Max Carl Anton Fürbringer ( * 30. Januar 1846 in Wittenberg; † 6. März 1920 in Heidelberg ) war ein deutscher Anatom und Ornithologe.
Unter dem Einfluss von Carl Gegenbaur beschäftigte sich Fürbringer mit entwicklungsgeschichtlichen Arbeiten (Bildung der Nieren). Als er an seine Aufgabe heranging, war er aufs gründlichste ausgerüstet mit allen Kenntnissen, die zur Beurteilung der bisherigen Versuche einer Klassifikation der Vögel erforderlich waren. Er war ein vergleichender Anatom, der sein Urteil an reichen Erfahrungen geschärft und in mühseliger Kleinarbeit eine Menge von Untersuchungen durchgeführt hatte, vor allem auch solcher, die zur Klärung genealogischer Fragen noch erforderlich schienen. Keiner vor ihm, und man darf wohl sagen keiner nach ihm, hat die zur Klassifikation verwendbaren Merkmale so vollständig zusammengestellt und ihre phylogenetische Wertigkeit so sorgfältig abgewogen wie er, der sich der Zusammenhänge zwischen Form und Funktion allezeit bewusst blieb. Den Fallstricken, die die „Isomorphien”, dass heißt die durch gleiche funktionelle Einwirkung sekundär entstandenen morphologischen Übereinstimmungen, die sich dem Systematiker stellen, ist er daher behutsam ausgewichen. Er war ebenfalls mit der Erscheinung vertraut, die heute als „allometrisches Wachstum” bezeichnet wird.
Sein monumentales Hauptwerk „Untersuchungen zur Morphologie und Systematik der Vögel” fußt auf gründlichen vergleichenden Studien der Brust, Schulter und Flügelregion der ganzen Vogelklasse und führte unter Berücksichtigung von paläontologischen und tiergeographischen Tatsachen zu neuen Erkenntnissen über die Stammesgeschichte der Vögel und zur Aufstellung einer, in den Gründzugen auch heute noch gültigen Systematik der Vögel. Unter anderem gelang Fürbringer der Nachweis, dass die „Flachbrustvögel” (Ratiten, z. B. Strauße) in einen durchaus heterogenen Komplex sekundär flugunfähig geworden sind.
Sein System ist, durch Einführung von vier höheren Kategorien (Ordo, Subordo, Gens, Familia), feiner gegliedert als das seiner Vorgänger, wobei die Kategorie der „Gentes” den Ordnungen anderer Autoren entspricht. Von zunehmend hypothetischem Charakter sind seine Bündelungen der Gentes zu 24 Unterordnungen und dieser zu 7 Ordnungen.
Von Fürbringers zahlreichen sonstigen Arbeiten, sei hier nur noch seine Monographie über die spino-occipitalen Nerven hervorgehoben. Fürbringer gilt als Hauptvertreter der Schule Gegenbaurs, dem er eine ausführliche Biographie widmete (1903).
Mann | Deutscher | Anatom | Ornithologe | Geboren 1846 | Gestorben 1920
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