Prinz Max von Baden (* 10. Juli 1867 in Baden, Baden; † 6. November 1929 in Salem bei Überlingen) war preußischer General und der letzte Reichskanzler des Deutschen Kaiserreiches.
1907, nach dem Tod seines Onkels, wird Max, da der neue Großherzog, sein Vetter, kinderlos war, badischer Thronfolger und Präsident der Ersten Badischen Kammer. 1911 nimmt er als Generalmajor seinen Abschied aus dem aktiven Militärdienst. 1914 wird er reaktiviert und nimmt für kurze Zeit seinen Dienst beim Generalstab des 14. Armeekommandos auf, dem die badischen Truppenkontingente unterstehen. Aber schon im Oktober kehrt er nach Baden zurück und widmete sich als Ehrenpräsident des badischen Roten Kreuzes während des gesamten Krieges der Fürsorge für Kriegsgefangene aller Nationalitäten. 1916 wird er Ehrenpräsident der deutsch-amerikanischen Kriegsgefangenenhilfe des Weltbundes der Christlichen Vereine Junger Männer (CVJM).
Von Baden gilt als liberaler Aristokrat und wird immer mehr zum Kristallisationspunkt des gemäßigten politischen Lagers, das in Opposition zum ultrarechten Flügel, vertreten durch die Quasi-Militärdiktatur der Obersten Heeresleitung, steht. Schon 1917 lehnt er öffentlich die Wiederaufnahme des uneingeschränkten U-Boot-Krieges ab, der schließlich am 6. April 1917 zum Kriegseintritt der Vereinigten Staaten von Amerika führte.
Als man im Oktober 1918 in Berlin – den drohenden militärischen Zusammenbruch vor Augen – hastig einen glaubwürdigen Regierungschef für die anstehenden Waffenstillstandsverhandlungen sucht, scheint von Baden der richtige Mann zu sein. Man hofft darauf, dass er aufgrund seiner nationalen und internationalen Reputation und wegen seines Eintretens gegen den uneingeschränkten U-Boot-Krieg vom amerikanischen Präsidenten Wilson akzeptiert wird. Aber auch innenpolitisch ist die Oberste Heeresleitung zu Zugeständnissen bereit, um die Glaubwürdigkeit des Gesuchs zu untermauern. Ludendorff selbst fordert die Umwandlung des Staates in eine parlamentarische Monarchie unter Einbeziehung der oppositionellen Parteien, v.a. der Sozialdemokraten, um das Waffenstillstandsgesuch nicht selbst übergeben und die Verantwortung für die militärische Niederlage übernehmen zu müssen. Auch hier scheint von Baden als Liberaler und Mitglied des badischen Fürstenhauses für Sozialdemokraten und Konservative gleichermaßen ein annehmbarer Kandidat. Noch-Reichskanzler Georg von Hertling schlägt ihn als seinen Nachfolger vor und am 3. Oktober 1918 ernennt ihn der Kaiser zum Reichskanzler und preußischen Ministerpräsidenten.
Max von Baden bildet noch am selben Tag eine parlamentarische Regierung, in die mit Philipp Scheidemann erstmals auch ein sozialdemokratischer Minister berufen wird. Am 4. Oktober übermittelt er – auf Drängen der Obersten Heeresleitung – das vorbereitete Waffenstillstandsgesuch an Wilson. Doch dieser macht deutlich, dass er an eine Demokratisierung des Deutschen Reiches nicht glaubt, so lange der Kaiser noch immer im Amt sei. Baden weiß, dass mehr als nur kosmetische Korrekturen nötig sind, um die Alliierten zum Einlenken zu bewegen. Er beendet den U-Boot-Krieg und setzt am 26. Oktober die Entlassung Ludendorffs, des mächtigsten Mannes im Staat, aus der Obersten Heeresleitung durch.
Als die Novemberrevolution ausbricht, ist die Stellung Kaiser Wilhelms nicht mehr zu retten. Um zumindest die Monarchie als solche zu retten und die Revolutionäre zu beschwichtigen verkündet Max von Baden am späten Vormittag des 9. November 1918 eigenmächtig und verfassungswidrig die Abdankung des Kaisers, der sich zu dieser Zeit im Hauptquartier der Obersten Heeresleitung im belgischen Spa befindet. Diese Handlung Max von Badens wird durch den Kaiser und dessen Sohn erst im Nachhinein de jure bestätigt.
Gleichfalls am 9. November übergibt Max von Baden entgegen der Verfassung das Reichskanzleramt dem Führer der stärksten Reichstagspartei, Friedrich Ebert. Dessen Bitte, als Reichsverweser die Position des Staatsoberhauptes zu besetzen, bis eine Nationalversammlung einen neuen Souverän für das Deutsche Reich bestimmt hat, lehnt er ab. Er zieht sich ins Privatleben zurück und widmet sich der Gründung der Schule Schloss Salem, die zur Heranbildung einer neuen geistigen Elite in Deutschland beitragen soll. Max von Baden stirbt am 6. November 1929 in Salem bei Überlingen.
Mann | Deutscher | Militärperson (Deutsches Reich) | Reichskanzler (Deutsches Reich) | Ministerpräsident (Preußen) | Corpsstudent | Geboren 1867 | Gestorben 1929
Max af Baden | Prince Maximilian of Baden | Maximilian von Baden | Max von Baden | Max von Baden | מקס פון באדן | Max van Baden | Maximilian av Baden | Max von Baden | Max av Baden | 马克斯·冯·巴登
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