Matthias Sammer (* 5. September 1967 in Dresden) ist ein deutscher Fußballspieler und -trainer. Er war von 1986 bis 1997 Nationalspieler, zuerst in der Deutschen Demokratischen Republik, nach der Wiedervereinigung in der gesamtdeutschen Nationalmannschaft. Zudem spielte er bei Dynamo Dresden, dem VfB Stuttgart, Inter Mailand sowie Borussia Dortmund. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.
Biografie
Die Anfangsjahre
Matthias Sammer, dessen Vater
Klaus Sammer schon
Fußballnationalspieler der DDR gewesen war, spielte ab
1972 für die
SG Dynamo Dresden Fußball. In der Saison 1985/86 schaffte er den Sprung in die
Oberliga-Mannschaft der Dresdner Dynamos, die von seinem Vater trainiert wurde. Zwischen
1985 und
1990 absolvierte er 102 Punktspiele (39 Tore) für Dynamo Dresden in der höchsten Spielklasse der
DDR. In den Spielzeiten 1988/89 und 1989/90 gewann er mit Dresden die DDR-Fußballmeisterschaft, wobei
1990 das nationale Double durch den
Pokalsieg komplettiert wurde. Sein größter internationaler Erfolg mit den Dynamo war der Durchmarsch ins
UEFA-Pokalhalbfinale der Saison 1988/89. Matthias Sammer bestritt 20
Europapokalspiele für die SG Dynamo Dresden, in denen er 2 Tore erzielte.
Die Vereinskarriere in Stuttgart, Mailand und Dortmund
Im Rahmen der politischen Wende verließ Sammer im Sommer 1990 den inzwischen umbenannten 1. FC Dynamo Dresden und wechselte zum schwäbischen Traditionsclub
VfB Stuttgart. Dort bestritt er 63
Bundesligaspiele (20 Tore), 3
Europapokalspiele (1 Tor) und wurde 1992 mit der Mannschaft von Trainer
Christoph Daum deutscher Meister.
Für wenige Monate spielte Sammer in der Saison 1992/93 für den italienischen Club Inter Mailand in Italien. In 11 Spielen erzielte er 4 Tore in der Serie A, bevor er in der Winterpause dieser Spielzeit in die deutsche Bundesliga zurückkehrte.
Seine Zeit bei Borussia Dortmund (115 Erstligaspiele/21 Tore und 27 Europapokalpartien ohne Tor) war sehr erfolgreich. In Dortmund nahm der ehemalige Mittelfeldspieler zunehmend die Rolle des Liberos ein. Unter Trainer Ottmar Hitzfeld gewann er zwei weitere Meisterschaften (1995 und 1996) und 1997 nach einem 3:1-Finalsieg gegen Juventus Turin im Münchner Olympiastadion die UEFA Champions League.
Die Nationalmannschaften
In der
Fußballnationalmannschaft der DDR debütierte er am 19. November 1986 im
Leipziger Zentralstadion bei einem EM-Qualifikationsspiel gegen
Frankreich (0:0). Bei seinem Abschied (das letzte Spiel der DDR-Elf vor der
Wiedervereinigung) am 12. September 1990 erzielte Sammer beide Tore zum 2:0-Sieg gegen
Belgien in
Brüssel. Insgesamt war er 23 Mal für die Auswahl des
Deutschen Fußball-Verbandes aktiv, wobei er sechs Treffer erzielte.
Als erster Spieler aus der DDR wurde er in die gesamtdeutsche Nationalmannschaft unter Berti Vogts berufen. Sein erstes Spiel war am 19. Dezember 1990 gegen die Schweiz in Stuttgart (4:0), sein letztes Spiel am 7. Juni 1997 in Kiew gegen die Ukraine im Rahmen der WM-Qualifikation (0:0). In 51 Spielen für den DFB schoss er 8 Tore, sein größer Erfolg ist wohl der Sieg im Finale der Europameisterschaft 1996 in England und die Vizeeuropameisterschaft 1992 in Schweden
Ehrungen
Die überragende Leistung bei der EM 1996 brachte Sammer den Titel des
Fußballers des Jahres in Europa
1996. Zu seinen weiteren persönlichen Ehrungen gehört die zweimalige Wahl zu Deutschlands
Fußballer des Jahres in den Jahren 1995 und 1996.
Das Karriereende
Nach einer langwierigen Knieverletzung, die ihn unter anderem die Teilnahme an der
Weltmeisterschaft 1998 in
Frankreich kostete, musste Matthias Sammer
1998 seine Laufbahn als Spieler beenden. Seine Bilanz beläuft sich auf 291 Erstligaspiele (84 Tore) in der DDR, der Bundesrepublik Deutschland und in Italien sowie 50 Europapokalteilnahmen (3 Tore). Die Zahl seiner Länderspiele - DFV und DFB zusammengerechnet - beträgt 74 (14 Tore).
Die Trainerlaufbahn
Er war in den Jahren 2000 - 2004 Cheftrainer von Borussia Dortmund, mit der Sammer 2002 ebenfalls Deutscher Meister und damit auch jüngster Meistertrainer der Bundesligageschichte wurde. Im selben Jahr erreichte er mit der Mannschaft das Endspiel des
UEFA-Cup gegen
Feyenoord Rotterdam, in dem Dortmund mit 2:3 verlor. Der eigentlich bis zum Jahr 2010 laufende Trainer-Vertrag mit der Borussia wurde vorzeitig zum 30. Juni 2004 in "beiderseitigem Einvernehmen" beendet.
Am 31. Mai 2004 unterschrieb Matthias Sammer bei seinem ehemaligen Verein VfB Stuttgart einen Vertrag bis 2007, mit dem er am Ende der Spielzeit 2004/2005 den Einzug in den Europapokal der Saison 2005/06 erreichte. Trotz dieser Leistung fordern im Mai 2005 kritische Stimmen seine Entlassung, da die Qualifikation zur Champions-League leichtfertig verspielt wurde. Am 3. Juni 2005 trennten sich im beiderseitigen Einvernehmen die Wege von Sammer und dem VfB Stuttgart.
DFB-Sportdirektor
Am 8. Februar 2006 gab der
DFB bekannt, dass Sammer am 1. April 2006 den neu geschaffenen Posten des Sportdirektors antreten wird.
Literatur
- Tom Bender und Ulrich Kühne-Hellmessen: Matthias Sammer, Der Feuerkopf, Sportverlag 2001 ISBN 3328008845
Weblinks
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