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Ein Sprachrohr (früher auch als Sprachröhre bezeichnet) ist ein Gerät, das die die Ausbreitung von Schall lenkt und damit die Verständlichkeit vor allem gesprochener Sprache auch in weiterer Entfernung des Hörers vom Sprecher verbessert.

Grundsätzlich sind zwei Bauformen zu unterscheiden: das offene und das geschlossene Sprachrohr.

Offenes Sprachrohr (Megafon)


Das offene Sprachrohr, heutzutage meist als Megafon oder Megaphon (umgangssprachlich auch als Flüstertüte) bezeichnet, ist eine trichterförmige Hülle, die meist aus Blech besteht. Der Sprecher nimmt dabei die kleinere der beiden Öffnungen vor den Mund, während er die größere den Hörern zuwendet.

Erfunden wurde das offene Sprachrohr als „Sprechtrompete“ 1670 von dem Engländer Samuel Morland, welcher die ersten aus Glas, Eisen und Kupfer verfertigte. Morland verwendete dabei einen kegelförmigen Trichter. Ihm war aber offensichtlich bewusst, dass diese Form die Schallausbreitung noch nicht optimal lenkt, da er andere Wissenschaftler dazu aufforderte, bessere Formen zu entwickeln. Dies gelang auch eher zufällig Cassegrain im Jahre 1672, der dem Trichter (zunächst aus ästhetischen Gründen) eine hyperbolische Form gab, und dabei feststellte, dass dies die Wirkweise erheblich verbesserte. Hassenfratz, J.H.: Bemerkungen über die wahre Ursache der Schallverstärkung durch Sprachröhre, in: Annalen der Physik, Jahrgang 1805 PDF

Eine Theorie des Sprachrohrs stellte erstmals Johann Heinrich Lambert im 18. Jahrhundert auf. Dadurch wurde nachgewiesen, dass die hyperbolische Form optimal ist, weswegen sie bei modernen Megafonen fast nur noch verwendet wird. Diese verfügen zudem in der Regel über einen elektrischen Sprachverstärker bestehend aus einem Mikrofon, einem Verstärker und einem Lautsprecher, hinter den das eigentliche Sprachrohr gesetzt wird.

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Geschlossenes Sprachrohr


Beim geschlossenen Sprachrohr (auch Kommunikationsrohr) ist das Rohr nicht trichterförmig, sondern über die gesamte Länge gleich weit. Im Gegensatz zum offenen Sprachrohr muss das Rohr bis kurz vor das Gehör des Hörers reichen, weswegen geschlossene Sprachrohre normalerweise ungleich länger sind. Meist dienen sie dazu, zwei entfernt liegende Räume direkt miteinander zu verbinden und so die Übermittelung von gesprochenen Worten zu ermöglichen. Durch ein 950 m langes Rohr hört man noch leise Geräusche. Diese Sprachrohre werden auf Schiffen benutzt, um technisch einfache und auch im Notfall sichere Sprechverbindungen zwischen den wichtigsten Punkten (z. B. Brücke und Maschinenraum) zu gewährleisten. Für diesen Zweck gibt es heute allerdings auch Telefone, die ohne externe Stromversorgung arbeiten.

Je größer das Sprachrohr ist, desto lauter und weiter vernehmbar ist das hineingesprochene Wort. Auf Schiffen bedient man sich meist solcher von 1,25-2 m Länge bei einer Stärke von 5 cm an dem obern und von 15-25 cm an dem untern Ende. Eine starke Mannsstimme soll sich durch ein Sprachrohr von 5,5-7,5 m Länge auf 5,5 km vernehmlich machen lassen, mit einem 1,5 m langen aber kann man auf eine Entfernung von höchstens 1,5-2 km verstanden werden.

Metaphorische Bedeutung


Im übertragenen Sinne ist ein Sprachrohr ein Organ, wie z. B. eine Zeitung, welches die Meinungen und Wünsche einer Person oder Gruppe nach außen hin vertritt. Der Ausdruck wird mitunter auch kritisch für Personen verwendet, die die Meinung eines anderen unkritisch und unreflektiert wiedergeben („jmds. Sprachrohr sein“).

Weiterführende Informationen


Quellen

Weblinks

Tontechnik

Megaphone | Megáfono | Megafoon | Мегафон | Megafon

 

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