Maximilian Harden (* 20. Oktober 1861 in Berlin, † 30. Oktober 1927 in Montana, Schweiz; eigentlich Felix Ernst Witkowski; Pseudonym Apostata) war ein einflussreicher deutscher Publizist, Kritiker, Schauspieler und Journalist.
1892 gründete Harden die Wochenzeitschrift Die Zukunft, in der er viele Essays zu Politik und Kunst veröffentlichte. Anfangs ein Monarchist und Verehrer Otto von Bismarcks, stand er später der neuen Regierung unter Wilhelm dem Zweiten und besonderes dessen von Bismarck so genannten Kamarilla der Kinäden sehr skeptisch gegenüber. Künstlerisch war er in eine Reihe von Auseinandersetzungen unter anderen mit Gerhart Hauptmann und Hermann Sudermann verwickelt.
Für den Friedrichshagener Dichterkreis hatte Harden einen hohen Stellenwert: er veröffentlichte in der ersten Ausgabe seiner Zeitschrift den Aufruf Ola Hanssons und Laura Marholms zur Unterstützung August Strindbergs. Diese 1.000 Mark waren die Voraussetzung für die Übersiedlung Strindbergs nach Friedrichshagen, aber auch Grundlage des Zerwürfnisses Strindbergs mit Laura Marholm.
Ab 1906 griff Harden in einer Reihe von Artikeln die Entourage und damit das von Harden so genannte persönliche Regiment des Kaisers an (→ Harden-Eulenburg-Affäre). Zu besonders harten Auseinandersetzungen führte seine - ihm angeblich von Bismarck bei einer Flasche Wein gesteckte - Enthüllung, dass Philipp von Eulenburg und Hertefeld, ein enger Freund und Berater des Kaisers, homosexuell sei und einen Meineid geleistet habe. Diese Artikel führen zu drei Sensationsprozessen gegen Eulenburg, die trotz dessen Freispruchs doch das Ansehen des Kaiserhauses stark beschädigten und von Hardens anwalt Max Bernstein gezielt zur Bloßstellung der offensichtlich nicht wirklich unabhängigen preußischen Justiz genutzt wurden. Ähnliche Schockwellen sandte der Skandal-Prozess von Kuno Graf von Moltke gegen Harden aus. Weil in diesen Prozessen von Harden Privates des Grafen an die Öffentlichkeit gezerrt wurde, rechnete sein einstiger Verehrer und wichtigster Publizist seiner Zeit Karl Kraus aus Wien 1907 in dem Pamphlet Maximilian Harden. Eine Erledigung. mit ihm ab.
Im Ersten Weltkrieg trat Harden anfangs für einen Siegfrieden ein. Allmählich relativierte er seine Position jedoch und wurde immer mehr zu einem Kritiker der Kriegspolitik. 1918 wurde ihm für seine Essay-Sammlung Krieg und Frieden der Strindberg-Preis verliehen. Im Verlauf der Revolution nach 1918 bezog Harden utopisch-sozialistische Positionen. 1919 heiratete er seine langjährige Lebensgefährtin Selma Aaron.
Am 3. Juli 1922 wurde auf Harden vor seinem Haus in Berlin-Grunewald von Anhängern der Freikorps ein Attentat verübt, das er mit schweren Kopfverletzungen gerade eben überlebte. Er stellte in der Folge Die Zukunft ein und zog sich 1923 in die Schweiz zurück. 1927 starb er an den Spätfolgen des Attentats. Kurt Tucholsky beschreibt die nachsichtige Behandlung der Attentäter u.a. in der Weltbühne.
Mann | Deutscher | Publizist | Journalist | Autor | Literatur (19. Jh.) | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Deutsch) | Politische Literatur | Geboren_1861 | Gestorben_1927
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