Me'a Sche'arim (hebräisch: מאה שערים für hundert Tore; oft auch als Mea Shearim) ist eines der ältesten Stadtviertel außerhalb der historischen Stadtmauer von Jerusalem.
In den nächsten Jahrzehnten siedelten sich auch orthodoxe Juden aus anderen Teilen Israels sowie vor allem aus Ungarn und Polen in Me'a Sche'arim und seiner unmittelbaren Umgebung, so dass eine komplexe eigene Kleinstadt innerhalb Jerusalems entstand.
Für Touristen ist der Zugang nach Me'a Sche'arim stark eingeschränkt. An den Zufahrtsstraßen zum Viertel sind mehrsprachige Hinweisschilder zur Kleidungs- und Verhaltensordnung angebracht. Nebenstraßen sind für Ortsfremde grundsätzlich nicht zugänglich.
Zu den Gebetszeiten begeben sich zahlreiche der traditionell in Schwarz gekleideten Männer über die Grüne Grenze durch das Damaskustor zur der im Ostteil Jerusalems gelegenen Klagemauer.
In der jüdisch-israelischen Gesellschaft ist die Bedeutung Me'a Sche'arims umstritten. Orthodoxen Juden gilt das Viertel als Hort der Rechtgläubigkeit in einer säkularisierten, gotteslästerlichen Welt. Für eher weltlich ausgerichtete Juden, insbesondere in den Küstenregionen des Landes, ist Me'a Sche'arim hingegen Symbol der Rückständigkeit im innerisraelischen Kulturkampf. Vielen säkularisierten israelischen Juden ist es zudem unverständlich, dass orthodoxe Juden von der ansonsten rigide durchgesetzten Wehrpflicht befreit, andererseits aber in hohem Maße von Sozialleistungen und dem Schutz der Armee abhängig sind.
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