Medellín ist die Hauptstadt der Provinz Antioquia in Kolumbien. Sie hat rund 2 Millionen Einwohner in der eigentlichen Stadt und 3.2 Millionen in der Agglomeration (Stand jeweils 1. Januar 2005).
Geografie
Geografische Lage
Das Stadtgebiet von Medellín umfasst heute acht umliegende Ortschaften. Medellín liegt mitten im
Valle de Aburrá, einem Tal des mittleren Bergzugs der
Anden im nordwestlichen Kolumbien, auf einer Höhe von 1.538 Meter über
NN. Sie wird daher auch
Capital de la Montaña, Hauptstadt der Berge, genannt.
Die Stadt ist berühmt für ihre Gartenanlagen, ihre Blumen und die Vielfalt der Orchideen, die dort heimisch sind. Deswegen hat sie auch den Beinamen Capital de las Flores (Hauptstadt der Blumen).
Dem Stadtviertel Sierra wurde 2005 der Dokumentationsfilm La Sierra (dt. alt. La Sierra - zum Killer geboren) gewidmet. Er handelt von den jugendlichen Kämpfern der Bande Bloque Metro die im internen bewaffneten Konflikt ihr Stadtviertel zu verteidigen versuchen.
Klima
Ihre Einwohner geben ihr stolz Namen wie
Bella Villa oder
Capital de la Eterna Primavera, Hauptstadt des ewigen Frühlings, da die Temperaturen selten über 30 Grad klettern oder unter 16 Grad fallen. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 24 Grad.
Geschichte
Sie wurde
1616 von
Francisco Herrera Campuzano gegründet. Die Bedeutung von Medellín fand ihren Ursprung in der ständig wachsenden Nachfrage und Produktion von
Kaffee. Die
Industrialisierung des Gebietes begann am Ende des
19. Jahrhunderts.
Die Stadt entwickelte sich aber erst in den 1930er Jahren zu einem wichtigen Industriezentrum. Seit den 1980er Jahren leidet das öffentliche Leben der Stadt unter der Drogenmafia des Medellín-Kartells, das eine führende Rolle im weltweiten Handel mit Kokain einnahm.
Mit dem Namen der Stadt verbindet sich auch die II. Generalversammlung des Lateinamerikanischen Episkopats vom 24. August‒6. September 1968, auf der die katholische Kirche des Subkontinents eine historische Wende vollzog und sich zur Option für die Armen bekannte.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Sehenswert sind das Orquideorama, eine Sammlung von
Orchideen im botanischen Garten und die riesige
Kathedrale aus der spanischen Kolonialzeit.
Bevölkerung
Die Bevölkerung Medellíns setzt sich zum großen Teil aus den Nachfahren
baskischer Einwanderer zusammen. Sie zeichnen sich durch ganz spezifische Charaktereigenschaften, eine eigene Küche und sogar durch ihren spezifischen Dialekt aus. Dieser Menschenschlag ist außer in Antioquía in den Departamenden
Caldas,
Risaralda und
Quindío - der so genannten Kaffeeachse - zu Hause.
Sport
In Medellín findet seit
1995 jedes Jahr ein
Halbmarathon statt. Mit
Independiente Medellín und
Atlético Nacional hat Medellín zwei Fußballteams die in der kolumbianischen ersten Division (Bundesliga) spielen.
Wirtschaft und Infrastruktur
In der Stadt befinden sich Betriebe der
Textilindustrie, der Konfektion, der
Nahrungsmittel- und
Tabakindustrie, der Herstellung von Landwirtschaftsmaschinen, der metallurgischen und chemischen Industrie, der
Zementherstellung und der Möbelindustrie und anderen Industriezweigen an.
Medellin-Center.jpg
Damit steht Medellín inzwischen an zweiter Stelle der nationalen Industrieproduktion und an erster Stelle in Südamerika in Bezug auf die Textilherstellung. Inzwischen hat sich neben der Industrie aber auch ein sehr breiter tertiärer Sektor entwickelt.
Verkehr
Medellín verfügt als einzige Stadt in Kolumbien mit einer
1995 eingeweihten
Hochbahn über ein effizientes Massenverkehrsmittel, das die Stadt mit ihrer Umgebung verbindet. Die „
Metro“ hat zwei Linien mit insgesamt 42 km Schienennetz und gilt als eine der saubersten in Lateinamerika. Pro Jahr transportiert sie rund 100 Millionen Passagiere.
Bildung
Die Universität Antioquia (eröffnet
1822), die Universität Medellín (eröffnet
1950), die Pontifical University Bolivariana (eröffnet
1936), die Universität EAFIT (eröffnet
1960) und die Autonome Universität Lateinamerika (eröffnet
1966) sind in der Stadt beheimatet.
Söhne und Töchter der Stadt
- Juan Pablo Ángel, kolumbianischer Fußballnationalspieler
- Mauricio Ardila, kolumbianischer Radsportler
- Fernando Botero, kolumbianischer Maler und Künstler
- Darío Castrillón Hoyos, emeritierter Erzbischof von Bucaramanga und Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche
- Iván Ramiro Córdoba, kolumbianischer Fußballspieler
- Andrés Escobar, kolumbianischer Fußballspieler der Nationalmannschaft
- René Higuita, kolumbianischer Fußballspieler
- John Jairo Tréllez, kolumbianischer Fußballspieler
- Álvaro Uribe Vélez, Präsident der Republik Kolumbien
- Juanes, kolumbianischer Sänger, Songschreiber und Gitarrist
- Pablo Escobar, kolumbianischer Kokainboss und Multimilliardär
- Sociedad FB7, kolumbianische Hip Hop Gruppe
Weblinks
Folgende Weblinks sind, wenn nicht anders gekennzeichnet, auf
spanisch:
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