Meiderich ist ein Dreier-Stadtteil des Stadtbezirks Meiderich-Beeck in Duisburg. Ende 2004 lebten in Meiderich 47 757 Einwohner.
Der heutige Stadtteil geht zurück auf einen bäuerlichen zerstreuten Siedlungsraum. Mit der Gründung einer Kirche im 13. Jahrhundert wird die Gegend zu einem Kirchspiel. Bereits damals wurde es in die heutigen Stadtteile Ober-, Mittel- und Untermeiderich unterteilt. Zu Meiderich gehören auch die Siedlungen Ratingsee und Hagenshof.
Der Ortsname geht zurück auf Medriki, was soviel wie „feuchte Gegend“ bedeutet. Erstmalig erwähnt wird die Gegend am Beginn des 10. Jahrhunderts im Güterverzeichnis der Abtei Werden. Der dörfliche Charakter des Kirchspiels blieb bis zur Industrialisierung erhalten.
1808 unter französischer Herrschaft wurde Meiderich mit Ruhrort vereinigt. Selbständige Gemeinde wurde der Ort erst wieder im Jahre 1874. In jener Zeit entstand das Meidericher Rathaus. Es wurde in einer Bombennacht 1943 zerstört. 1894 erhält das größte Dorf in Preußen Stadtrechte.
Am 20. Juli 1905 unterzeichnen Kaiser Wilhelm und Fürst von Bülow die Vereinigungsverträge zwischen der Stadtgemeinde Duisburg und den Stadtgemeinden Ruhrort und Meiderich: Die Stadtgemeinden Ruhrort und Meiderich werden vom 1. Oktober 1905 ab, unter Abtrennung von dem Kreise Ruhrort, der Stadtgemeinde und dem Stadtkreise Duisburg nach Maßgabe der...Verträge vom 1. und 4. Mai 1905 einverleibt. Meiderich hat damals bereits etwa 41.000 Einwohner.
Die Gründe für die Vereinigung der drei Städte waren wirtschaftlicher Natur: die preußische Regierung wollte an der Erweiterung der Duisburger Häfen beteiligt werden und auf Meidericher Gebiet neue Hafenanlagen errichten.
In der Zeit von 1942 bis 1945 gab es in Meiderich-Ratingsee ein Konzentrationslager, ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald.
In Meiderich wurde einer der berühmtesten deutschen Bildhauer der Moderne geboren: Wilhelm Lehmbruck. Er wurde 1881 als Sohn eines Bergmanns im heutigen Obermeiderich geboren.
1902 gründete sich in Meiderich der Meidericher Spielverein, der 1967 auf Drängen der Stadt Duisburg in MSV Duisburg umbenannt wurde.
Der Stadtteil ist über die Straßenbahnlinie 903 und der Stadtbahnline U79 mit Dinslaken, Duisburg und Düsseldorf verbunden. Außerdem gibt es die Regionalbahnline 36 nach Ruhrort und Oberhausen, die bereits 1848 von der Köln-Mindener Eisenbahn eröffnet wurde.
Kunst-Bahnhof in Meiderich
Die Stadt Duisburg verfolgt bei der Weiterentwicklung ihres öffentlichen Verkehrsnetzes in der Sparte der S- und U-Bahnen seit 1986 ein bemerkenswertes Konzept: Das Erscheinungsbild aller Stationen der neuen U-Bahnstrecken wurden von namhaften Künstlern gestaltet. Zu den bereits existierenden U-Bahnhöfen von Gerhard Richter und Isa Genzken wurde im September 2000 eine neue Station von Eberhard Bosslet eingeweiht.
Zwei dominante, geometrische Bildflächen aus Farbe und Glas von jeweils 85 m Länge sind die prägenden Elemente des U-Bahnhofs. Ihre breit flächigen Linien und Bündelungen sind Abstraktionen von Begriffen wie verteilen, sammeln und kanalisieren. Die Struktur dieser Bildwände berücksichtigt den Bahnhof als Handlungsraum der kommenden, wartenden und gehenden Passagiere und unterstützt unterschwellig durch die Farbgebung und die geometrische Ordnung das Verhalten und Orientieren der Benutzer im Raum. Im Eingangsbereich, der Verteilerhalle des U-Bahnhofs befinden sich an den Stirnflächen über den Treppen wo gewöhnlich leuchtende Werbeflächen ihren Platz haben ein Großfoto aus der Phase der Bauaktivitäten und ein "Verkehrswegeplan". Die Grafik "Verkehrswegeplan" dient jedoch nicht der Orientierung, sondern ist wie die schon beschriebenen Elemente ein eigenwirkliches Bild: Ortsbezeichnungen, Stadtteil- und Straßennamen sind darauf nicht zu finden.
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