| Mehlschwalbe | ||||||||||
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| Mehlschwalbe.jpg | ||||||||||
| : | Sperlingsvögel (Passeriformes) |
| : | Singvögel (Passeri) |
| : | Schwalben (Hirundinidae) |
| : | Delichon |
| : | Mehlschwalbe |
Die Mehlschwalbe ist ein Vogel von knapp 13 cm Länge mit einem Gewicht von 16 bis 25 g. Kopf, Rücken, Flügel und Schwanz sind blauschwarz. Unterseite und Bürzel kontrastieren dazu mehlweiß. Der Schwanz ist weniger stark gegabelt als derjenige der Rauchschwalbe, und ihr Körper ist ein wenig gedrungener. Die kurzen Beine und die Füße sind weiß befiedert. Der Ruf ist "tsrr" oder bei Alarm schrill "sier", der Gesang ist ein leises, schwatzendes Zwitschern oder Leiern, nicht so abwechslungsreich wie das der Rauchschwalbe.
Die Nahrung besteht aus kleinen Fluginsekten, die in fliegender Jagd im offenen Gelände erbeutet werden. Dabei orientieren sich die Tiere an dem lokalen und wetterbedingten Beuteangebot. Wenn sie mit Rauchschwalben zusammenjagen, dann im Luftraum über ihnen.
Die Art lebt in der besiedelten Kulturlandschaft, im offenen Gelände bis hinein in die Städte. Sie ist ein Brutvogel in ganz Europa bis hinauf zu einer Höhe von 2000 m. Außerdem gibt es Vorkommen in Asien bis Nordwestsibirien, in Japan und in Nordwestafrika. In diesen Gebieten bleiben die Zugvögel von April bis September. Die europäischen Mehlschwalben überwintern in Afrika südlich der Sahara bis zur Kapprovinz.
Ihr Nest bauen die Vögel unter Dachtraufen, Dachrändern, Toreinfahrten, selten auch an Felsen, Betonbrücken oder ähnlichem außerhalb menschlicher Siedlungen. Es besteht aus Lehmklümpchen, die mit Speichel zusammengekittet werden, innen gepolstert mit Halmen und Federn und anderem, das eine geschlossene, halbkugelige Form mit oberem Einflugloch hat. Dieser Bau wird auch gerne von anderen Vogelarten als Nistplatz genutzt, z. B. vom Haussperling. Es werden bis zu zweimal jährlich drei bis fünf reinweiße Eier gelegt, die beide Eltern 12 bis 15 Tage ausbrüten. Danach füttern sie die Nestlinge noch 25 bis 26 Tage.
Als Gebäudebrüter fallen Mehlschwalben - ebenso wie Rauchschwalben, Mauersegler ([http://www.lbv-muenchen.de) und Haussperlinge - in die Kategorie der besonders schützenswerten Arten, deren Nester nach gesetzlicher Regelung nicht zerstört werden dürfen. Dieser Schutzstatus, der außerdem für Fledermäuse gilt, trägt den geschilderten Gefährdungsursachen Rechnung. Allerdings lassen sich relativ leicht Abhilfen für Tier und Mensch schaffen: Beispielsweise verhindert ein waagrechtes Brett, 50 Zentimeter unter dem Nest angebracht, dass der Kot der Jungvögel auf die Fassade fällt. Dem Mangel an Nistmaterial kann der vogelfreundliche Hausbesitzer durch das Ausbringen von im Handel erhältlichen Kunstnestern vorbeugen (Fa. Schwegler) oder durch das Anlegen einer kleinen Lehmpfütze, die mit Teichfolie abgedichtet wird.
Da Mehlschwalben gegenüber Störungen in der Nähe ihrer Nester relativ (!) unempfindlich sind, lässt sich auch bei einem Sanierungsvorhaben leicht Rücksicht auf die Bedürfnisse der Vögel nehmen, indem man die Dacharbeiten an der von den Schwalben benutzten Seite außerhalb der Brutzeit (Anfang Mai bis Mitte September) zu legen versucht. Es genügt, wenn bís zur Ankunft der Vögel die oberste Gerüstlage entfernt wird und der Anflug zu ihren Nestern wieder frei ist.
Die Mehlschwalbe war Vogel des Jahres 1974.
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