Mattstetten ist eine politische Gemeinde im Amtsbezirk Fraubrunnen des Kantons Bern in der Schweiz.
Geographie
Mattstetten liegt auf 516 m ü. M., 10 km nordnordöstlich der Kantonshauptstadt
Bern (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich in der breiten von der
Urtenen durchflossenen Senke zwischen dem Rapperswiler Plateau im Westen und den
Molassehöhen des
Bantigers im Südosten, im Schweizer
Mittelland.
Die Fläche des 3.8 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des zentralen Berner Mittellandes. Der grössere nördliche Gemeindeteil liegt in der kaum reliefierten Senke des Urtenentals, die im Osten von den Hauptverkehrssträngen der Eisenbahn und Autobahn zwischen Bern und Olten flankiert wird. Im Norden verläuft die Grenze über die Anhöhe Mattenbühl (529 m ü. M.). Nach Süden erstreckt sich der Gemeindeboden in einem schmalen Streifen über das Moos in die waldreiche Gegend von Röduberg (639 m ü. M.), Mattstettenberg (662 m ü. M.) bis auf den Kamm des Grauholzes, auf dem mit 740 m ü. M. der höchste Punkt von Mattstetten erreicht wird. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 16 % auf Siedlungen, 34 % auf Wald und Gehölze, 39 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 1 % war unproduktives Land.
Zu Mattstetten gehört das Neubauquartier im Grossacher westlich der Urtenen. Nachbargemeinden von Mattstetten sind Jegenstorf, Münchringen, Hindelbank, Bäriswil, Krauchthal, Bolligen und Urtenen-Schönbühl.
Bevölkerung
Mit 565 Einwohnern (Ende 2004) gehört Mattstetten zu den kleineren Gemeinden des Kantons Bern. Von den Bewohnern sind 97.1 % deutschsprachig, 0.7 % französischsprachig und 0.5 % sprechen Niederländisch (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Mattstetten belief sich
1850 auf 244 Einwohner,
1900 auf 256 Einwohner. Im Verlauf des
20. Jahrhunderts nahm die Bevölkerungszahl stetig zu;
1970 wurden 400 Einwohner gezählt.
Wirtschaft
Mattstetten war bis in die zweite Hälfte des
20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die
Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute haben der
Ackerbau, der
Obstbau sowie die
Milchwirtschaft und die
Forstwirtschaft einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. In Mattstetten sind heute Betriebe der Informatik, des Karosseriebaus und eine Firma für Bedachungen vertreten. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die hauptsächlich in der Agglomeration
Bern arbeiten.
Verkehr
Obwohl keine Durchgangsstrassen durch das Dorf führen, ist die Gemeinde verkehrstechnisch gut erschlossen. Die Hauptzufahrt erfolgt von Urtenen-Schönbühl. Der nächste Anschluss an die Autobahnen
A1 (Bern-Zürich) und
A6 befindet sich rund 3 km vom Ortskern entfernt. Am
16. Juni 1857 wurde der Abschnitt Herzogenbuchsee-Bern der Bahnlinie von Olten nach Bern mit einem Bahnhof bei Mattstetten eröffnet. In der ganzen Schweiz bekannt wurde Mattstetten als Beginn der Neubaustrecke Mattstetten-Rothrist im Rahmen von
Bahn 2000, die im Dezember 2004 eröffnet wurde. Auch das Nordportal des
Grauholztunnels liegt auf dem Gemeindegebiet.
Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte
1201 unter dem Namen
Mahtstetten. Später erschienen die Bezeichnungen
Mattstetin (
1231) und
Matstetten (
1257).
Seit dem Mittelalter bildete Mattstetten eine eigene kleine Herrschaft, die unter der Oberhoheit der Grafen von Kyburg stand. Die Herren von Mattstetten hatten bis 1426 die niedere Gerichtsbarkeit inne, danach gab es verschiedene Besitzerwechsel. Unter Berner Oberhoheit (seit 1406) war das Dorf dem Landgericht Zollikofen zugeordnet. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte Mattstetten während der Helvetik zum Distrikt Zollikofen und ab 1803 zum Oberamt Fraubrunnen, das mit der neuen Kantonsverfassung von 1831 den Status eines Amtsbezirks erhielt.
Sehenswürdigkeiten
Mit seinen Bauernhäusern des bernischen Landstils aus dem
18. und
19. Jahrhundert hat Mattstetten ein Ortsbild von regionaler Bedeutung bewahrt. Ein gut erhaltener Herrenstock im Stil des
Spätbarocks wurde in der Zeit von
1779 bis
1781 erbaut. Auf dem Dorfplatz steht ein Kalksteinbrunnen mit Obelisk von
1780. Das Dorf besitzt keine eigene Kirche, es gehört zur Pfarrei Urtenen.
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Mattstetten | Mattstetten | Mattstetten (kommun, CH-BE)