Mauser ist eines der ältesten und bekanntesten Unternehmen zur Konstruktion und Herstellung von Militär- und Zivilwaffen. Die Waffen wurden bis 1999 in den Mauserwerken in Oberndorf am Neckar produziert, heute werden sie in Isny im Allgäu hergestellt.
Bekannteste Erfindung der Firma Mauser auf dem Feuerwaffensektor ist das so genannte System M98, welches 1898 von der deutschen Heeresleitung in Dienst gestellt wurde. Das M98, auch 98er-System genannt, war bis 1945 das Ordonnanzgewehr des deutschen Soldaten und findet auch heute noch bei den Paradeeinheiten Verwendung.
Die Geschichte der Mauser-Gewehre begann 1871, als das deutsche Reichsheer ein für Zentralfeuermunition eingerichtetes Zylinderverschlussgewehr erhielt, das zusammen mit preußischen Militärbehörden von den Brüdern Peter-Paul Mauser und Wilhelm Mauser entwickelt worden war. Von dem noch einschüssigen M71 ausgehend entstand in dreißigjähriger Entwicklungszeit das Modell 98, das weltweit als perfektes Repetiergewehr gilt.
Vornehmlich wurde dieses System, welches ein schon beim Öffnen spannender Drehkammerverschluss ist, für Militärwaffen eingesetzt. Die Waffen mit 98er System wurden im Ersten und Zweiten Weltkrieg in Deutschland geführt. Vor allem das Gewehr 98 und der Karabiner 98k. Beide Waffen wurden in unzähligen Versionen hergestellt und später auch von vielen anderen Firmen nachgebaut und variiert.
Das System erwies sich als so zuverlässig und fehlerfrei, dass es bis heute in Jagd- und Sportwaffen verwendet wird. Für Jagdrepetierer werden sogar noch oft alte Originalsysteme aus alten Militärwaffen der Weltkriege wieder aufbereitet und verwendet. So gelten die zur Kaiserzeit vor dem Ersten Weltkrieg gefertigten M98-Systeme der DWM (Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken) in ihrer Qualität als nach wie vor unübertroffen.
Auch der Großwildjäger in Afrika schwört seit über einhundert Jahren auf das Mauser 98er-System, da es einfach aufgebaut ist, zuverlässig auch mit verschiedensten Munitionssorten auch unter extremen klimatischen Bedingungen funktioniert und vor allem unempfindlich gegen Verschmutzungen ist. Ohne Werkzeug und mit nur wenigen Handgriffen lässt sich ein M98 zur Reinigung zerlegen und wieder zusammensetzen.
1945 wurden die Mauserwerke demontiert und konnten erst 1956 ihre Tätigkeit wieder aufnehmen.
1966 wurde von Mauser mit dem M66 ein spezielles Repetiersystem für Jagdwaffen eingeführt. Das M66 bestand aus zwei Teilen: der Drehkammer, ähnlich der im M98 verwendeten, und einem zusätzlichen Schlitten auf einer Führungssschiene. Beim Öffnen bewegten sich Kammer und Schlitten zunächst gemeinsam nach hinten. Dann blieb der Schlitten stehen, und die Kammer glitt weiter heraus, bis der Verschluss vollständig geöffnet war. Diese Teleskopbauweise aus zwei nacheinander heraus- und hereinfahrenden Verschlussteilen erlaubte bei gleicher Munitionsart eine um ca. 6 cm kürzere Bauweise als beim M98.
1996 wurde mit dem M96 ein Geradezugrepetierer eingeführt, bei dem für den Repetiervorgang der Kammerstengel nicht mehr angehoben werden musste. Ein einfacher Zug nach hinten reichte aus, eine neue Patrone in das Patronenlager zu repetieren. Die Waffe setzte sich aber gegenüber den Konkurrenzprodukten, allen vorweg der Geradezugrepetierer R93 der Firma Blaser, nicht durch.
2003 folgte schließlich das M03-System, welches die Vorteile des M98 in einer modernen Konstruktion in die heutige Zeit mit übernahm. Vorteilhaft des M03 ist insbesondere, dass der Waffenbesitzer verschiedene Läufe in verschiedenen Kalibern nutzen kann, und beim System nur den Verschlusskopf auf der Kammer auswechseln muss.
Im Militärbereich konnte Mauser nach dem Zweiten Weltkrieg keine Infanteriewaffen mehr an die Bundeswehr liefern, diese Rolle hatte längst Heckler und Koch übernommen. Dafür konnte Mauser Aufträge für Bordkanonen von Kampfjets bekommen, zum Beispiel für den Eurofighter.
2004 gingen die Mauser Werke in die neu gegründeten Rheinmetall Waffe Munition GmbH auf, existieren als Marke aber weiter.
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