Wheatflour_rw.jpg Der Begriff Mehl im engeren Sinne bezeichnet das durch das Mahlen von Getreidekörnern entstehende Pulver. Mehl wird aus den Getreidesorten Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Hirse, Mais und Reis gewonnen. Allein backfähig sind jedoch nur die Mehle aus Weizen und Roggen (Brotgetreide). Im weiteren Sinne werden als Mehl auch andere pulverförmige Produkte eines Mahlvorgangs, z.B. Fischmehl, bezeichnet.
Getreide kann unterschiedlich fein gemahlen werden. Je nach Produktführung fallen außer dem Mehl unterschiedliche Mengen an Schrot, Grieß und Dunst an (Kuppelproduktion). Mehle und Schrote können auch durchgemahlen werden, d. h. es wird kein Mehl vorher herausgezogen. Dann entstehen Vollkornmehle und -schrote. Auch der Nährstoffgehalt des Mehls hängt von dem Mahlgrad ab.
Die typische Partikelgröße von Mehl liegt unter 180 µm.
Man spricht im Zusammenhang des Ausmahlungsgrades auch von Auszugsmehl und ordnet die Helligkeit des Mehles, z. B. bei Weizen, Dinkel oder Roggen, standardisiert nach DIN 10355, einer so genannten Type zu.
Zur Typisierung von Mahlerzeugnissen gilt in Deutschland seit 1992 die DIN-Norm 10355. Die Mehltype gibt den Mineralstoffgehalt in mg je 100 g Trockenmasse an.
| Mehltype | Backeigenschaften | Mindestmineralstoffgehalt (% i. Tr.) | Höchstmineralstoffgehalt (% i. Tr.) |
|---|---|---|---|
| Weizenmehl | |||
| Type 405 | bevorzugtes Haushaltsmehl, gute Backeigenschaften | – | 0,50 |
| Type 550 | backstark für feinporige Teige und als Vielzweckmehl verwendbar | 0,51 | 0,63 |
| Type 812 | für helle Mischbrote | 0,64 | 0,90 |
| Type 1050 | für Mischbrote oder herzhafte Backwaren im Haushalt | 0,91 | 1,20 |
| Type 1600 | für dunkle Mischbrote | 1,21 | 1,80 |
| Weizenbackschrot 1700 | ohne Keimling | – | 2,10 |
| Roggenmehl | |||
| Type 815 | nur seltene Verwendung, meist in Süddeutschland, für helle Roggenbrote | – | 0,90 |
| Type 997 | für Mischbrote, regional unterschiedlich verbreitet | 0,91 | 1,10 |
| Type 1150 | für Mischbrote, regional unterschiedlich verbreitet | 1,11 | 1,30 |
| Type 1370 | typisches „Bäckermehl“ für herzhafte Roggen- und Roggenmischbrote | 1,31 | 1,60 |
| Type 1740 | typisches „Bäckermehl“ für herzhafte Roggen- und Roggenmischbrote | 1,61 | 1,80 |
| Roggenbackschrot 1800 | ohne Keimling | – | 2,20 |
| Dinkelmehl | |||
| Type 630 | – | 0,70 | |
| Type 812 | 0,71 | 0,90 | |
| Type 1050 | 0,91 | 1,20 | |
Vollkornmahlerzeugnisse enthalten die gesamten Bestandteile der gereinigten Körner einschließlich des Keimlings und sind daher nicht typisiert. Backschrot unterscheidet sich von Vollkornschrot dadurch, dass es keinen Keimling mehr enthält.
Da Getreide als Naturprodukt in Abhängigkeit von Klima und Witterung großen Schwankungen in Qualität und Zusammensetzung unterliegt, werden die daraus gewonnenen Mehle oftmals gemischt, so dass sie neben der Helligkeit (Type) auch bestimmten mechanischen und enzymatischen Spezifikationen entsprechen. Diese sind entscheidend für die Backfähigkeit des Mehles.
Oftmals wird Weizenmehlen Ascorbinsäure (Vitamin C, auch E 300) zugesetzt. Dies hat technologische Gründe: Ascorbinsäure festigt die Kleberstruktur und sorgt damit für bessere Backergebnisse.
Bei Fertigpackungen, die an den Endverbraucher abgegeben werden, muss die Mehlbehandlung in der Zutatenliste deklariert werden.
Beispiel (hier Weizenmehl):
Liste der Zutaten:
Ascorbinsäure ist aber auch ein natürliches Konservierungsmittel. Es wirkt als Antioxidans, bindet den Sauerstoff im Mehl. Es wirkt dem schnellen Zerfall der im Mehl enthaltenen Fettsäuren entgegen, die aus dem Keimling stammen. Während des Backprozesses wird die Ascorbinsäure vollständig zerstört, da sie nicht hitzebeständig ist. Ohne Ascorbinsäure ist Mehl nur sehr begrenzt lagerfähig.
Chemische Konservierung oder das Bleichen von Mehlen, bzw. Einfärben ist nach deutschem Lebensmittelrecht nicht erlaubt.
Mehl wird als Basis von Teigen zur Herstellung von Backwaren oder Teigwaren verwendet. Bei äußerst dunklen Gebäcken wird dem Teig u. a. oftmals geröstetes Malz zugesetzt. Die teilweise schwarz-braune Farbe des Gebäcks kann hierbei nicht von der weit weniger dunklen Ursprungsfarbe des Mehles herrühren.
Die Mehlmenge in einem Teig dient Bäckern als rechnerische Basis zur Bestimmung der anderen Zutaten. Man spricht von „Ausbeuten“, wobei die Mehlmenge immer als Bezugsgröße von 100 % herangezogen wird. Je nach zugegebener Wassermenge ist die Teigausbeute bei verschiedenen Backwaren unterschiedlich.
Mehl ist auch der Ausgangsstoff für die Mehlsuppe, ein traditionelles Fasnachtsgericht insbesondere in der Schweiz. Dabei wird das Mehl zusammen mit Fett in der Pfanne angeröstet damit es die typische braune Farbe bekommt.
ময়দা | Mel | Flour | Faruno | Harina | Farine | קמח | Liszt | Farina | 小麦粉 | Miltai | Meel | Mjøl | Mel | Mąka | Farinha | Moka | Брашно | Mjöl | Farene | 麵粉