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Der Mediterrane Sklavenhandel wurde bis ins 19. Jahrhundert, in Einzelfällen darüber hinaus, von Muslimen betrieben, die Europäer auf dem Mittelmeer verschleppten, hauptsächlich zur Gewinnung weiblicher Sklavinnen als Mittel, den Frauenbedarf in polygamen Gesellschaften zu befriedigen. Auch Türken aus Zentralasien und Kaukasier wurden über das Mittelmeer gehandelt.

Außerdem wurden Personen, die nicht anders zu verwenden waren, gegen Lösegeld freigelassen, was nicht weniger einträglich war, so z.B. der bekannte spanische Schriftsteller Miguel de Cervantes.

Die ägyptischen Mamluken seit dem 13. Jahrhundert waren sämtlich durch diese Form von Sklavenhandel "gewonnene" Sklaven.

Der Historiker Robert C. Davis berechnet die Zahl der versklavten Europäer in nordafrikanischen Ländern zwischen 1580 und 1680 auf rund 850.000 Menschen.

Eine Sonderform dieses Menschenhandels war im osmanischen Reich die so genannte "Knabenlese" (devşirme, türkisch sammeln), bei der jeder fünfte christliche Knabe im Alter von 8 bis 15 Jahren abgegeben werden musste und dann - nach einer Zwangskonvertierung zum Islam und Sklavenarbeit in muslimischen Familien - zu Elitetruppen des Sultans, den "Janitscharen" rekrutiert wurden. Die Devşirme bildeten mit der Zeit eine eigene politische Gruppe, die im Lauf des 15. Jahrhunderts zu einer ernsthaften Konkurrenz für den traditionellen osmanischen Adel in der politischen Entscheidungsfindung wurde. Die jährlichen Feldzüge der Osmanen dienten nicht zuletzt auch dem Zweck, nicht zuviele von ihnen in der Hauptstadt zu haben, um (trotzdem nicht seltenen) Revolten vorzubeugen.

Siehe auch: Sklavenhandel

Literatur


  • Robert C. Davis: Christian Slaves, Muslim Masters. White Slavery in the Mediterranean, the Barbary Coast, and Italy, 1500-1800. Palgrave MacMillan, New York 2004.

Weblinks


  • http://www.tuerkenbeute.de/kun/kun_kri/Knabenlese_de.php

Sklaverei

 

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