Mehr Demokratie e.V. ist eine deutschlandweite Organisation, die sich für direkte Demokratie auf allen Ebenen des Bundesstaates einsetzt. Der Verein ist unabhängig von Parteien und anderen Organisationen der Zivilgesellschaft.
Organisation
Mitglieder, Landesverbände, Landesbüros
- (Stand der Informationen: März 2006)
Derzeit verfügt Mehr Demokratie e.V. über rund 4'400 Mitglieder und Förderer. Der Verein hat in den meisten Bundesländern einen
Landesverband. In sechs Städten (
Bremen,
Berlin,
Hamburg,
Köln,
München und
Stuttgart) bestehen Landesbüros. Das Berliner Büro fungiert zugleich als Hauptstadtbüro.
Finanzierung
Mehr Demokratie e.V. finanziert sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Es können sowohl
natürliche als auch
juristische Personen
Mitglied sein.
Rechtsform
Die Rechtsform von Mehr Demokratie e.V. ist der Verein, der als gemeinnützig anerkannt ist.
Geschichte
Mehr Demokratie e.V. wurde 1988 gegründet und hieß zunächst "IDEE". Vorläufer hat die Organisation im "Achberger Kreis" (der parallel weiterhin besteht) sowie der von Joseph Beuys 1971 gegründeten Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung.
Bayern
Politisches Gewicht erhielt der in "Mehr Demokratie" umbenannte Verein in den Jahren
1992 bis
1995 in
Bayern mit dem erfolgreichen
Volksbegehren für
direkte Demokratie in den
Gemeinden, das in einem erfolgreichen
Volksentscheid angenommen wurde. Ebenfalls auf diese Weise durchgesetzte Erleichterungen der
Volksgesetzgebung auf
Landesebene wurden durch das bayerische
Verfassungsgericht weitgehend wieder außer Kraft gesetzt.
Da dieses Gerichtsurteil von den Verfechtern der direkten Demokratie als politisches Urteil angesehen wurde, wollte Mehr Demokratie durch Volksentscheid den Wahlmodus der Verfassungsrichter ändern, die überwiegend vom Landtag mit einfacher Mehrheit gewählt werden und wiedergewählt werden können. Das hierzu erforderliche Volksbegehren scheiterte jedoch.
Hamburg
Einen großen Erfolg konnte Mehr Demokratie
1998 in Hamburg verzeichnen, als es auf dem Wege der Volksgesetzgebung Volksentscheide in den
Stadtbezirken durchsetzte. Obwohl ein zweiter von Mehr Demokratie initiierter Volksentscheid zur Erleichterung der Hürden für die direkte Demokratie auf Landesebene an selbgen Hürden scheiterte, griff die Regierungskoalition im Jahre
2001 einige wesentliche Anliegen dieses zweiten Volksbegehrens auf und setzte sie um.
Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Berlin
Ähnlich wie bei der Hamburger Landesebene gelang es Mehr Demokratie e.V. bereits
1989 in
Schleswig-Holstein,
2000 und
2002 in
Nordrhein-Westfalen sowie
2005 in
Berlin in Zusammenarbeit mit der jeweiligen
Landesregierung die Bedingungen für die landesweite und kommunale
direkte Demokratie zu verbessern.
Baden-Württemberg, Thüringen
In
Baden-Württemberg und
Thüringen versuchte Mehr Demokratie e.V. ebenfalls, erleichterte Bedingungen für die landesweite und kommunale direkte Demokratie zu schaffen. In beiden scheiterte die Organisation jedoch daran, daß die Landesregierung das Volksbegehren für unzulässig hielt.
Brandenburg
In
Brandenburg gelang es 2001, die erforderlichen Unterschriften für die Einleitung zweier Volksbegehren zur Senkung der Hürden auf Landes- und
Kommunalebene zu sammeln. Mehr Demokratie entschied sich jedoch, aufgrund der geringen Größe seines Brandenburger Landesverbandes und mehrerer
Verfassungsgerichtsurteile zu Ungunsten der direkten Demokratie auf eine Durchführung des Volksbegehrens zu verzichten.
Bund
Bestrebungen, auch auf
Bundesebene direkte Demokratie einzuführen, waren bisher nicht von Erfolg gekrönt, obwohl Mehr Demokratie e.V. seit
1996 eine Kampagne „Mehr Demokratie in Deutschland: Bundesweiter Volksentscheid!“ fuhr. Es konnte allerdings erreicht werden, daß sich
2002 im
Bundestag die Mehrheit der Abgeordneten für die Einführung direkter Demokratie stimmte. Die für eine hierzu notwendige
Verfassungsänderung erforderliche
Zweidrittelmehrheit wurde jedoch verfehlt. Mehr Demokratie e.V. wirbt jedoch weiterhin für Volksgesetzgebung auf Bundesebene.
EU
Während des
Europäischen Konvents hat sich Mehr Demokratie e.V. im Rahmen der
European Refendum Campaign zusammen mit anderen Organisationen aus den Mitgliedstaaten der
EU für die Einführung direkter Demokratie in die
Europäische Verfassung eingesetzt
(European Citizens' Initiative) [http://www.democracy-international.org/story.html.
Obwohl die Verfassung durch den Volksentscheid in Frankreich und die politische Wirkung der Volksbefragung in den Niederlanden gescheitert ist, setzt Mehr Demokratie e.V. seine Arbeit auf europäischer Ebene fort und hat hierzu den internationalen Dachverband democracy international mit ins Leben gerufen.
Sie arbeitete auch an der „Kampagne für ein Europäisches Referendum“ (European Referendum Campaign) über die EU-Verfassung mit. Wie auch gegenwärtig (2006) am Aufruf „Für einen neuen EU-Verfassungskonvent!“ (Call for a new, democratic Convention on the future of Europe) *," target="_blank" >[http://www.democracy-international.org/new-convention.html.
Zitat
- „Never doubt that a small group of engaged people can change the world – indeed it is the only way the world has ever changed.“
- –Margaret Mead
Nahestehende Organisationen
Externe Links
- Euopäische Union:
Demokratie | Direkte Demokratie