Međugorje * (oder auch Medjugorje) (deutsch in etwa: "zwischen den Bergen") ist eine Ortschaft in Bosnien-Herzegowina. Međugorje liegt in der Verbandsgemeinde Čitluk im mehrheitlich von Kroaten besiedelten Teil der Herzegowina.
Überregionale Bekanntschaft erreichte der Ort durch Ereignisse seit den 80er Jahren, bei denen Jugendlichen berichten, dass ihnen die Gottesmutter erschienen sei. Die Kirche hat diese Erscheinungen nicht anerkannt und der Ortsbischof steht dem Phänomen ablehnend gegenüber. Trotzdem machen sich jedes Jahr eine große Anzahl von Katholiken auf, den Ort zu besuchen. Auch von einer großen Zahl von Bekehrungen wird berichtet.
Eine weitere „Erscheinung“ sei eine Auferstandenen-Skulptur, aus der seit einigen Jahren auf unerklärliche Weise eine Flüssigkeit tropfe. Von manchen Gläubigen wird behauptet, eine menschliche Träne habe eine ähnliche Zusammensetzung.
Der Ort zieht gerade viele junge Menschen an. Im Sommer findet alljährlich ein Jugendfestival statt.
Die katholische Kirche beurteilt die Vorkommnisse abwartend. Auf eine diesbezügliche Anfrage antwortete die Glaubenskongregation mit dem Urteil der jugoslawischen Kommission: „Kraft der bisher angestellten Untersuchungen ist es nicht möglich, zu sagen, dass es sich um übernatürliche Erscheinungen oder Offenbarungen handelt“. "Wallfahrten", d. h. nach dem Sprachgebrauch der Kirche (auf deutsch) Pilgerfahrten offizieller Natur (also solche von Bistümern, katholischen Vereinigungen), sind nicht erlaubt, "Pilgerfahrten" dagegen, das sind Reisen mit geistlichem Ziel privater Art, nur unter der Bedingung, dass sie nicht das Ziel einer Authentifizierung der Ereignisse verfolgen.
Der Ortsbischof selbst steht den Erscheinungen sehr skeptisch gegenüber. Er hat in Vorträgen und Veröffentlichungen wiederholt darauf hingewiesen, dass die Behauptungen der Seher auf sehr dünnem Boden stehen. In einer Predigt am 15. Juni 2006 in der Pfarrei von Medjugorje geht er sogar soweit zu sagen, dass mittlerweile "etwas einem Schisma vergleichbares existiere." *
Interessant ist ferner der Umstand, daß sich viele fortschrittliche Theologen, die sich für mehr Offenheit in der Kirche einsetzen und sich gegen die Engführung Roms wenden, sehr positiv zu Medjugorje äußern, wie etwa Professor Paul M. Zulehner. Er "untersuchte" Medjugorje im Sommer 1986 "pastoraltheologisch" und veröffentlichte seine durchweg positiven Ergebnisse in einem Aufsatz mit dem Titel "Medjugorje - eine mystagogische Lektion".
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