Matthias (eigentlich Matthäus) Klostermayr, der Bayerische Hiasl, (* 3. September 1736 in Kissing, † 6. September 1771 in Dillingen) war ein Wilderer und Anführer einer "gerechten Räuberbande" im damaligen schwäbisch-bayerischen Grenzgebiet.
Ursprünglich Wilddieb, überfiel er nach der Ermordung seines Wildererkumpanen "Sternputz" mit seiner aus bis zu 30 Personen bestehenden Bande auch Amtsstuben und andere öffentliche Einrichtungen. So erpresste er vom Amtmann in Täfertingen Steuergeld, das er unter der Bevölkerung wieder verteilte. Klostermayr wurde am 14. Januar 1771 von Soldaten des Schwäbischen Kreises unter Premierleutnant Josef Schedel im Gasthof Post in Osterzell nach einem Feuergefecht festgenommen und später in Dillingen grausam hingerichtet (gevierteilt).
Matthias Klostermayr war schon zu Lebzeiten berühmt und berüchtigt. Für viele Zeitgenossen aus ärmeren Schichten war er ein Volksheld. Er lebt bis heute in zahlreichen Anekdoten, Liedern und Legenden weiter. Friedrich Schiller soll den Bayerischen Hiasl als Vorbild für den Karl Moor in seinem Stück Die Räuber genommen haben.
2006 wurde für Matthäus Klostermayr eine Gedenkstätte auf Gut Mergenthau bei Kissing eingerichtet.
Mann | Deutscher | Geboren 1736 | Gestorben 1771 | Räuber | Mörder | Volksheld
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