Ein Mawashi (jap. 廻し) ist im Sumōringen der Gürtel, den die Kämpfer (rikishi) im Wettkampf und beim Training tragen. Profiringer der oberen Ränge tragen während der Zeremonie beim Betreten des Ringes zum Beginn eines Turniertages (dohyo-iri) sowie beim "Bogentanz" am Ende eines Kampftages einen zeremoniellen Kesho-mawashi (siehe weiter unten).
Sollte ein Mawashi sich während eines Kampfes lösen, kann der Kampf angehalten werden, um es dem betreffenden Kämpfer zu ermöglichen, seinen Gurt neu zu binden. Verliert ein Ringer während eines Kampfes seinen Mawashi vollends, so wird er disqualifiziert und sein Gegner zum Sieger erklärt (Fujo-make). Dies ist aber zumindest im japanischen Profisumō seit vielen Jahrzehnten nicht mehr vorgekommen.
Der Mawashi ist mehr als ein Kleidungsstück, er ist ein wichtiger Bestandteil des Sumōsports, da viele der 82 Siegtechniken (Kimarite) auf Griffen am Mawashi des Gegners beruhen, da dieser den besten Angriffspunkt bietet. Streng verboten sind allerdings Griffe am vertikalen Teil des Mawashi, der zwischen den Beinen hindurchführt. Gelegentlich versuchen Kämpfer, mit kleinen Tricks einen Vorteil herauszuschlagen: Wird zum Beispiel der Mawashi nur sehr lose gebunden, sind Würfe erschwert. Andere wickeln den Gürtel sehr fest und besprengen ihn mit Wasser, um zu verhindern, dass der Gegner zufassen kann.
Zwar werden nur die Farben schwarz, lila und dunkelblau offiziell vom japanischen Sumoverband erlaubt, dieser sieht jedoch stillschweigend über Übertretungen hinweg, solange die Farben nicht zu hell sind. Oft bleibt die Gurtfarbe eines Ringers relativ konstant: Musashimaru trug fast immer ein silbriges Grau, Asashoryu kämpft meistens in schwarz. Viele Sumōringer sind jedoch abergläubisch, was die Farbe ihrer Mawashi angeht. Oft wird versucht, eine "Pechsträhne" durch Wechsel der Gurtfarbe zu brechen.
Seidene Mawashi werden nur bei öffentlichen Kämpfen getragen. Während des Trainings wird auf schwere, baumwollene Modelle zurückgegriffen. Die Angehörigen der obersten beiden Divisionen, die sogenannten Sekitori, tragen weiße Gürtel mit einem charakteristisch geschwungenen Ende. Sagari werden nicht dazu getragen.
Rikishi der unteren Divisonen müssen sowohl bei Wettkämpfen als auch im Training schwarze Baumwollgürtel tragen. Im Wettkampf ergänzen sie diese um ungestärkte Sagari aus Baumwolle.
Amateurkämpfer schließlich sind in ihrer Auswahl auf weiße Baumwolle beschränkt. Die Form unterscheidet sich jedoch von derjenigen der Profi-Trainingsmawashi.
Yokozuna, die in einer eigenen Zeremonie auftreten, besitzen Sets von jeweils drei identischen Kesho-mawashi, derer zwei dabei von ihren Assistenten getragen werden.