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Maximilian II HRR MATEO.jpg Maximilian II. (* 31. Juli 1527 in Wien; † 12. Oktober 1576 in Regensburg) war Kaiser des Heiligen Römischen Reiches von 1564 bis 1576.

Leben


In einer Zeit der konfessionellen Unruhen an die Macht gekommen, versuchte er ausgleichend zu wirken und vertrat die Idee, der Kaiser müsse über den Konfessionen stehen. Maximilian selber kam, wahrscheinlich über seinen Erzieher Wolfgang Schiefer, schon früh mit den Lehren des Protestantismus in Berührung. Eventuelle Sympathien für die Angehörigen der neuen Lehren zeigen sich erstmals im Schmalkaldischen Krieg, so verwendet er sich nach dem Sieg seines Onkels Karls V. nachdrücklich für die Freilassung der beiden Häupter des schmalkaldischen Bundes, Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen und Landgraf Philipp von Hessen.

Im Zuge des spanischen Sukzessionsplans Kaiser Karls V. - nach Karls Tod sollte die Kaiserwürde auf seinen Bruder Ferdinand übergehen, nach dessen Tod sollte jedoch nicht Ferdinands Sohn Maximilian, sondern Karls Sohn, der Infant Philipp von Spanien, nachfolgen - wurde Maximilian ab 1548 für einige Zeit zum spanischen Statthalter bestellt. Diese Nachfolgepläne stießen im Reich auf wenig Gegenliebe und auch Maximilian widersetzte sich seinem Onkel und nahm erneut Kontakte zum protestantischen Lager, hier v. a. zu Moritz von Sachsen, auf. 1551 gestaltete Maximilian eine Reise von Spanien nach Wien mit dem Elefanten Soliman im Gefolge zu einem diplomatischen Ereignis, das er 1552 mit einem triumphalen Einzug in Wien abschloss.

In diesen Jahren wurden die, Anfangs noch latent vorhanden, protestantischen Neigungen, namentlich durch den Einfluss von Maximilians Hofprediger, Johann Sebastian Pfauser, weiter gefestigt: Maximilian ließ von rein katholischen Bräuchen ab, las u. a. evangelische Literatur und lehnte es ab, das Abendmahl nach katholischem Ritus zu empfangen.

Wenn jemals die Gefahr bestanden hätte, dass Maximilian konvertierte, dann gegen Ende der 1550er Jahre. Ein Übertritt ist aber aus zweierlei Gründen nicht erfolgt: Zum einen fühlte der Habsburger sich immer mehr von den dogmatischen Streitigkeiten der Protestanten untereinander abgestoßen, zum anderen geriet er zunehmend unter öffentlichen Druck. Sowohl sein Vater, Kaiser Ferdinand I.., als auch die Kurie als auch seine spanische Verwandtschaft, versuchen auf ihn einzuwirken. Die Lage eskalierte, als Pfauser im Jahre 1560 vom Wiener Hof verstoßen wurde. In dieser Situation sendete Maximilian Hilfsgesuche an seine evangelischen Freunde, die aber allesamt abschlägig beantwortet wurden. Ihm blieb nichts anderes mehr übrig, als sich der Familienpolitik zu beugen. Er legte Anfang 1562 seinem Vater gegenüber das Treuegelöbnis ab, im Schoße der katholischen Kirche zu verbleiben. Im Jahre 1564 folgte Maximilian seinem Vater Ferdinand I. sowohl als Kaiser, als auch als Landesherr im Erzherzogtum Österreich nach.

Seine Religionspolitik war vergleichsweise tolerant, er nahm stets eine Mittelstellung zwischen den Konfessionen ein. In seinen österreichischen Erblanden war er in diesem Zusammenhang bestrebt, eine allgemeine Religionsvergleichung herbeizuführen, das heißt er wollte die Konfessionen wieder vereinigen. An einer prinzipiellen Freistellung des evangelischen Bekenntnisses, was eine endgültige Abspaltung von der römisch - katholischen Kirche bedeutet hätte, war ihm jedoch nicht gelegen. Erst als er außenpolitisch durch die beständigen Türkenkriege immer mehr unter finanziellen Druck geriet, bot er im September 1568 den österreichischen Ständen, nach einer hohen Steuerbewilligung, die Erteilung einer Religionskonzession an. Dies bedeutete aber nicht Religionsfreiheit im heutigen Sinne, denn die Konzession galt nur für das Augsburger Bekenntnis von 1530, Kalvinisten waren also weiterhin ausgeschlossen, und war ferner auf die Stände des Adels und der Ritterschaft beschränkt, der dritte Stand, die Städte, waren ebenfalls ausgeschlossen. Die Konzessionserteilung hatte einen Aufschrei im katholischen Europa zur Folge, von allen Seiten versucht man den Habsburger zur Zurücknahme dieser Maßnahmen zu bewegen.

In seiner Eigenschaft als König von Böhmen nahm er 1575 in Prag von den Ständen die Böhmische Konfession entgegen. Er hat dieses gemeinsame Bekenntnis aller protestantischen Strömungen Böhmens aber nur mündlich akzeptiert und nie durch einen Majestätsbrief offiziell sanktioniert. Bis zum Schluss sollte Maximilian Spiellball der Konfessionen bleiben, sowohl Protestanten als auch Katholiken versuchen ihn vergeblich zum endgültigen Übertritt auf die jeweilige Seite zu bewegen.

Maximilian II. war Mitglied des Ordens vom Goldenen Vlies.

Nachkommen


Maximilian heiratete 1548 seine Cousine Maria von Spanien (1528–1603), Tochter Kaiser Karls V.:
  • Anna (1549-1580) - verheiratet mit Philipp II., König von Spanien
  • Rudolf II. (1552-1612)
  • Ernst (1553-1595)
  • Elisabeth (1554-1592) - verheiratet mit Karl IX., König von Frankreich
  • Matthias (1557-1619)
  • Maximilian (1558-1618), Erzherzog
  • Albrecht (1559-1621), Erzherzog
  • Wenzl (1561-?), Großprior des Johanniterordens in Kastilien
  • Friedrich (1562-1563)
  • Maria (1564-?)
  • Karl (1565-1566)
  • Margarethe (1567 in Wien; † 1633 in Madrid), Nonne im Descalzas Reales Madrid
  • Eleonore (1568-?)

Literatur


  • Viktor Bibl: Maximilian II. der rätselhafte Kaiser - ein Zeitbild. Hellrau bei Dresden, 1929.
  • Ders: Kaiser Maximilians II. Erklärung vom 18. August 1568 über die Ertheilung der Religions - Concession in: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 20 (1899), Seite 638ff.
  • Grete Mecenseffy: Maximilian II. in neuer Sicht in: Jahrbuch der Gesellschaft für die Geschichte des Protestantismus in Österreich 92 (1976), Seite 42 - 53.

Weblinks


Kaiser (HRR) | König (Böhmen) | König (Ungarn)

Mann | Habsburger | Geboren 1527 | Gestorben 1576

Maxmilián II. | Maximilian II, Holy Roman Emperor | Maksimiliano la 2-a | Maximiliano II | Maximilian II (Saksa-Rooma keiser) | Maximilien II du Saint-Empire | מקסימיליאן השני, קיסר האימפריה הרומית הקדושה | Maksimilijan II., car Svetog Rimskog Carstva | マクシミリアン2世 (神聖ローマ皇帝) | Maximiliaan II van het Heilige Roomse Rijk | Maksymilian II Habsburg

 

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