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Landesflagge_Mecklenburg.pngKarte-Mecklenburg.png | Mecklescudo.jpg Mecklenburg //, ein jahrhundertealtes reichsunmittelbares Territorium im Nordosten von Deutschland mit eigener Geschichte und unverwechselbarer Kultur, ist heute der westliche und größere Teil des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Bevölkerung und Fläche


15.721 km²; 910.826 Einwohner (Mai 1939)

Der Name


Im Althochdeutschen bedeutete michil "groß", im 11. Jh. war das Wort Michilinburg ("große Burg") gebräuchlich (s.a. Geschichte). Im Mittelalter wurde daraus dann mittelniederdeutsch Mekelenborch, später Meklenburg. Das "c" vor dem "k" war ein heute nicht mehr gebräuchliches Dehnungszeichen, wie es auch in Lübeck (im MA: "Lübeke") und Bleckede vorkommt. Die korrekte Aussprache von Mecklenburg wäre damit "Meeklenborch".

Geographie


Topographie

Mecklenburg grenzt im Westen an Schleswig-Holstein und Niedersachsen, im Süden an Brandenburg und im Osten an Vorpommern. Natürliche Grenzen bilden im Norden die Mecklenburger Bucht der Ostsee, im Westen die Lübecker Bucht und zum Teil Trave mit Dassower See, Wakenitz, Ratzeburger See und Schaalsee, im Südwesten die Elbe und im Osten die drei Flüsse Recknitz, Trebel und Peene.

Landschaft

Mecklenburg gehört zur Norddeutschen Tiefebene und hat Anteil an der Ostseeküste. Vorgelagert ist die Insel Poel und die Halbinsel Fischland, deren Fortsetzungen Darß und Zingst zu Vorpommern gehören. Entsprechend seiner großräumlichen Zugehörigkeit besteht Mecklenburg zu weiten Teilen aus Flachland. Dieses Flachland gestaltet sich aber durch viele Moränenzüge und die Mecklenburgische Seenplatte, die mit der Müritz den größten vollständig in Deutschland liegenden Binnensee besitzt, sehr abwechslungsreich. Wichtige Flüsse in Mecklenburg sind die Warnow, die Recknitz, die Tollense und die Elde, bei Boizenburg und bei Dömitz grenzt Mecklenburg an die Elbe.

Bevölkerung und Wirtschaft

Die größten Städte Mecklenburgs sind Rostock, Schwerin, Neubrandenburg und Wismar. Mecklenburg ist dünn besiedelt und hat mit der Ostseeküste, der Mecklenburgischen Seenplatte und der Mecklenburgischen Schweiz attraktive Urlaubsziele. Mecklenburg ist hauptsächlich von Landwirtschaft und Tourismus geprägt. Die Industrie ist dementsprechend weniger entwickelt und basiert hauptsächlich auf dem Schiffbau in Rostock und Wismar. Es bestehen gut ausgebaute Verkehrsverbindungen zu den Nachbarn im Ostseeraum: Dazu zählen Fährverbindungen nach Dänemark, Schweden, Finnland, Litauen und Russland.

Geschichte


Ur- und Frühgeschichte

Der Name Mecklenburg ("Mikelenburg") taucht erstmals in einer Urkunde des Jahres 995 auf. Er bezeichnete damals die slawische Burg Mecklenburg im heutigen Dorf Mecklenburg bei Wismar und bedeutet soviel wie "Große Burg". Von der um 600 angelegten Burg existiert heute nur noch ein Erdwall. Der Name übertrug sich in der Folgezeit auf ein hier beheimatetes Geschlecht slawischer Fürsten (Könige), dann auf das von ihnen beherrschte Gebiet.

Mittelalter

Im frühen Mittelalter war Mecklenburg slawisch besiedelt, so durch die Obotriten, auch Reregi genannt, in und um Magnopolis (zwischen Wismar und Schwerin). Westlich davon, um Razispurg (Ratzeburg), das heute zu Lauenburg gehört, siedelten die Polaben. Über die frühmittelalterliche Besiedlung und Geschichte sowie die Christianisierung gibt Adam von Bremen Auskunft. Insbesondere die Obotriten Ratzeburgs leisteten dem neuen Glauben Widerstand und brannten einen Kirchneubau nach dem anderen nieder, so dass Ratzeburg erst zur Zeit Heinrichs des Löwen erfolgreich christianisiert war. Das Herrschaftsgebiet der slawischen Fürsten (Könige) zu Mecklenburg geriet ab 1160 in deutschrechtliche Lehnsabhängigkeit (zunächst unter den Sachsen) und wurde 1348 als Herzogtum reichsunmittelbares Territorium.

Im hohen Mittelalter lag Mecklenburg im Einflussbereich der Hanse. Hinzu kam die Verwicklung in die skandinavische Politik besonders unter Herzog Albrecht II., dessen Sohn, Albrecht III. König von Schweden wurde.

Frühe Neuzeit

Bereits am Ende des 15. Jahrhunderts standen die äußeren Grenzen Mecklenburgs weitgehend fest, jedoch gelangen den mecklenburgischen Landesherren bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts weitere Gebietsgewinne. Zuletzt bestand der mecklenburgische Staat aus sieben Hauptteilen: dem Herzogtum Mecklenburg, den Fürstentümern Wenden, Schwerin und Ratzeburg, der Grafschaft Schwerin sowie den Herrschaften Rostock und Stargard.

In den ersten Jahrhunderten deutschrechtlicher Existenz war Mecklenburg mehrfach in unterschiedliche Teilherrschaften gespalten. Die moderne Landesgeschichtsschreibung unterscheidet drei Hauptlandesteilungen (1229-1235, 1621, 1701), die teilweise namensgleiche Landesteile mit verschiedenartigen Gebietsanteilen hervorbrachten. Zwischen 1628 und 1630 wurden die Obotriten-Herzöge im Dreißigjährigen Krieg durch den Kaiser abgesetzt und durch dessen Feldherrn Wallenstein als Herzog ersetzt, durch den schwedischen König Gustav Adolf jedoch 1630 restituiert. Erst 1701 konnte sich das mecklenburgische Fürstenhaus auf das Erbfolgeprinzip der Primogenitur einigen. Zugleich wurde Mecklenburg durch den so genannten Hamburger Vergleich vom 8. März 1701 in zwei beschränkt autonome (Teil-) Herzogtümer geteilt, ab 1815 (Teil-) Großherzogtümer - Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz -, die einen gemeinsamen Staat bildeten, seit 1755 dieselbe Verfassung hatten und einem gemeinsamen Landtag unterstanden. Diese landständische Verfassung in Mecklenburg galt bis 1918 und übertrug den Großgrundbesitzern entscheidende Herrschaftsrechte. Jeder der beiden Landesteile, deren Regenten sich Nichteinmischung in Angelegenheiten des jeweils anderen Landesteils garantiert hatten, unterhielt eigene Regierungsbehörden. Gemeinsam blieben das Oberappelationsgericht (in Parchim, später in Rostock) und die Landesklöster. Auch Zölle wurde zwischen den Landesteilen nicht erhoben. 1815 wurden beide Landesteile durch den Wiener Kongreß zu Großherzogtümern - Mecklenburg-Schwerin am 14. Juni 1815, Mecklenburg-Strelitz nach Einflußnahme Preußens am 28. Juni 1815.

Vom Wiener Kongress bis zum Ende der Monarchie

Reichskanzler Otto von Bismarck wird die Bemerkung zugeschrieben, daß er, wenn die Welt unterginge, nach Mecklenburg gehen werde, da dort alles 100 Jahre später geschehe. Hintergrund dieser Bemerkung war die Tatsache, daß Mecklenburg im Deutschen Reich das einzige Territorium ohne moderne Verfassung blieb, also keine "konstitutionelle Monarchie" war, sondern eine ständische. In den Jahren um 1848 wurde durch Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin der Versuch zur Einführung einer Verfassung unternommen, der allerdings am Widerstand der Ritterschaft und des Mecklenburg-Strelitzer Großherzogs spätestens 1850 vor Gericht gescheitert war. Die Verfassungsfrage kam immer wieder auf. Nach dem Regierungswechsel in Mecklenburg-Strelitz 1904 kamen sich die Landesteile wieder näher, letzte Versuche wurden 1917 und 1918 unternommen, allerdings erfolglos.

Beide Landesteile, die eigene Landesbehörden besaßen, blieben bis 1918 Bestandteile eines gemeinsamen mecklenburgischen Staatswesens. Äußeres Zeichen dafür war, daß die jeweiligen Regenten beider Landesteile den gleichen Titel führten und ihre Wappen sich nur geringfügig unterschieden. Beide Landesteile waren im Bundesrat stimmberechtigt, Schwerin mit 2 Stimmen, Strelitz mit einer Stimme. Kurz vor dem Ende der Monarchie ernannte sich nach dem Freitod Adolf Friedrich VI. von Mecklenburg-Strelitz der Schweriner Großherzog Friedrich Franz IV. zum Verweser des Strelitzer Landesteils. In seinen letzten Schriften, bat der zum Selbstmord entschlossene Strelitzer den Schweriner Großherzog, einer Fortschriebung der Landesteilung unter dessen beiden Söhnen zuzustimmen und seinen jüngeren Sohn Christian Ludwig (sein Patenkind) zum Strelitzer Großherzog zu machen. Er vermutete, daß sein nächster Verwandter, Herzog Carl Michael, auf den Thron verzichten würde, nachdem dieser schon 1914 vorzeitig diesen Schritt erwogen hatte. An der Landesteilung aber wollte er unbedingt festhalten. Bis zur Abdankung Friedrich Franz IV. als Großherzog von Mecklenburg-Schwerin und als Verweser von Mecklenburg-Strelitz konnte die Thronfolge nicht mehr geklärt werden.

Mecklenburg in Weimarer Republik, Drittes Reich, DDR und Bundesrepublik

Großes Wappen MV.png und Mecklenburg-Strelitz, den Greif für Pommern sowie den Adler für Brandenburg]] Erst nach dem Sturz der Monarchie 1918 erlangten beide Landesteile ab 1918/19 als Freistaaten kurzzeitig politische Selbständigkeit. Sie unterhielten getrennte Landtage, gaben sich eigene Verfassungen hielten aber am gemeinsamen Oberappelationsgericht fest. 1926 versuchte die Regierung von Mecklenburg-Strelitz gerichtlich eine Einigung mit Mecklenburg-Schwerin zu erzwingen, was aber mißlang. Erst 1934 unter nationalsozialistischem Druck unter Reichsstatthalter Friedrich Hildebrandt zum Land Mecklenburg vereinigt.

1937 verlor Mecklenburg durch das Groß-Hamburg-Gesetz die Exklaven von Mecklenburg-Strelitz in Schleswig-Holstein wie den Domhof in Ratzeburg und die Gemeinden Hammer, Mannhagen, Panten, Horst, Waldsfelde, die in den Kreis Herzogtum Lauenburg integriert wurden. Als Ausgleich erhielt Mecklenburg die bis dahin zu Lübeck gehörenden Gemeinden Utecht und Schattin (heute Ortsteil von Lüdersdorf (Mecklenburg).

Eine weitere Gebietsbereinigung erfolgte 1945 durch Veränderung der Zonengrenze zwischen Großbritannien und der Sowjetunion im sogenannten Barber-Ljaschtschenko-Abkommen vom 13. November 1945. Dabei wurden die Nachbargemeinden Ratzeburgs Ziethen, Mechow, Bäk und Römnitz am 26. November 1945 dem Kreis Herzogtum Lauenburg zugeschlagen. Sie gehörten bis dahin zum mecklenburgischen Kreis Schönberg (bis 1934 Teil von Mecklenburg-Strelitz) und kamen im Austausch gegen die lauenburgischen Gemeinden Dechow, Thurow (heute Ortsteil der Gemeinde Roggendorf) und Lassahn zur britischen Zone. Diese Gebietsveränderung wurde auch nach der Deutsche Wiedervereinigung 1990 beibehalten.

Das Land Mecklenburg wurde 1945 mit den bei Deutschland bleibenden Resten der preußischen Provinz Pommern und dem ehemals zur preußischen Provinz Hannover gehörenden Amt Neuhaus an der Elbe zum Land Mecklenburg-Vorpommern vereinigt, dessen amtliche Bezeichnung auf sowjetischen Befehl 1947 in "Mecklenburg" geändert wurde. 1952 wurde dieses Land wie alle übrigen Länder der DDR aufgelöst und in Bezirke eingeteilt: aus der Küstenregion wurde der Bezirk Rostock gebildet, der Westen Mecklenburgs wurde zum Bezirk Schwerin, der Osten zum Bezirk Neubrandenburg. Die letzteren Bezirke bezogen auch Territorien der vorherigen Länder Brandenburg und Sachsen-Anhalt mit ein.

Im Jahr 1990, gegen Ende der DDR, wurde das Land Mecklenburg-Vorpommern neu begründet und bildet seit dem 3. Oktober 1990 ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. Die Grenzen von 1952 wurden näherungsweise wiederhergestellt, folgten aber im Wesentlichen den in der DDR-Zeit entstandenen Kreisgrenzen. Das Amt Neuhaus wechselte aus historischen Gründen zum Land Niedersachsen. Als Hauptstadt setzte sich nach einer hitzigen Debatte Schwerin gegen Rostock durch.

Bildung


siehe Artikel über Mecklenburg-Vorpommern

Tourismus


Heute ist der Tourismus ein bedeutender Wirtschaftszweig, der in den letzten Jahren hohe Zuwachsraten erzielen konnte. Zentren des Tourismus an der Ostseeküste sind vor allem Warnemünde und Bad Doberan (in dessen Nähe sich Heiligendamm, wo zu Beginn des 19. Jahrhunderts das erste Seebad Deutschlands entstand und die Orte Kühlungsborn und Rerik befinden) und die Boddenregion mit der Halbinsel Fischland. Zweites Zentrum des Tourismus ist die Mecklenburgische Seenplatte, als Zentrum sei die Region um Waren genannt, gelegen an der Müritz, die gleichzeitig das größte Binnengewässer Deutschlands ist. Daneben haben auch die an der westlichen Küste liegende Gegend um Boltenhagen und die Insel Poel Bedeutung erlangt.

Sprache


Die Sprache Mecklenburgs ist bis heute das zum Ostniederdeutschen zählende Mecklenburger Platt. Es wird aber hauptsächlich Schriftdeutsch gesprochen, das vor allem auf dem Land mundartlich gefärbt ist.

Bedeutende Mecklenburger (Auswahl)


Literatur


  • Ulrike Sommer: Die Mecklenburg, der Ort der dem Land seinen Namen gab. Kai Homilius Verlag, Berlin 1996
  • Fritz Mielert: Durch Mecklenburg. Ein Buch für Heimat- besonders aber auch für Reuterfreunde. Verlag Otto Lenz, Leipzig 1921
  • Eberhard Voß: 1000 Jahre Jagd- und Forstgeschichte Mecklenburgs. Hinstorf, Rostock 1993, ISBN 3-356-00521-9

Siehe auch


Weblinks


Staat (historisch) | Weltliches Fürstentum | Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns

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