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Mauritius
 

Republik Mauritius
Republic of Mauritius
Flag of Mauritius.svg Coat of arms of Mauritius.png
(Details) (Details)

Wahlspruch: Stella Clavisque Maris Indici.
Latein, „Stern und Schlüssel des Indischen Ozeans“
Amtssprache Englisch
Hauptstadt Port Louis
Staatsform Republik
Staatsoberhaupt Anerood Jugnauth
Regierungschef Navin Ramgoolam
Fläche 1.860 km²
Einwohnerzahl 1.220.481 (Stand Juli 2004)
Bevölkerungsdichte 656 Einwohner pro km²
Unabhängigkeit 12. März 1968 (von Großbritannien und Nordirland)
BIP/Einwohner 4.244 *] (2004)
Währung Rupie
Zeitzone UTC +4
Nationalhymne Motherland
Kfz-Kennzeichen MS
Internet-TLD .mu
Vorwahl +230
- Mauritius-Pos.png
- Mp-map.png Die Republik Mauritius (dt.: engl.: [) ist ein Inselstaat im Südwesten des Indischen Ozeans, ungefähr 900 km östlich von Madagaskar. Im Norden befinden sich die Seychellen und im Westen befindet sich das französische Überseedépartement La Réunion.

Geographie


Geographische Lage

Mauritius liegt im Indischen Ozean. Im Westen ist die Insel Madagaskar etwa 900 Kilometer entfernt. Bis zum afrikanischen Kontinent sind rund 1.800 Kilometer zurückzulegen. La Réunion liegt etwa 200 km im Westen und Indien befindet sich etwa 4 000 km im Nordosten. Zu Mauritius gehören noch sehr viele kleinere Inseln wie zum Beispiel St. Brandon, Rodrigues und die Agalega-Inseln. Zusammen mit La Réunion und Rodrigues gehört Mauritius zu den Maskarenen.

Landschaftsbild

Der Staat Mauritius besteht aus zwei großen und mehreren kleineren Inseln: Als erstes wäre da Mauritius selber, die größte Insel des Landes, auf der auch die Hauptstadt Port Louis liegt. Die zweite größere Insel heißt Rodrigues und zählt rund 40.000 Einwohner. Sie liegt ca. 600 km östlich auf ungefähr der gleichen Höhe.

Die Cargados-Carajos-Inseln liegen ca. 500 km nord-östlich von Mauritius. Diese Inselgruppe hat eine Länge von ca. 100 km und erstreckt sich von Nord nach Süd. Die Agalega-Inseln liegen über 1.000 km in nördlicher Richtung von Mauritius entfernt nahe bei den Seychellen. Die Hauptinsel Agalega hat etwa 50 Dauereinwohner, die von Fischfang leben. Durch den Zuzug von Mitarbeitern eines geplanten Hotels könnte sich diese Zahl erhöhen.

Klima

Das Klima ist tropisch: Die Durchschnittstemperatur liegt an der Küste bei 23,3 °C und auf den Höhen bei 19,4 °C. Die relative Feuchtigkeit variiert zwischen 70 % an den Küsten und 90 % bis 100 % in den Bergen. Der Winter geht von Mai bis November und ist relativ trocken, wohingegen der Sommer von November bis Mai recht feucht ist.

Mauritius wird alle fünf bis sechs Jahre im Sommer von Zyklonen heimgesucht, die auf der Insel schwere Verwüstungen anrichten.

Städte

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005):

  1. Port Louis: 155.226 Einwohner
  2. Beau Bassin-Rosehill: 110.822 Einwohner
  3. Vascoas-Phoenix: 106.761 Einwohner
  4. Curepipe: 84.200 Einwohner
  5. Quatre Bornes: 80.961 Einwohner

Siehe auch: Liste der Städte auf Mauritius

Bezirke

Die Insel Mauritius ist in 9 Bezirke gegliedert (in Klammern die jeweiligen Hauptstädte):

  1. Black River (Tamarin)
  2. Flacq (Centre de Flacq)
  3. Grand Port (Mahebourg)
  4. Moka (Moka)
  5. Pamplemousses (Triolet)
  6. Plaines Wilhelm (Rose-Hill)
  7. Port Louis (Port Louis)
  8. Riviere du Rempart (Poudre d'Or)
  9. Savanne (Souillac)

Bevölkerung


Etwa zwei Drittel der Einwohner stammen vom indischen Subkontinent. Ein großer Teil der übrigen Bevölkerung sind sogenannte Kreolen (ehemalige Sklaven aus Afrika und Madagaskar, mit anderen Gruppen, vor allem Europäern, vermischt). Gut zwei Prozent der Mauritianer sind chinesischer Abstammung, die weiße Minderheit ist etwas kleiner. Ureinwohner gibt es nicht, da Mauritius vor der Kolonialisierung unbewohnt war.

Morisyen, eine Kreolsprache, die auf dem Französischen basiert, wird von fast der gesamten Bevölkerung im Alltag verwendet und von über 80 Prozent als Muttersprache gesprochen. Es gibt Bestrebungen Morisyen einen offiziellen Status zu geben. Daneben wird auch ein Gemisch aus nordindischen Sprachen und Dialekten gesprochen, das den Hindi ähnelt (12%), sowie dravidische Sprachen aus Südindien, vor allem Tamil (3%). Die Chinesen sprechen zum Teil noch verschieden südchinesische Dialekte. Die offizielle Amtssprache ist Englisch, während Französisch weiterhin die Muttersprache (4%) der Oberschicht ist, obwohl die Franzosen das Land schon seit über 200 Jahren nicht mehr beherrschen. Das Französische beherrscht die Massenmedien und den öffentlichen Raum. Die Stellung des Französischen wird auch durch das verwandte Morisyen gestärkt, das die meisten Einwohner sprechen.

Die am weitesten verbreitete Religion ist der Hinduismus, dem knapp die Hälfte der Bevölkerung angehört. Zum Christentum bekennen sich etwa 35 Prozent der Bevölkerung, wobei die Mehrheit katholisch ist, nur etwa 8 Prozent sind Protestanten. 12 Prozent sind Sunniten, etwa 3 Prozent Schiiten.Buddhisten stellen etwa ein Prozent der Bevölkerung. Der Hinduismus und Islam wurde von den indischen Arbeitern nach Mauritius gebracht, die von den Engländern nach Abschaffung der Sklaverei auf den Zuckerrohrplantagen eingesetzt wurden.

Geschichte


Die Insel war Arabern und Malaien wohl schon im 10 Jh. bekannt, obwohl es dafür keine Beweise gibt.

Portugiesische Zeit (1505-1598)

Entdeckt von Europäern wurde die Insel 1505 (andere Quellen nennen 1507 oder auch 1510) vom Portugiesen Pedro Mascarenhas. An ihn erinnert noch heute der Name der Inselgruppe der Maskarenen (bestehend aus Mauritius, Rodrigues und Réunion). Die Portugiesen nutzten die Insel aber nur als Stützpunkt, nicht aber als Kolonie.

Niederländische Zeit (1598-1710)

Der Admiral van Warwick nahm die Insel 1598 für Holland in Besitz und benannte sie nach dem Prinzen Moritz von Oranien (ndl. Maurits, lat. Mauritius). Von 1598 – 1710 war Mauritius in niederländischem Besitz. Besiedelt wurde sie erst 1638 von den Niederländern. Frankreich nahm im selben Jahr die benachbarten Inseln Rodrigues und Réunion in Besitz. Als die Holländer um 1710 die Insel Mauritius in Richtung Südafrika verließen, setzten sich Seeräuber auf Mauritius fest. Sie operierten immer dreister im Indischen Ozean und fügten der Handelsschifffahrt erheblichen Schaden zu. Die Handelsmacht Frankreich griff ein und kämpfte gegen das gut organisierte Piratentum. Die Insel war fast vollständig abgeholzt und die Tierbestände (wie die der Dodos) ausgerottet bzw. stark dezimiert.

Französische Zeit (1715-1810)

1715 wurde das Land von den Franzosen erobert, welche die Insel in „Île de France“ umbenannten. Mahé de Labourdonnais war von 1734 - 1746 Gouverneur von Mauritius und gründete 1735 Port Louis und errichtet dort den Gouverneurssitz. Eigentümer des Eilands war bis zu ihrem Bankrott im Jahr 1767 die Französisch-Ostindische Handelsgesellschaft. Sie ließ Zuckerrohrplantagen von Sklaven aus Ostafrika und Madagaskar anlegen und bewirtschaften. Ab 1767 war die Insel französische Kronkolonie.

Britische Zeit (1810-1968)

1810 besetzten die Briten unter Kommodore Josias Rowley nach einer erfolgreichen Seeschlacht gegen Frankreich die Insel und benannten sie wieder um in Mauritius. Auch Rodrigues fiel in britische Hände, während Réunion nach dem Krieg an Frankreich zurückgegeben wurde. Ab 1814 war Mauritius britische Kronkolonie und gehörte zum Commonwealth. Die britischen Besatzer nahmen nur wenig Einfluss auf Geschehen und Verhältnisse auf der Insel. Viele Dinge der Franzosen blieben daher erhalten, wie zum Beispiel der Code Civil Napoleons und die französische Sprache.

Im 19. Jahrhundert setzte eine Masseneinwanderung aus Indien ein, nachdem die britische Kolonialmacht ab 1835 die Sklaverei verboten hatte. Ab 1871 wurde für so genannte "Kontraktarbeiter" ein Einwanderungsstopp verhängt, weil auf den Plantagen tätige Inder inzwischen 60 Prozent Bevölkerungsanteil erreicht hatten. Wegen der Monokultur war die Wirtschaft auf der Insel von der Entwicklung des Zuckerrohr-Weltmarktpreises besonders abhängig.

Die Krise der Zuckerrohrindustrie auf Mauritius Ende des 19. Jahrhunderts führte zur Abwanderung eines großen Teils seiner Bevölkerung.

Die Bevölkerung blieb, trotz über 150 Jahren britischer Herrschaft, durch die Abstammung der herrschenden Oberschicht bis heute französisch geprägt.

Unabhängigkeit

Ab 1958 bereitete Großbritannien Mauritius auf seine Selbstständigkeit vor. Das allgemeine Wahlrecht und politische Autonomie wurden eingeräumt. Nach 150 Jahren britischer Herrschaft wurde Mauritius am 12. März 1968 unabhängig, blieb aber immer noch ein Bestandteil des Commonwealth. Erster Premierminister wurde der Führer der Arbeiterpartei, Sir Seewoosagur Ramgoolam, welcher Mauritius in den ersten 14 Jahren seiner Unabhängigkeit regierte. Seit Juli 2005 ist sein Sohn Premierminister.

Am 12. März 1992 wurde Mauritius nach Einführung einer neuen Verfassung eine Republik.

Politik


Seit der Unabhängigkeit ist die Regierung eine der wenigen stabilen Repräsentativen Demokratien in Afrika mit freien Wahlen und Garantien für Menschenrechte innerhalb des Staates.

Das Parlament von Mauritius besteht aus mindestens 62 und maximal 70 Mitgliedern. Diese werden alle fünf Jahre in den 21 „constituencies“ genannten Bezirken gewählt, jeder Bezirk stellt drei Abgeordnete, mit Ausnahme von Rodrigues, das zwei stellt. Die restlichen acht sind die „besten Verlierer“ aller Bezirke, die bestimmten im "normalen" Wahlergebnis unterrepräsentierten Ethnien angehören müssen. Die Sinnhaftigkeit des Best Loser Systems, das auf einer Volkszählung der 70er-Jahre fußt, ist umstritten und könnte im Zuge einer diskutierten Wahlreform gestrichen werden.

Das Staatsoberhaupt ist der Präsident, der nach den Wahlen vom Parlament gewählt wird. Er wählt aus den Abgeordneten des Parlaments den Premierminister, der die Regierung leitet und Kandidaten für die einzelnen Ministerämter vorschlägt, welche dann wiederum vom Präsidenten eingesetzt werden.

Die Mauritian Labour Party (MLP) regierte in der Zeit von 1947 bis 1982 durchgehend entweder alleine oder in einer Koalition. Die Allianz von Mauritian Militant Movement und Mauritian Socialist Party (MMM/PSM) gewann die Wahlen von 1982 und bekamen alle 60 Sitze zugesprochen. 1983 liefen Politiker von der MMM zur PSM über und vereinten sich zur Militant Socialist Movement (MSM) und bildeten eine Mehrheit in der Koalition mit der MLP.

Im Juli 1990 schloss sich die MSM mit der MMM zusammen und sie gewannen bei den Wahlen im September 1991 59 der 62 direkt gewählten Sitze im Parlament. Im Dezember 1995 gewann abermals die MLP, dieses mal aber in Koalition mit der MMM. Nachdem der Premierminister Ramgoolam von der MLP 1997 den Koalitionspartner MMM von den Regierungsgeschäften ausschloss, regierte die MLP mit Hilfe von kleinen Parteien alleine weiter.

2000 gewann die Koalition aus MMM und MSM die Nationalwahlen. Trotz Auseinandersetzungen der beiden Parteien traten sie im Juli 2005 wieder gemeinsam bei den Wahlen gegen eine MLP-geführte Soziale Allianz an. Die Soziale Allianz konnten aber - mit 42 gewonnen Sitzen - einen überragenden Sieg einfahren.

Wirtschaft


Allgemeines

Die stabile politische Lage auf der Insel nach der Unabhängigkeit zog in hohem Maße ausländische Investoren an, was Mauritius eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen Afrikas einbrachte. In den letzten Jahren wurde das Wirtschaftswachstum durch Naturkatastrophen und fallende Zuckerpreise stark verlangsamt, was zu Protesten aufgrund des Lebensstandards der überwiegend kreolischen Bevölkerung führte. Der Rohrzucker, der auf fast 90% der kultivierten Fläche angebaut wird, ist eine der Haupteinnahmequellen von Mauritius: er macht 25% der Exporteinkommen aus. Auch die Textilindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftszweig, der aber aufgrund von limitierten Exportquoten ebenfalls unter Druck geraten ist.

Strukturwandel

Vor der Unabhängigkeit war die Wirtschaft in Mauritius fast nur von Zuckerrohr abhängig. Doch das Land hat es geschafft die Industrie-, Bank- und Tourismusbranche auszubauen und zu fördern, was zu dem relativ hohen Lebensstandard führte. Insbesondere die Edelsteinschleiferei hat sich zu einem wichtigen Industriezweig entwickelt. Die im Juli 2005 abgewählte Regierung wollte Mauritius zu einem Cyber Island und Ziel von Outsourcing machen. Wahrscheinlich führt die neue Regierung die Cyber Island Strategy im Wesentlichen fort.

Staatsausgaben

Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für

Kultur


Die koloniale Vergangenheit spiegelt sich auch in der Kultur wider, so enthält die kulinarische Karte von Mauritius Elemente aus den Niederlanden, Frankreich, Indien und von den Kreolen. Auch in den anderen Kulturbereichen herrscht eine Mischung der Einflüsse der beiden Kolonialmächte sowie Afrikas und Asiens.

Weiterhin ist Mauritius für seine Briefmarken berühmt, die Rote und Blaue Mauritius (im Englischen allerdings als der „Red Penny“ und der „Blue Penny“ bekannt). Sie wurden 1847 gedruckt, als Mauritius als fünftes Land der Erde begann, Briefmarken zu benutzen. Sie sind heute sehr selten und daher auch sehr wertvoll.

Weblinks


Mauritius | Staat | Inselgruppe (Afrika) | Inselgruppe (Indischer Ozean)

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