Der Begriff der Medienkunst bezeichnet künstlerisches Arbeiten, das sich der Medien bedient, die hauptsaechlich im 20/21. Jahrhundert entstanden sind, wie beispielsweise Film, Videos, Holographien, Internet, Mobiltelefonie etc. Im Englischen wird der Begriff media art dagegen teilweise synonym zu new media art verwendet. Medien sind hierbei jeweils Träger bzw. Vermittler der Kunst.
Medienkunstwerke sind oft prozessbasierte künstlerische Arbeiten, die entweder den Rezipienten zur Erstellung des Werkes einbeziehen, indem z. B. der Betrachter aktiver gestalterischer Teil der Arbeit wird, oder der Künstler bereits vollzogene Prozesse transparent macht.
Diese Prozesse können sozialer, technischer oder ästhetischer Natur sein. In diesem Ansatz zeigt sich eine Nähe zur Konzeptkunst. Falls der Prozess im Vordergrund steht, wird zur Bezeichnung der speziellen Kunstform oft die Beschreibung des Prozesses selbst benutzt, wie beispielsweise bei generative Kunst, interaktive Kunst, performative Kunst.
In der Medienkunst treten Künstler oft auch als Programmierer und Entwickler von Programmen auf. Viele Medienkünstler sind Autodidakten - beispielsweise auf bildnerischem oder auf technischem/mathematischen Gebiet. Eine medienkünstlerische Ausbildung, die sich explizit auf digital arbeitende Medien ausrichtet, gibt es erst seit wenigen Jahren. Bereits seit den 1970er Jahren gibt es Studiengänge z.B. der Visuellen Kommunikation.
Eine enge Verbindung der Medienkunst besteht auch zum Kommunikationsdesign.
Die Medienkunst ist in ihrem Ursprung mit der Entwicklung fotografischer Techniken verbunden ( ein Beispiel aus dem 19. Jahrhundert: das Zoetrop). Die ersten zur Medienkunst gerechneten Künstler haben zumeist in der Sparte des Experimentalfilmes gearbeitet, wie Karl Richter, Norman McLaren, Evelyn Lambart, Oskar Fischinger, Alexander Alexeieff, Claire Parker, Len Lye oder Mary Ellen Bute. Nam June Paik, ursprünglich zum Fluxus zählend, ist der bekannteste Künstler, der mit den Medien Video und Fernsehen gearbeitet hat. Aus dem Bereich der Konzeptkunst können Lawrence Weiner, Jeffrey Shaw oder Peter Weibel zu den Medienkünstlern gerechnet werden.
Ebenfalls 1979 stellt der Kölnische Kunstverein einen Videoinstallation von Marcel Odenbach aus. Videoinstallationen spielen bei der Durchsetzung der Medienkunst als eine den traditionellen Medien gleichwertige Sparte eine wichtige Rolle. Ab den späten 1980er Jahren beherrschen schließlich Videoarbeiten auf internationalen Ausstellungen wie z.B. der Documenta (Marie-Jo Lafontaine z.B. ist schon auf der Documenta 8 vertreten) oder der Biennale in Venedig das Bild und drängen vorübergehend Kunstformen wie die Malerei in den Hintergrund. 1989 organisiert Wulf Herzogenrath im Kölnischen Kunstverein eine Ausstellung Video Skulptur retrospektiv und aktuell 1963 - 1989. Weitere wichtige Künstler sind die US-Amerikaner Bruce Nauman und Bill Viola.
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