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Die Maxvorstadt ist ein Stadtteil von München und bildet den Stadtbezirk 3 Maxvorstadt. Dieser Bezirk fasst seit der Stadtgebietsneugliederung 1992 die früheren Stadtbezirke 5, 6 und 7 (Maxvorstadt-Universität, Maxvorstadt-Königsplatz-Marsfeld und Maxvorstadt-Josephsplatz) zusammen.
Lage
Der Bezirk schließt sich zwischen
Odeonsplatz und
Stachus unmittelbar an den nordwestlichen Sektor der
Altstadt an und wird im Osten durch den
Englischen Garten begrenzt, im Norden grenzt er an
Schwabing, im Nordwesten an
Neuhausen-Nymphenburg, seine südwestliche Spitze berührt den Bezirk
Schwanthalerhöhe und im Süden liegt der Bezirk
Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt. Weite Teile der Maxvorstadt werden oft irrtümlich
Schwabing zugerechnet.
Geschichte und Beschreibung
Die Maxvorstadt wurde zwischen
1805 und
1810 unter dem ersten bayerischen König
Maximilian I. Joseph, nach dem sie auch benannt ist, als erste planmäßige Stadterweiterung konzipiert; gebaut wurde sie größtenteils erst nach 1825 unter
Ludwig I. im
klassizistischen Stil. Als erstes wurde die
Ludwigstraße von der
Feldherrnhalle bis zum
Siegestor angelegt. Die Grenze zur Altstadt wird in etwa durch die
Brienner Straße markiert. Westlich der Ludwigstraße wurde ein rechtwinkeliges Straßennetz angelegt. In diesem Viertel befinden sich der
Wittelsbacher-,
Karolinen- und
Königsplatz. Der Bezirk verfügt über überdurchschnittlich viele Einrichtungen im kulturellen und künstlerischen Bereich, viele der bedeutendsten Museen und Sammlungen der Stadt wie
Alte- und
Neue Pinakothek,
Lenbachhaus mit Kunstbau,
Staatliche Graphische Sammlung,
Glyptothek und
Antikensammlung,
Museum kirchlicher Kunst im Georgianum sowie die
Akademie der Bildenden Künste und die
Hochschule für Musik und Theater sind hier beheimatet. Mit der Eröffnung der
Pinakothek der Moderne im Jahr 2002 kam ein weiteres kulturelles und städtebauliches Glanzlicht hinzu. Auch viele Bildungseinrichtungen wie die
Ludwig-Maximilians-Universität, die
Technische Universität, die
Hochschulen für
Politik und
Philosophie, die
Fachhochschule, das
Historische Kolleg, das
Orff-Zentrum, die
Staats- und
Universitätsbibliothek sowie die
Staats- und
Stadtarchive liegen in der Maxvorstadt, weshalb sie gerne als das „Gehirn Münchens“ bezeichnet wird. Außerdem haben wichtige Hauptverwaltungen von Banken, Versicherungen, Konzernen und Versorgungsunternehmen hier ihren Sitz, ebenso der
Bayerische Rundfunk, das
Landeskriminalamt, ein Großteil der Münchner Finanzämter und Gerichte, sowie zwei Großbrauereien. Die Konzentration von Arbeitsplätzen und die hohe Zahl von Studierenden (über 100.000) führen dazu, dass sich im Bezirk tagsüber knapp viermal soviel Menschen aufhalten als tatsächlich dort wohnen. Die Maxvorstadt ist vor allem rund um die Hochschulen und die Kunstakademie ein typisches Akademiker- und Studentenviertel, vieles von dem, was das typische „Schwabing-Bild“ prägt, gehört eigentlich zur Maxvorstadt. Unter den Bewohnern dominiert die Altersgruppe der 20- bis 30jährigen, während Kinder unter 15 Jahren und alte Menschen zahlenmäßig zurücktreten. Überdurchschnittlich hoch ist der Anteil an Einpersonenhaushalten und auch die
Fluktuation ist hoch. Ursache hierfür ist auch die Wohnungsstruktur im Viertel mit einem hohen Anteil an Ein- und Zweizimmerwohnungen, zwei Drittel des Wohnungsbestandes stammen aus der Zeit nach 1948. Viele bekannte Personen haben in der Maxvorstadt gewohnt, beispielsweise
Georg Elser,
Thomas Mann,
Franz von Stuck,
Franz Josef Strauß und
Adolf Hitler.
In der Maxvorstadt befinden sich viele Orte im Zusammenhang mit der Zeit des Nationalsozialismus.
- Adolf Hitlers Wohnung/Zimmer von Mai 1913 bis August 1914 (Schleißheimer Straße 34)
- Das "Braune Haus" Parteizentrale – im Krieg zerstört
- Zwei große Neubauten im Zusammenhang mit dem Königsplatz (hier wurde das "Münchner Abkommen" unterzeichnet/heute Musikschule)
- Zwei "Ehrentempel" für die "Gefallenen" des Hitler-Putsch 1923
- Der Königsplatz war einer der Orte der Bücherverbrennung und diente als Aufmarschplatz
- Im "Wittelsbacher Palais" befand sich die Gestapo-Zentrale (Verhörraum von Sophie Scholl)
Weitere Bauten befanden sich in Planung, um das Gebiet zum Zentrum der NSDAP-Partei auszubauen.
Nach vielen Diskussionen wurde im November 2005 beschlossen, auf dem Grundstück vom "Braunen Haus" ein Dokumentationszentrum einzurichten.
Bedeutende Bauwerke und Orte
Außer den oben bereits erwähnten Kultur- und Bildungseinrichtungen ist die Josephskirche am Josephsplatz ein markantes Bauwerk. In der Nähe befindet sich der
Alte nördliche Friedhof (nicht zu verwechseln mit dem
Nordfriedhof). Da dort schon seit 1932 keine Bestattungen mehr stattfinden, wirkt er etwas verwildert. An schönen Tagen wird der Platz zwischen den Gräbern gerne zum Picknicken genutzt, zudem ist er ein beliebter Treffpunkt für Jogger.
Bennosäule
siehe auch:
Kunstareal München
Statistik
(Stand jeweils am 31. Dezember, Einwohner mit Hauptwohnsitz)
-
| Jahr
| Einw.
| davon Ausländer
| Fläche ha
| EW/ha
| Quelle mit weiteren Daten
| -
| 2000 | 41.725 | 10.391 (24,9%) | 429,04 | 97 | Statistisches Taschenbuch München 2001. pdf-Download
| -
| 2001 | 42.159 | 10.533 (25,0%) | 429,04 | 98 | Statistisches Taschenbuch München 2002. pdf-Download
| -
| 2002 | 41.606 | 10.277 (24,7%) | 429,04 | 97 | Statistisches Taschenbuch München 2003. pdf-Download
| -
| 2003 | 41.502 | 10.309 (24,8%) | 429,00 | 97 | Statistisches Taschenbuch München 2004. pdf-Download
| -
| 2004 | 41.581 | 10.285 (24,7%) | 429,17 | 98 | Statistisches Taschenbuch München 2005. pdf-Download
|
Weblinks
Siehe auch
Stadtbezirk von München