| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen_Meiningen.png | Lage Meiningen in Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Thüringen |
| Landkreis: | Schmalkalden-Meiningen |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 287 m ü. NN (Stadtkirche) |
| Fläche: | 41,38 km² |
| Einwohner: | 21.642 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 523 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: | 98617 (alt: 6100) |
| Vorwahl: | 03693 |
| Kfz-Kennzeichen: | SM (alt: MGN) |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 66 042 |
| Stadtgliederung: | 8 Stadtteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Schlossplatz 1 98617 Meiningen |
| Website: | www.meiningen.de |
| Bürgermeister: | Reinhard Kupietz (Wählervereinigung Pro Meiningen) |
Meiningen ist die Kreisstadt vom Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen mit etwa 21.500 Einwohnern. Die Mittelstadt an der Werra gilt als das Kultur-, Justiz- und Finanzzentrum Südthüringens. Wirtschaftlich ist die ehemalige Residenzstadt heute vom Kultur- und Städtetourismus, der High-Tech-Branche, vom Maschinen-/Metallbau und der Nahrungsmittelindustrie geprägt.
Um 700 christianisiert, wurde die Siedlung 982 erstmals urkundlich erwähnt. Kaiser Otto II. übergibt in jenem Jahr sein Königsgut Meiningen dem Stift Sankt Peter und Paul in Aschaffenburg.
1008 gab Heinrich II. dem Bistum Würzburg Meiningen als Lehen, dem die Stadt nun 534 Jahre lang angehörte. 1153 erlangte Meiningen die Gerichtsbarkeit, wurde 1230 erstmals als Stadt genannt und erhielt im Jahre 1344 die Rechte der Freien Reichsstadt Schweinfurt. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte lehnte sich Meiningen immer wieder gegen die drückende Herrschaft der Bischöfe auf, die daraufhin die Rechte der Stadt beschnitten. 1432 zerstörten die Meininger Bürger bei einem Aufstand die Würzburger Burg, an deren Stelle der Bischof Lorenz von Bibra von 1509 bis 1511 eine neue Burganlage errichten ließ.
Im Bauernkrieg von 1525 schloss sich die Stadt dem Bildhäuser Haufen an, der später bei Dreißigacker von fürstlichen Truppen geschlagen wurde. Daraufhin wurde die Stadt mit Sanktionen und Hinrichtungen von Bürgern bestraft.
Im Jahr 1542 kam die Stadt durch Tausch mit dem Amt Mainberg an die benachbarten Grafen von Henneberg, nach deren Aussterben 1583 an das wettinische Herzogtum Sachsen.
Im 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts erlangte Meiningen durch die Barchent- und Leinenweberei und Stoffhandel eine große wirtschaftliche Blüte, die die Einwohnerzahl bis auf 5.000 Bürger ansteigen ließ. Diese Blütezeit wurde abrupt durch den Dreißigjährigen Krieg beendet, in dessen Folge die Stadt mehrmals geplündert wurde und die Einwohnerschaft sich durch die Kriegswirren halbierte. Baulich relativ unversehrt überstand Meiningen den Krieg nur durch die Zahlung von 3.000 Talern an den kroatischen Feldherrn Isolani, der die zahlungsunfähigen Nachbarorte in Flammen aufgehen ließ. Zuletzt hatte Meiningen ihrer in Jahrhunderten entstandenen starken Stadtbefestigung zu verdanken, dass sie 1640 den Angriffen schwedischer Truppen widerstand.
1660 kommt Meiningen zum Herzogtum Sachsen-Altenburg und wechselte bereits 1672 zum Herzogtum Sachsen-Gotha.
1680: Nach mehreren Erbteilungen wurde unter Herzog Bernhard I. das Herzogtum Sachsen-Meiningen gebildet, das sich bis zu seiner Auflösung 1918 mehrmals vergrößerte. Meiningen wurde Haupt- und Residenzstadt. Seit der Regierung der Enkel Bernhards bemühten sich die Herzöge, aufgeklärt und liberal sowohl in religiöser als auch in politischer Hinsicht, um das Wohl ihres Landes und legten Wert auf Volksnähe. 1776 wurde das erste Lehrerseminar Thüringens in Meiningen gegründet. Am Ende des 18. Jahrhunderts ließ Georg I. Teile der Stadtbefestigung niederreißen und den Englischen Garten anlegen.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt durch die Gründungen der Mitteldeutschen Kreditbank, der Deutschen Hypothekenbank und durch Niederlassungen anderer Banken zu einem der bedeutendsten Finanzstandorte Deutschlands. Bereits 1858 erhielt Meiningen mit der Eröffnung der Werrabahn Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz. Durch den Bau von Kasernen wurde Meiningen Garnisonsstadt.
Nach dem Krieg Preußen gegen Österreich im Jahre 1866 musste Herzog Bernhard II. Erich Freund, der auf der Seite der Österreicher stand, abdanken, um das Herzogtum vor einer Übernahme durch die siegreichen Preußen zu retten. Durch seinen Nachfolger Herzog Georg II., der als Theaterherzog mit einer weltweit bedeutenden Theaterreform in die Kulturgeschichte einging, erhielt Meiningen eine besondere kulturelle Bedeutung.
Bei einem verheerenden Stadtbrand im Jahre 1874 wurden ca. ein Drittel der Stadt zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte mit der Unterstützung von Spenden vieler deutscher Städte im klassizistischem Stil, der Meiningen ein neues, bis heute stadtbildprägendes Gründerzeitviertel bescherte. Meiningen_um_1900.jpg Nach Abdankung des Herzogs Bernhard III. infolge der Novemberrevolution war Meiningen von 1918 bis 1920 Hauptstadt des Freistaates Sachsen-Meiningen und 1920 eines von sieben Gründungsmitgliedern von Thüringen.
Im 2. Weltkrieg wurde die Stadt wiederholt von Bombenangriffen heimgesucht, der schwerste am 23. Februar 1945 forderte 208 Tote und zerstörte über 200 Häuser (darunter auch das Rathaus und das Landgericht). Am 5. April 1945 eroberten die Amerikaner die Stadt, die dann im Juli desselben Jahres von russischen Truppen übernommen wurde.
Von 1952 bis 1990 gehörte Meiningen als Kreisstadt zum Bezirk Suhl. 1988 begann die Städtepartnerschaft mit Neu-Ulm.
Seit 1990 gehört Meiningen wieder zu Thüringen. Mit dem Abzug der russischen Truppen im Jahre 1991 ging die Ära als Garnisonsstadt zu Ende. Mit der Schaffung des 80 ha großen Gewerbegebiets Dreißigacker wurde die Grundlage für die weitere wirtschaftliche Entwicklung gelegt. In den 1990er Jahren erkämpfte sich die Stadt wieder ihren alten Status als überregional bedeutende Kunst- und Kulturstadt, den sie während der DDR-Zeit verlor. Seit 1992 gibt es partnerschaftliche Verbindungen zu Obertshausen. Im Jahr 1994 wurde Meiningen Kreisstadt des neugebildeten Großkreises Schmalkalden-Meiningen. 1995 wurde das neue Klinikum und 2000 das Justizzentrum eingeweiht. Mit dem Bau der A71 erhielt die Stadt im Jahr 2003 Anschluss an das deutsche Autobahnnetz. 2006 beginnt eine Städtepartnerschaft mit der neuen französischen Stadt Bussy-Saint-Georges.
| 1545 bis 1933 |
Entsprechendes galt unter diesem Herzog für die Meininger Hofkapelle, deren Arbeit der berühmte Dirigent Hans von Bülow prägte und deren Hofkapellmeister kurzfristig der junge Richard Strauss sowie in der Zeit von 1911–1914 schließlich Max Reger war. Der Erste Weltkrieg und der Tod des kunstsinnigen Herzogs 1914 beendeten diese Blütezeit. Noch heute aber gibt es das Max-Reger-Archiv mit seinem künstlerischen Nachlass im Schloss Elisabethenburg zu sehen.
Das Meininger Theater wird heute als Staatstheater geführt und bietet Oper- und Schauspielaufführungen sowie Puppentheater und Konzerte.
Ort in Thüringen | Meiningen | Ehemalige deutsche Landeshauptstadt | Ehemaliger Residenzort in Thüringen
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