissenschafters zurückgehen, Interesse zu erregen oder für Schlagzeilen zu sorgen, doch ist sie (und ihr Disput) auch ein wichtiger Motor der wissenschaftlichen Weiterentwicklung.
In den Geisteswissenschaften kann ein Unterschied zwischen herrschender und Lehrmeinung unter Umständen länger bestehen, insbesondere wenn Weltanschauungen betroffen sind. In den Naturwissenschaften tritt dieser Fall seltener auf.
Wissenschaftstheorie | Meinung
Siehe auch: Diskussion, Streit, Argument, Toleranz, Lehrmeinung, Vorurteil, Dissident, Altklug
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Dies sind die vier bekanntesten Meinungsforen in Deutschland: