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Meersburg ist eine badische Stadt im baden-württembergischen Bodenseekreis. Sie liegt zwischen Friedrichshafen und Überlingen am nördlichen Bodenseeufer, genauer: am Übergang vom Obersee zum Überlinger See.
Geschichte
Der Name der Stadt ist von der gleichnamigen
Burg Meersburg, die als geschlossener, wuchtiger Baublock die Unterstadt beherrscht, abgeleitet. Laut einer Legende, und der Beschriftung wurde sie einst von Merti gebaut. Der Name hat sich dann über Jahrhunderte abgeschliffen, bis sie schließlich Meersburg hieß. Der landläufige Glaube, dass der Name von Meer und Burg abgeleitet ist, ist also falsch. Sie wird als „älteste, vollständig erhaltene und bewohnte
Burg Deutschlands“ bezeichnet. Der vielfach in das
8. Jahrhundert datierte sogenannte Dagobertsturm (benannt nach dem
Frankenkönig Dagobert I.) stammt jedoch vielmehr aus dem
11./
12. Jahrhundert.
Oben am Hang steht das Neue Schloss aus der Barockzeit. Bis zur Säkularisation waren die Burg Meersburg und das Neue Schloss Besitz der Bischöfe von Konstanz.
Stadtrecht erhielt die Gemeinde im Jahr 1299. Meersburg gehörte zum Fürstbistum Konstanz, dessen Residenzstadt es 1551 nach der Reformation auch wurde, da die Stadt Konstanz zum evangelischen Glauben übertrat. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam
Meersburg, wie das gesamte Fürstbistum an das Land Baden.
Religionen
Meersburg war seit
1551 nicht nur Verwaltungssitz des (weltlichen) Fürstbistums Konstanz, sondern bis zur Teilung in die Diözesen
Freiburg und
Rottenburg 1827 auch des geistlichen
Bistums. War Meersburg also auch nach der Reformation zunächst streng
katholisch, so finden sich heute auch andere Konfessionen am Ort. Neben einer
römisch-katholischen Gemeinde gibt es auch eine
evangelische und eine
neuapostolische Gemeinde, sowie die
Zeugen Jehovas.
Wappen
Wappenbeschreibung: In Gold über blauem Wellenschildfuß eine rote Burg mit Zinnenturm, beiderseitigem Pultdach und offenem Tor.
Das Wappen ist ein sogenantes sprechendes Wappen, das die Namensbestandteile „Meer“ und „Burg“ darstellt.
Politik
Meersburg hat sich mit den Gemeinden
Daisendorf,
Hagnau,
Stetten und
Uhldingen-Mühlhofen zu einem
Gemeindeverwaltungsverband zusammengeschlossen und ist Sitz dieses Verbandes.
Bürgermeister
Im 2. Wahlgang der Bürgermeisterwahl am
28. November 2004 wurde Sabine Becker mit absoluter Mehrheit (56%) zur neuen Bürgermeisterin gewählt, wobei eine einfache Mehrheit gereicht hätte. Sie ist die erste Bürgermeisterin im Bodenseekreis und seit dem 1. Februar 2005 im Amt.
Gemeinderat
Nach der
Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 ergab sich folgende Sitzverteilung:
| CDU | 38,1 % | -2,9 | 8 Sitze | -1
|
| UMBO | 17,5 % | -1,2 | 3 Sitze | ±0
|
| FWV | 15,4 % | -3,4 | 3 Sitze | ±0
|
| SPD | 12,3 % | -2,7 | 2 Sitze | -1
|
| Umweltgr. | 6,7 % | +6,7 | 1 Sitz | +1
|
| Die Grünen | 6,6 % | +0,1 | 1 Sitz | ±0
|
| Andere | 3,3 % | +3,3 | 0 Sitze | ±0
|
Paten- und Partnerschaften
Außerdem hat Meersburg die Patenschaft für den Versorger "Meersburg" (Schiffs-Nr. A 1418) der
Bundesmarine und den
Lufthansajet "Meersburg" (Nr. D-ACHB) übernommen.
Wirtschaft und Infrastruktur
Meersburg hat Bedeutung als
Weinbau- und
Tourismusort. Der sonnige Hang ist durch seine Ausrichtung nach Süden und durch das milde Bodenseeklima geradezu zum Weinbau prädestiniert. Im letzten Jahr war Meersburg der Veranstaltungsort des Ride to the Lake
Urban Freeride Events.
Verkehr
Die Stadt liegt an den
Bundesstraßen
B 31 (
Freiburg im Breisgau -
Lindau) und
B 33 (
Willstätt -
Ravensburg).
Zwischen Meersburg und Konstanz am gegenüberliegenden Bodenseeufer besteht eine wichtige Autofährverbindung.
Die Stadt ist mit einigen Buslinien u.a. mit Friedrichshafen und Überlingen verbunden und gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an.
Behörden
Meersburg ist Sitz des Dekanats Linzgau des
Erzbistums Freiburg.
Bildungseinrichtungen
Meersburg verfügt über zwei Schulen: Neben der Sommertalschule, einer
Grund- und
Hauptschule, gibt es mit dem
Droste-Hülshoff-Gymnasium /DHG-Meersburg ein staatliches Aufbau
gymnasium mit angeschlossenem Internat für Schüler aus der näheren und weiteren Umgebung. Schulleiterin ist Annette Brunke-Kullik.
Freizeit- und Sportanlagen
In Meersburg gibt es unter anderem ein Freibad und eine Therme. Im Sommertal gibt es eine Sporthalle. Im Außenbereich findet sich noch ein Hart-/Kiesplatz und ein Fußballrasen. Dem MTC (Meersburger Tennisclub) gehören noch 4 Tennisplätze. Dazu gibt es noch einen kleinen Skatepark am Töbeleparkplatz.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Meersburg liegt am Schnittpunkt der West- und der Südroute der
Oberschwäbischen Barockstraße. Außerdem ist es südlicher Endpunkt der
Schwäbischen Dichterstraße, die in
Bad Mergentheim beginnt, und der südlichsten der neun Routen der
Deutschen Fachwerkstraße mit Start in
Mosbach.
Musik
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Mit der Knabenmusik und der Stadtkapelle verfügt Meersburg über zwei Orchester.
Literatur
Die Stadt Meersburg vergibt in unregelmäßigen Abständen den
Droste-Preis an Schriftstellerinnen zum Gedenken an
Annette von Droste-Hülshoff.
Museen
- Zeppelinmuseum
- Droste-Hülshoff-Museum
- Dornier-Museum
Bauwerke
Die
Burg Meersburg (Altes Schloss) mit Dagobertsturm (langjähriger Wohnort der Droste, siehe insbesondere deren Gedicht „Am Turme“).
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
weitere Persönlichkeiten in Verbindung mit Meersburg
- Franz Anton Mesmer (* 23. Mai 1734 in Iznang, † 5. März 1815 in Meersburg). Nachdem seine zunächst europaweites Aufsehen erregende Lehre vom tierischen Magnetismus auf immer stärkere Ablehnung stieß, zog er sich Anfang des 19. Jahrhunderts aus Paris nach Meersburg zurück, wo er 1815 starb. Der Mesmerismus gilt heute als Vorläufer der Hypnose.
- Im Fürstenhäusle am Stadtrand inmitten der Weinberge lebte in den 1840er Jahren die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Ihren Lebensabend verbrachte sie in der Meersburg, die damals ihrem Schwager Joseph von Laßberg gehörte. Auf dem alten Friedhof befindet sich die Grabstätte der Droste. Annette von Droste-Hülshoff war auf dem 20-DM-Schein abgebildet.
- Fritz Mauthner, deutscher Schriftsteller und Philosoph, Ehrenbürger Meersburgs
- Ralf Zacherl kochte einst bei Stefan Marquard im Gasthaus Drei Stuben
- Ingo Lenßen, TV-Anwalt
- Christian Pampel, Volleyball-Nationalspieler
Weblinks
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