Mefloquin ist ein synthetisch hergestellter Wirkstoff zur Malariaprophylaxe und –behandlung, der u.a. unter den Markennamen Lariam, Mephaquin und Mefliam vertrieben wird. Das Medikament ist eine gemeinsame Entwicklung des Walter-Reed-Instituts der US-Armee und des Pharmakonzerns Hoffmann-La Roche. Es unterliegt der ärztlichen Verschreibungspflicht.
Die Wirkung liegt wie bei Chinin und Chloroquin auf die erythrozytären Stadien der Malariaparasiten. Mefloquin wirkt gegen Malaria tropica und Malaria tertiana mit Chloroquinresistenz. In einigen Gebieten Thailands, Myanmars und Kambodschas zeigen sich Resistenzen von Plasmodium falciparum. Bei Malaria Plasmodium vivax wird eine Weiterbehandlung mit einem anderen Medikament empfohlen. Es wird generell dazu geraten, Mefloquin nicht zur Behandlung einzusetzen, wenn es bereits als Prophylaxe eingenommen wurde.
In den USA werden Patienten seit 2003 mittels eines sogenannten Medikamentenführers ("medication guide") über mögliche Neben- und Wechselwirkungen sowie Kontraindikationen des Mefloquins informiert. Darin wird auch auf Selbstmordfälle nach der Einnahme des Medikaments hingewiesen, wenngleich die Broschüre betont, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen Suizid und der Einnahme von Mefloquin bislang nicht einwandfrei bewiesen werden konnte. Ausdrücklich betont die Broschüre die Notwendigkeit, beim Auftauchen neuropsychiatrischer Symptome einen Arzt aufzusuchen, um in Absprache mit diesem das Medikament möglicherweise abzusetzen und auf einen anderen Wirkstoff umzusteigen (siehe u.a. auch: Doxycyclin, Atovaquon-Proguanil). Der Medikamentenführer enthält außerdem einen ausschneidbaren Zettel, der erneut die wichtigsten Warnhinweise zusammenfasst. Dieser soll während der gesamten Einnahmezeit im Portemonnaie mitgeführt werden.
Im Januar 2005 forderte die demokratische Senatorin Dianne Feinstein den US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld schriftlich dazu auf, einen möglichen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Mefloquin und Hirnstammschäden unter US-Soldaten aufzuklären. Im Februar 2006 veröffentlichte Ergebnisse von Tierversuchen an jungen Ratten erhärten den Verdacht eines kausalen Zusammenhangs (siehe Links).
Die Nachrichtenagenturen United Press International und Associated Press berichteten in den Jahren 2002-05 darüber hinaus von einer Anhäufung suizidaler, paranoider und aggressiver Symptome unter australischen und US-Soldaten nach der Einnahme von Mefloquin.
Selbsthilfegruppen kritisieren seit vielen Jahre unzureichende ärztliche Informationen über Nebenwirkungen vor der Verschreibung von Mefloquin. Die Einführung eines Medikamentenführers nach US-Vorbild (siehe oben) böte demnach womöglich auch in Europa einen Ausweg aus der gegenwärtigen Situation. Angesichts der besseren Verträglichkeit anderer, in ihrer Wirkung gleichwertiger Malariamedikamente bezweifeln Kritiker darüber hinaus, dass Mefloquin weiterhin eins der Mittel erster Wahl zur Notfallbehandlung und Vorbeugung der Erkrankung sein sollte. In diesem Zusammenhang könne die österreichische Vorgehensweise, die im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz deutlich kritischer gegenüber Mefloquin ist, als mögliches Vorbild angeführt werden.
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