- | Messerschmitt Me 262 A-1a | - | Messerschmitt Me 262.jpgMe 262 im Deutschen Museum | - | Beschreibung | - | - | Status | Strahlflugzeug/Abfangjäger | - | Besatzung | 1 | - | Abmessungen | - | - | Länge | 10,60 m | - | Spannweite | 12,65 m | - | Höhe | 3,84 m | - | Tragfläche | 21,70 m² | - | Gewicht | - | - | Leergewicht | 3.800 kg | - | Beladen | - | Maximale Startbeladung | 6.400 kg | - | Triebwerk | - | - | Triebwerk | zwei Strahlturbinen Junkers Jumo 004 B-1/-2/-3 | - | Schubkraft | zweimal 9 kN | - | Leistung | - | - | max. Geschwindigkeit | 869 km/h in 6.000 m Höhe | - | Reichweite | 1.050 km | - | Dienstgipfelhöhe | 11.450 m | - | Steigflugrate | 1.200 m/min |
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Das Flugzeug mit seinem revolutionären Antrieb, dem Luftstrahltriebwerk (Düsenantrieb), stellte weltweit den Höhepunkt der Luftfahrtentwicklung während des Zweiten Weltkriegs dar.
Im April 1941 waren die drei Prototypen fertig gestellt. Sie hatten aber keine Triebwerke, da die BMW 003-Strahltriebwerke noch nicht serienreif waren. Daher wurde in Ermangelung geeigneter Strahltriebwerke zunächst auf einen zentral im Bug angebrachten Junkers Jumo 210 G-Kolbenmotor zurückgegriffen. Der Erstflug der Me 262 V1 in dieser Konfiguration erfolgte am 18. April 1941. Bei einem Probeflug der V1 mit BMW 003-Strahltriebwerken im März 1942 fiel ein Triebwerk aus, aber dank des zusätzlich installierten Kolbenmotors konnte die Maschine wieder zurückkehren.
Am 18. Juli 1942 erfolgte in Leipheim der erste erfolgreiche Flug einer ausschließlich mit Strahltriebwerk ausgerüsteten Me 262. Zum Einsatz kam die Turbine Jumo 004 von Junkers.
Am 26. November 1943 wurde die Maschine Adolf Hitler vorgestellt. Angeblich fragte Hitler Messerschmitt, ob die Maschine mit Bomben beladen werden könnte, was dieser bejahte und auch forderte. Hitler stimmte der Massenproduktion unter der Voraussetzung zu, dass das Flugzeug hauptsächlich als Bomber (der sog. Blitzbomber) eingesetzt werden sollte. Diese Entscheidung entpuppte sich als strategischer Fehler, da die Me 262 zum einen durch das eingeschränkte Sichtfeld des Piloten auf den Boden eine vergleichsweise schlechte Treffsicherheit beim Bombenabwurf hatte und zum anderen, weil die Me 262 hauptsächlich als Abfangjäger konzipiert war. Das Mitführen von Außenlasten (üblicherweise zwei Bomben mit je 250 Kg) hatte zur Folge, dass die Messerschmitt in den Geschwindigkeitsbereich der alliierten Jäger zurückfiel. Hauptsächlich verzögert wurde der Einsatz der Me 262 allerdings durch die immensen Schwierigkeiten mit den Strahltriebwerken. Wäre die Me 262 in ausreichender Stückzahl verfügbar gewesen und rechtzeitig als Abfangjäger eingesetzt worden, hätte sie den weiteren Kriegsverlauf bezüglich der verheerenden Luftangriffe auf deutsche Städte durchaus beeinflussen können.
Die ersten Fronteinsätze erfolgten im Sommer 1944 an der Invasionsfront der Normandie. Die Aufstellung der ersten Jagd-, Kampf- und Nachtgeschwader begann im Herbst 1944.
Der japanische Militärattaché in Deutschland war Zeuge einiger Versuchsflüge der Me 262 und schickte im September 1944 Berichte darüber nach Japan. Dort entschloss man sich ebenfalls einen Strahljäger auf Basis der Me 262 zu entwickeln - der Nakajima J9Y Kikka
Während des Krieges wurden insgesamt 1433 Me 262 gebaut, von denen aber nur etwa 200 - 250 gleichzeitig bei den Kampfeinheiten im Einsatz standen. Viele der produzierten Düsenjäger konnten nicht mehr an die Fronteinheiten ausgeliefert werden, viele wurden am Boden zerstört, außerdem waren meist nicht mehr als 100 Maschinen (oft auch weniger) gleichzeitig einsatzbereit. Die Gründe hierfür waren die massiven Bombenangriffe der Alliierten und der Mangel an Treibstoff und Ersatzteilen sowie das Fehlen von ausgebildeten Piloten. Dennoch lief gegen Kriegsende unter Federführung der SS-eigenen Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH (DEST) im damals streng geheimen unterirdischen Produktionskomplex B8 Bergkristall in Sankt Georgen an der Gusen noch die serielle Rumpf-Produktion in grossem Stil an. Ab Mai 1945 sollten dort monatlich bis zu 1250 Maschinen vom Fliessband laufen. Die Tragflächen wurden zwischen dem April 1944 und dem April 1945 durch Häftlinge des KZ Leonberg in den ehemaligen Engelberg-Tunnelröhren produziert.
Einige Nachbauten wurden 2004/2005 in Everett im US-Bundesstaat Washington fertiggestellt. Eine dieser Maschinen, die mit geringem Umbauaufwand sowohl als einsitzige als auch als zweisitzige Variante geflogen werden kann, ist für die Willy-Messerschmitt-Stiftung in Manching bestimmt. Sie ist am 25. April 2006 mit dem Kennzeichen D-IMTT erstmals geflogen.
Diese Maschine wurde dann auf der Internationalen Luftfahrtausstellung (ILA) in Berlin- Schönefeld vom 16.- 21.05.2006 erstmalig vor Publikum geflogen.
Die großen Bomberverbände der Alliierten, die einerseits durch starke Abwehrbewaffnung, andererseits durch Langstreckenbegleitjäger geschützt waren, wurden für die konventionelle Tagjagd zu einer nicht zu bewältigenden Herausforderung. Durch einen mit großem Fahrtüberschuss (Geschwindigkeitsdifferenz zu den Bombern ca. 300 km/h, zu den Begleitjägern mehr als 100 km/h) und einer noch nie dagewesenen Bewaffnung (nur einige Treffer durch die vier Rheinmetall-30-mm-Bordkanonen genügten für die Zerstörung eines schweren Bombers) ausgestatteten Jäger sahen viele Piloten wieder eine Möglichkeit, ihre Aufgabe zu erfüllen. Außerdem konnten die optional angebrachten 24 ungelenkten R4M-Raketen außerhalb der Reichweite von Bomber-Bordschützen in die dicht beisammen fliegenden Bomberverbände mit der hohen Wahrscheinlichkeit eines zerstörerischen Treffers abgefeuert werden.
Da die Reichsverteidigung zunehmend Schwierigkeiten hatte, genügend Piloten für die Luftkämpfe gegen Bomber und deren Begleitjäger auszubilden, entwickelte das RLM den Plan, die Bomberflotten bereits auf ihren eigenen Stützpunkten zu bekämpfen. Oberst Steinhoff versuchte, anlässlich der Verleihung der Schwerter zum Ritterkreuz, Hitler umzustimmen. Dieser wollte davon nichts hören und erließ einen Führerbefehl: „Mit sofortiger Wirkung verbiete ich hiermit über das Düsenflugzeug Me 262 zu sprechen, es sei denn über den Schnellst- oder Blitzbomber“". Damit ließ er den Bau ausschließlich als Schnellbomber zu. Dies führte jedoch zu keinem praktischen Nutzen, da die 262 als Jäger projektiert war: die Aufnahme einer Bombenlast von 1000 kg vor der vorderen Schwerpunktlage verlangte den Verzicht auf zwei der vier Maschinenkanonen i. d. Rumpfnase sowie den Verzicht auf die Betankung der vorderen Kraftstoffbehälter. Der Pilot musste darüber hinaus erst mindestens 40 Minuten Kraftstoff „abfliegen“, um eine wurftaugliche Trimmlage herzustellen. Dennoch blieb der Bombenwurf kritisch: sofort nach Auslösen der Bombenschlösser wurde die Maschine derart schwanzlastig, dass ein schlagartiges Rollmoment um die Querachse einsetzte, das nicht selten zu Strukturschäden an den Tragflächen im Bereich der Triebwerksgondeln führte. Ferner war aufgrund der hohen Abwurfgeschwindigkeit verbunden mit mangelnder Zieleinrichtung die Trefferwahrscheinlichkeit nur gering; Messerschmitts Versuchspilot Fritz Wendel, der die Strahljäger bei diesen Truppenversuchen begleitete, vermerkte dies auf sehr deutliche Art in seinen Berichten. Aufgrund dieser Probleme wurde bei Bombeneinsätzen in der Regel nicht die maximale Bombenlast von 2 × 500 kg mitgeführt sondern die weit weniger problematische Ausstattung mit 2 × 250 kg. So wurde die Maschine nicht so sehr hecklastig, wie bei 2 x 500 kg.
In Hochgeschwindigkeits-Testflügen wurde durch Messerschmitt festgestellt, dass die Me 262 bei Geschwindigkeiten von über Mach 0,83 zunehmend kopflastig wurde und Mach 0,86 die oberste Grenze für einen Sturzflug war, in dem ein Abfangen noch möglich war. Daher ist es extrem unwahrscheinlich, dass, wie von Hans Guido Mutke behauptet, die Me 262 tatsächlich jemals Überschallgeschwindigkeit erreicht hat. Allerdings wird an vielen Teilen des Flugzeugs (z. B. den Tragflächen) die Luft dermaßen abgelenkt und beschleunigt, dass sich in einigen Gebieten die Luft relativ zum Flugzeug mit Überschallgeschwindigkeit bewegt. Dadurch kann eine eine Kompressionswellee ntstehen, die den Eindruck erweckt, dass die Me 262 mit Mach 1 fliegen würde. Jedoch waren ihre Machzahlen immer noch höher, als die der meisten anderen alliierten Jäger. Da eine Luftbremse fehlte, aber weder Propeller noch schlechte Aerodynamik das Flugzeug bremsten, konnte die Me 262 nur schlecht im Sturzflug eingesetzt werden.
Außerdem hatte sie durch die fehlende Bremsung einen langen Landeanflug, während dem sie zur leichten Beute wurde. Strahltriebwerke reagieren langsamer als Kolbenmotoren. Die Jumos neigten dazu, beim allzu abrupten Gasgeben einen Flammabriss zu erleiden. Bei einem Flammenabriss geht das Triebwerk aus und muss neu gestartet werden, was kurz vor der Landung problematisch ist. So lauerten die Mustangs und Thunderbolts in niedriger Höhe in der Nähe der Me-262-Flugplätze, um sich dann auf die dann trägen Flugzeuge zu stürzen. Deswegen mussten andere Jagdeinheiten mit Fw-190- oder Bf-109-Kolbenjägern speziell zum Schutz dieser Flugplätze abgestellt werden.
| Me262.JPG |
| ME_262_2.jpg |
Me 262 A-1b
Me 262 A-2 "Sturmvogel" - Jagdbomber
Me 262 A-5 bzw A-1a/U3 - Aufklärer
Me 262 B-1a - zweisitzige Schulmaschine
Me 262 B-1a/U1 - Umbau der Schulmaschinen in Nachtjäger
Me 262 B-2 - endgültige Nachtjagdversion
Me 262 C - projektierter schnell steigender Abfangjäger
Me 262 HG I - (von Hohe Geschwindigkeit) projektierter schneller Jäger
Me 262 HG II - (von Hohe Geschwindigkeit) projektierter schneller Jäger
Me 262 HG III - (von Hohe Geschwindigkeit) projektierter schneller Jäger
Avia S-92 - Me 262 A-1a
Avia CS-92 - Me 262 B-1a
-> Analog zur A-1a/A-1b gab es auch andere Versionen in „a“ (Jumo)- und „b“ (BMW)-Ausführung
Versuchsweiser Waffeneinbau
Regulär eingesetzte Zusatzbewaffnung
Darüber hinaus gab es gegen Kriegsende u. a. Planungen für eine Ausrüstung mit sechs Kanonen und dem Gerät „Wabe“ (s. Ba 349 "Natter) als Zusatzbewaffnung.
Militärischer Flugzeugtyp | Flugzeuge des Zweiten Weltkrieges | Messerschmitt
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