Der Mefo-Wechsel war ein 1934 von Hjalmar Schacht entworfenes Finanzierungsinstrument zur Vorfinanzierung von Reichsausgaben (Rüstungsausgaben) und damit zur Verschleierung von künftigen Staatsschulden, die das Reichsbankgesetz nur begrenzt zuließ, siehe unten. Aus Geheimhaltungsgründen wurden die Mefo-Wechsel als Sonderwechsel bezeichnet. Erst lange nach dem Ausgabestopp wurden sie als Mefo-Wechsel bekannt.
Bezogener von Mefo-Wechseln war die Metallurgische Forschungsgesellschaft m. b. H., für deren Schulden das Reich die selbstschuldnerische Bürgschaft übernahm. Das Stammkapital für die Metallurgische Forschungsgesellschaft zeichneten im Mai 1933 vier große namhafte deutsche Unternehmen, nämlich Siemens, Gutehoffnungshütte, Krupp und Rheinmetall in Höhe von einer Million Reichsmark. Die Mefo GmbH war von Anfang an als Scheinfirma konzipiert worden; sie hatte keine weitere Funktion bzw. Geschäftszweck.
Alle Unternehmen, die im Auftrage des Staates Aufgaben ausführten, stellten nun die Mefo-Wechsel aus. Die Reichsbank erklärte sich bereit, diese Wechsel jederzeit entgegenzunehmen und in Bargeld umzutauschen. Die Laufzeit der Wechsel betrug anfangs sechs Monate und wurde immer wieder verlängert, so dass die Wechsel letztendlich fünf Jahre im Umlauf waren. Das Problem war jedoch, dass mit der Ausgabe der Mefo-Wechsel eine galoppierende Bargeldvermehrung einsetzen musste, wenn alle Lieferanten die Wechsel bei der Reichsbank einlösen würden. Schacht jedoch baute vor und stattete die Wechsel mit einem Jahreszins von 4 % aus. Es geschah, was er beabsichtigte. Die Wechsel wurden unter den Lieferanten als beliebtes Zahlungsmittel verwandt, welches obendrein auch noch einen Zinsertrag brachte.
Die Mefo-Wechsel waren nichts anderes als ein Darlehen der Reichsbank an das Reich. Dieser Weg der Finanzierung wurde so beschritten, da das Reichsbankgesetz größere Darlehenssummen, die über 400 Millionen RM hinausgingen, nicht zuließ.
Insgesamt wurden von 1934 bis zum 31. März 1938 Mefo-Wechsel in Höhe von zwölf Mrd. Reichsmark ausgegeben. Sie finanzierten ca. 45 % der bis dahin aufgelaufenen Rüstungsausgaben (bis Ende 1939 waren es ca. 20 %). Von diesen zwölf Milliarden RM wurden jedoch acht Milliarden vom Markt aufgenommen. Sie wurden also nicht bei der Reichsbank eingelöst. Schachts Absicht, eine merkbare Inflation zu verhindern, ging somit auf.
Ab April 1938 wurden die Mefo-Wechsel durch kurzfristige Reichs-Schatzanweisungen ersetzt. Die zur Einlösung kommenden Mefo-Wechsel konnten wiederum in andere kurzfristige Wechsel eingetauscht werden. In der Zeit vom 31. März 1938 bis 31. März 1939 explodierte die Ausgabe dieser kurzfristigen Schatzanweisungen. So wurden in nur einem Jahr 4,2 Milliarden RM davon ausgegeben.
Schacht selbst war es, der die Ausgabe neuer Mefo-Wechsel untersagte und sich somit bei Hitler unbeliebt machte und kurze Zeit später als Reichsbankpräsident abgesetzt wurde.
Ausgegebene Mefo-Wechsel seit 1934 (nach Schacht):
90 % der Mefo-Wechsel waren im Besitz der Geschäftsbanken. Nur 10 % waren noch in der gewerblichen Wirtschaft. Im einzelnen waren noch im Umlauf:
Der Hauptgrund, warum die Banken sehr am Besitz der Mefo-Wechsel interessiert waren, liegt an den gesetzlichen Bestimmungen des bilanziellen Ausweises der Sonderwechsel. Sie durften unter dem Bilanzposten "Handelswechsel" gebucht werden. Somit konnten die Mefo-Wechsel auch vor ausländischen Aktionären "versteckt" werden. Die Geheimhaltung blieb somit gewahrt.
Mit dem Ausgabestopp für Mefo-Wechsel begann die Ausgabe der so genannten Sola-Wechsel der Golddiskontbank ab 1937 bis 1945. Sie hatten praktisch die gleiche Funktion und Ausstattung wie die Mefo-Wechsel.
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