Matrix ist ein 1999 in den Kinos erschienener Science-Fiction-Film der beiden Brüder Andy und Larry Wachowski.
Nach dem überraschenden wirtschaftlichen und künstlerischen Erfolg dieses Kinofilms wurde die Geschichte in den Kinoproduktionen Matrix Reloaded, Matrix Revolutions, dem Anime-Projekt Animatrix, dem Computerspiel Enter the Matrix (alle 2003), dem Online-Computer-Spiel The Matrix Online und dem Computer-Spiel Path of Neo (beide 2005) fortgesetzt.
Einleitung
Matrix ist der erste Teil einer Science-Fiction-
Trilogie. Produziert wurde er im Jahre
1999 von
Warner Bros. und
Village Roadshow Pictures. Gefeiert wurde er einerseits aufgrund der gelungenen (spektakulären) Umsetzung des Stoffes, welche aufwändige visuelle Effekte wie
Bullet Time verwendete, andererseits aber auch wegen seiner über den Horizont normaler Actionfilme hinaus gehenden philosophischen Inhalte (
Platons
Höhlengleichnis,
Gnostizismus,
Zen-Buddhismus, Analogie des Plots zum
Neuen Testament der Bibel).
Nicht nur die Grundidee, sondern auch ganze Textpassagen der Charaktere liefern Referenzen an die Romane Sterntagebücher und Also sprach Golem des polnischen Autors Stanisław Lem oder auch das Buch Simulacra and Simulation des französischen Philosophen Jean Baudrillard. Ebenso erinnern sie an den erfolgreichen Anime Ghost in the Shell sowie die Illuminatus!-Trilogie der Autoren Robert Anton Wilson und Robert Shea.
Ferner existieren Anspielungen auf Alice im Wunderland von Lewis Carroll und Der Process von Franz Kafka.
Das erste Auftreten des Begriffs Matrix in der Bedeutung als durch vernetzte Computer geschaffener, virtueller Raum, stammt aus dem Roman Neuromancer aus der gleichnamigen Neuromancer-Trilogie des Autors William Gibson. Die fragwürdige Grundlage der Realität bzw. des Ichs innerhalb simulierter Welten wurde bereits im mehrfach verfilmten Roman Simulacron-3 von Daniel F. Galouye behandelt. Einige Szenen, vor allem die Rettung des gefangenen Morpheus durch Hubschraubereinsatz, sowie die Anfangssequenz weisen deutlich auf Frank Millers bildgewaltigen Batman-Comic-Epos Die Rückkehr des Dunklen Ritters hin, dessen Verfilmung die Wachowski-Brüder planten.
Nach dem Erfolg von The Matrix kamen 2003 die Nachfolger Matrix Reloaded und als dritter Teil Matrix Revolutions in die Kinos. Beide erreichten nicht den Erfolg und das Ansehen des ersten Teils. Hinzu kamen noch einige Anime-Kurzfilme (Animatrix), von denen einige im WWW, vor anderen Kinofilmen und schließlich alle auf einer DVD veröffentlicht wurden. Etwa zeitgleich mit dem zweiten Teil wurde außerdem ein Computerspiel (Enter the Matrix) für PC, Playstation 2, XBox und GameCube veröffentlicht.
Am 7. Dezember 2004 wurde schließlich noch „The Ultimate Matrix Collection” veröffentlicht. Sie enthält alle drei Filme auf DVD sowie zusätzlich sieben DVDs mit Hintergrund-Infos. Das Set, bestehend aus zehn DVDs, ist in der Standard Edition und in der Special Edition (Plastikbox inklusive einer Neo-Statue) erhältlich.
Im 1. Quartal 2005 wurde das schon lang von der Gamer-Community erwartete Online-Computer-Spiel The Matrix Online veröffentlicht, dessen vom Spieler beeinflussbare Handlung dort ansetzt, wo Matrix Revolutions aufhört.
Beschreibung der Handlung
Der Anfang
Der Bildschirm bzw. die Leinwand ist schwarz. Unmengen kryptischer leuchtendgrüner Zeichen laufen in unendlichen Reihen herunter. Hierbei, wie später offenbar wird, handelt es sich um die Matrix, die decodiert anzusehen, aufgrund mangelnder Rechnerleistung, den Menschen der realen Welt nicht möglich ist. Zwei Personen führen einen Dialog.
Person 1: „Du bist doch gar nicht dran.“ - Person 2: „Ich weiß. Aber ich hatte Lust 'ne Schicht zu übernehmen.“ - Person 1: „Er gefällt Dir. Siehst ihm gerne zu.“ - Person 2: „Mach Dich nicht lächerlich.“ - Person 1: „Wir werden ihn umbringen. Kapiert?.“ - Person 1: „Morpheus glaubt er ist der Auserwählte.“ - Person 1: „Und Du?“ - Person 2: „Es spielt keine Rolle was ich glaube.“ - Person 1: „Du glaubst nicht dran.“ - Person 2: „ Bist Du sicher das die Leitung sauber ist?“ - Person 1: „Na klar!“ - Person 2: „Trotzdem ich muss los.“
Auf einer Straße, vor einem heruntergekommenen Hotel. Viele uniformierte Polizisten sind versammelt, sie beabsichtigen eine Festnahme durchzuführen. Eine schwarze Limousine hält und ein Mann im grauen Anzug mit zwei Kollegen steigt aus, spricht mit dem Vorgesetzen der Polizisten und übernimmt das Kommando. Sie betreten das Gebäude um den Einsatz in eigener Regie fortzuführen.
Währenddessen stürmt eine Gruppe uniformierter Polizisten im Hotel ein Zimmer. In diesem sitzt Person 2 mit dem Rücken zur Tür. Es gelingt ihr die Polizisten im waffenlosen sowie bewaffneten Nahkampf auszuschalten und sich so der Festnahme zu entziehen.
Person 2 greift zum Mobiltelephon (Person 2: „Morpheus, die Leitung ist irgendwie entdeckt worden. Sind Agenten in der Nähe?“ - Morpheus:„Ja!“ -
Person 2: „Verdammt!“ - Morpheus:„Konzentrier' Dich Trinity. Wells/Ecke Lake ist eine Telephonzelle. Du schaffst es!“ - Trinity (Person 2):„Okay.“).
In einere rasanten Flucht über die Dächer der Stadt gelingt es Trinity dann auch den Agenten zu entkommen, die Telephonzelle zu erreichen und rechtzeitig die Matrix zu verlassen bevor die Agenten mit einem Lkw die Telephonzelle zertrümmern.
Auf den Trümmern der Telephonzelle beraten drei Agenten ihr weiteres Vorgehen (Agent X:„Sie ist weg.“ - Agent Smith:„Spielt keine Rolle.“ - Agent Y:„Unser Informant hatte recht.“ - Agent Smith:„Mmh, ja.“ - Agent X:„Wir müssen das „Search-Programm“ starten.“ - Agent Smith:„Läuft bereits!“).
Jeder Aufenthalt der freien Menschen in der Matrix und insbesondere die Suche nach dem Auserwählten, so wird damit von Anfang an klar, ist kein harmloses Räuber&Gendarm-Spiel sondern ein, gerade von den Maschinen initiierter und mit allen Mitteln ausgefochtener, Kampf auf Leben und Tod.
Zentrales Thema
Neo.jpg
Die Hauptperson mit dem Namen Thomas A. Anderson ist Mitarbeiter einer respektablen Softwarefirma. Die Nächte schlägt er sich aber als
Hacker unter dem
Pseudonym „Neo“ um die Ohren und verkauft nebenbei Software unter der Hand. Eigentlich ist er jedoch auf der Suche nach dem legendären
Morpheus, der Person, von der er sich die Antwort auf die Frage „Was ist die Matrix?“ erhofft.
Hackerangriff auf Neos Computer
Eines Abends, als Neo vor seinem Computer eingenickt ist, stehen plötzlich Worte auf dem Monitor, die er nicht selbst geschrieben hat. Dort steht: „The Matrix has you“ („Die Matrix hat dich“). Die anonyme Person fordert ihn auf, einem weißen Kaninchen zu folgen (Originalzitat: „Follow the white rabbit!“). „Knock, knock, Neo…“, sind die nächsten Worte auf dem Bildschirm – und in dem Moment klopft es tatsächlich an seiner Tür. Er öffnet sie und vor ihm steht ein Kunde namens Choi, welcher für 2.000 US-Dollar illegale Software von ihm erwirbt. Neo wickelt das Geschäft ab und bekommt von Choi den Vorschlag, mit ihm durch die Stadt zu ziehen (Choi: „Du siehst blasser aus als sonst.“ – Neo: „Mein Computer… Kennst Du das Gefühl wenn Du nicht weißt, ob Du wach bist oder noch träumst?“ – Choi: „Mmh, kenn' ich gut. Nennt sich Meskalin, das Ticket zum Abheben. Hey, kann es sein, dass Du ein bisschen zu oft vorm Bildschirm rumhockst? Du brauchst mal 'ne Auszeit. Was meinst Du Danny (zu seiner weiblichen Begleitung), nehmen wir ihn mit auf Tour?“). Erst möchte Neo nicht, da er am nächsten Tag arbeiten muss, doch als er das weiße Kaninchen als Tätowierung auf der Schulter von Chois Begleitung (in der dt. Synchronfassung "Danny" im engl. Original "Dujour") sieht, willigt er ein.
Besuch im Club
Neo findet sich in einem Club wieder, steht aber mehr abseits, da ihm nicht nach Tanzen ist. Eine Frau tritt an ihn heran (Trinity: „Hallo Neo“ – Neo: „Woher weißt Du diesen Namen?“ – Trinity: „Ich weiß eine Menge über Dich.“ – Neo: „Wer bist Du?“ – Trinity: „Mein Name ist Trinity.“) Neo erkennt in ihr erstaunt diejenige, die die Datenbank des Bundesschatzamtes „gecrackt“ hat (Neo: „Gott.“ – Trinity: „Was?“ – Neo: „Ich dachte Du wärst 'n Kerl.“ – Trinity: „Denken alle Kerle!“). Sie warnt ihn vor der Matrix, kann ihm aber jetzt noch nichts Genaueres sagen, nur so viel, dass er beobachtet wird. Aber wenn er wirklich eine Antwort auf die Frage
Was ist die Matrix? erhalten möchte, dann wäre das möglich, er müsse es nur wollen. Trinity verschwindet ebenso schnell wie sie aufgetaucht war.
(Musik:
Rob Zombie – Dracula (Hot Rod Herman Remix) /
The Prodigy – Mindfields)
Besuch bei der Arbeit
Am nächsten Morgen verschläft Neo. Er erscheint zu spät zur Arbeit und muss sich eine Standpauke von seinem Chef anhören. Unmittelbar nachdem er an seinem Arbeitsplatz in einem Großraumbüro angelangt ist, bekommt er einen Großbrief, dessen Inhalt jedoch nur aus einem Mobiltelefon (das durch diese Filmszene zum
Kulthandy avancierte
Nokia 7110) besteht. Kaum hält er dieses in der Hand, klingelt es auch schon (Morpheus: „Weißt Du wer dran ist?“ – Neo: „Morpheus!“ – Morpheus: „Ich weiß nicht, ob Du für das, was ich ich Dir zeigen will, schon bereit bist, aber leider bleibt uns keine Zeit. Sie kommen, und ich weiß nicht was sie vorhaben.“ – Neo: „Wer?“ – Morpheus: „Sieh selbst. Am Lift.“). Neo erhebt sich, um nachzusehen, wobei ihn Morpheus auffordert, dies langsam zu tun. Neo erkennt drei Agenten, welche zu ihrer Verstärkung Polizisten mitgebracht haben und gerade den Aufzug verlassen. Morpheus verdeutlicht Neo, dass die Lage zwar ernst ist, er aber durchaus eine Möglichkeit habe zu entkommen. Allerdings müsse Neo genau das tun, was er, Morpheus, ihm sage. Neo fügt sich und schafft es diesen Anweisungen folgend, von Agenten, Polizisten und den lieben Kollegen unbemerkt, in ein kleines Büro zu gelangen. Dort angekommen, erklärt ihm Morpheus, dass es nur zwei Möglichkeiten zum Verlassen des Hochhauses gebe, entweder in Handschellen oder mittels einer Balancepartie an der Außenfassade des Bürohochhauses in schwindelerregender Höhe, welche ihn zu einem Kran und über diesen letztlich auf das Dach führen solle. Neo ist jedoch nicht schwindelfrei, es gelingt ihm daher nicht, sich auf das Dach zu begeben, so dass es den Agenten doch gelingt ihn festzunehmen und abzuführen. Während die Agenten Neo in ihren Dienstwagen verfrachten, ist Trinity zugegen, und es gelingt ihr, sich gerade noch rechtzeitig auf ihrem Motorrad davonzumachen, bevor sie selbst ebenfalls ins Visier der Agenten gerät.
Das Verhör
In einem kargen Verhörzimmer erlebt Neo dann einen Albtraum. Agent Smith präsentiert ihm eine umfangreiche Polizeiakte (mit den Worten: „Wie Sie sehen haben wir Sie seit geraumer Zeit im Auge Mr. Anderson. Wie es scheint führen sie ein Doppelleben. In Ihrem einen Leben sind Sie Thomas A. Anderson, Programmierer bei einer respektablen Softwarefirma. Sie haben eine Sozialversicherungsnummer, zahlen Steuern und Sie helfen alten Leuten den Müll hinaus zu bringen. In Ihrem anderen Leben sind Sie bekannt als Neo, der große Hacker, der nahezu jedes mögliche Computerverbrechen begangen hat. Eines dieser zwei Leben hat eine Zukunft, das andere nicht!“). Dann wird Neo ein Deal vorgeschlagen, der die Auslieferung von Morpheus beinhaltet. Neos Begeisterung hält sich jedoch in Grenzen (Neo: „Das klingt ja nach einem echt guten Deal. Aber ich weiß, glaub' ich, was Besseres. Wie wär's, wenn sie sich den sonstwohin stecken (Neo zeigt den Agenten den Mittelfinger) und mich inzwischen telefonieren lassen?“). Nach der Erwiderung durch Agent Smith („Ach Mr. Anderson, Sie enttäuschen mich.“ – Neo: „Glauben Sie, Sie können mich mit diesem
Gestapo-Scheiß beeindrucken? Ich kenne meine Rechte, und ich will sofort telefonieren!“ – Agent Smith: „Sagen Sie, Mr. Anderson, was nützt schon ein Telefonat, wenn man nicht im Stande ist zu sprechen?“) wachsen seine Lippen plötzlich zusammen. Zuguterletzt wird auf ihn noch eine Art Wanze angesetzt, die selbständig durch den Bauchnabel in ihn eindringt, indem die anderen zwei Agenten Neo auf einen Tisch werfen, sein Hemd herunter reißen und ihn festhalten. Glücklicherweise wacht er im selben Augenblick aus diesem Albtraum auf.
Plötzlich aber klingelt wieder sein Telefon, und Morpheus meldet sich. Er fragt Neo, ob er immer noch Interesse daran habe ihn zu treffen. Wenn ja, dann solle er zur Brücke an der Adam Street kommen. Dort angekommen hält ein schwarzes Auto, und Neo steigt hinten ein. Er blickt in den Lauf einer Pistole, und nach einer Begrüßung („Jetzt hör mal gut zu du Blödmann, es gibt hier nur eine einzige Spielregel: Entweder du steigst ein, oder du steigst aus.“) verspürt Neo den Wunsch, die zweite Alternative zu wählen. Trinity schafft es jedoch, ihn unter Hinweis auf die Irrwege seiner altbekannten Welt davon wieder abzubringen. Die Neugierde in Neo gewinnt die Oberhand, und er entscheidet sich für die Abmachung. Trinity, die mit zwei Neo noch unbekannten Begleitern (es handelt sich um Trinitys Waffenbrüder Switch und Apoc) im Wagen sitzt, entfernt daraufhin mit einem Spezialapparat die Wanze, und Neo muss erkennen, dass es doch kein Traum war.
Rote oder blaue Kapsel
Die Fahrt führt zu einem heruntergekommenen Hotel, in dem Neo das erste Mal mit Morpheus zusammentrifft (Trinity: „Sei ehrlich. Er weiß mehr, als Du Dir vorstellen kannst.“). Nach einer von Respekt getragenen Begrüßung (Neo: „Ist mir eine Ehre Sie kennen zu lernen.“ – Morpheus: „Nein, eine Ehre ist es für mich.“) führt Morpheus mit Neo ein erstes Gespräch. In diesem legt er ihm dar, was die Matrix ist, sagt ihm aber auch, dass es sehr schwer sei, jemandem die Matrix zu erklären und dass jeder sie selbst erleben müsse. Um Neo dies zu ermöglichen und zugleich einen Test hinsichtlich Neos Auserwähltsein durchzuführen, stellt Morpheus ihn vor eine Wahl (Morpheus: „Schluckst du die blaue Kapsel, wachst du wieder in deinem Bett auf und glaubst an das, was du glauben willst. Schluckst du die rote Kapsel, bleibst du im Wunderland, und ich führe dich in die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus – bedenke: alles, was ich dir anbieten kann, ist die Wahrheit, nicht mehr“). Neo schluckt die rote Kapsel und wird in einen Nachbarraum geleitet, wo sich schon Unmengen verschiedener Computer befinden und er sofort an allerlei Gerätschaften angeschlossen wird. Ein zerbrochener Spiegel, der sich plötzlich wie von Geisterhand wieder repariert, erregt Neos Aufmerksamkeit. Als er ihn anfasst, überzieht ein silbriges Metall seinen Finger und breitet sich rasch über den ganzen Körper aus. Die Gruppe um Morpheus sucht währenddessen nach einem Signal, das die kleine rote Kapsel aussendet und findet es auch gerade noch rechtzeitig.
Abkopplung von der Matrix
Neo erwacht nackt, in einer
Nährlösung schwimmend, mit unzähligen Verbindungskabeln an seinem Körper in einem "
Kraftwerk", in dem Energie aus lebenden menschlichen Körpern gewonnen wird - der "realen" Welt. Bevor er begreifen kann, was um ihn herum geschieht, wird er von einer Maschinen-
Drohne von den Verbindungen befreit und aus seinem Tank gespült, wird aber anschließend von der Nebukadnezar gerettet. Er findet sich auf einer Krankenstation in dem
Hovercraft-Schiff wieder und es fällt ihm schwer dieses gänzlich andere Dasein zu akzeptieren (Neo: „Bin ich tot?“ - Morpheus: „Weit davon entfernt!“). Neo kann auch weder Muskeln noch Augen normal benutzen: Sie sind
verkümmert, da er sie noch nie benutzt hat.
Auf der Nebuchadnezzar
Nachdem seine Muskeln aufgebaut sind, erwacht Neo relativ verwirrt durch hunderte Fragen in einer rostigen Koje der
Nebuchadnezzar. Er entfernt sich einen Stöpsel, der noch in einem Anschluss in seinem Arm steckte und betastet gerade den Anschluss an seinem Hinterkopf, als die Tür aufgeht und Morpheus hereinkommt, um ihm sein Schiff und seine Crew (Trinity, Apoc, Switch, Cypher, Tank, Dozer und Mouse) vorzustellen.
Erklärung der Matrix
Morpheus lässt Neo anschließend zum ersten Mal in das „Konstrukt“, ein Computerprogramm, einklinken (Morpheus: „Das hier ist das Konstrukt, unser Ladeprogramm. Wir können alles laden: Kleidung, Zubehör, Waffen, Trainingssimulationen, alles was wir brauchen.“ – Neo: „Du meinst, wir sind jetzt in einem Computerprogramm?“ – Morpheus: „Ist das wirklich so schwer zu glauben? Die Anschlüsse an deinem Körper sind weg, du trägst andere Kleidung, deine Frisur ist ganz anders. Deine momentane Erscheinung nennen wir das Restselbstbild, die mentale Projektion deines digitalen Selbst.“). Neo ist starken Zweifeln ausgesetzt (Neo: „Das alles hier ist nicht wirklich?.“ – Morpheus: „Was ist die Wirklichkeit? Wenn du darunter verstehst, was du riechen, sehen, fühlen oder schmecken kannst, dann ist die Wirklichkeit nichts anderes als elektrische Signale interpretiert von deinem Verstand.“). Zudem erfährt Neo von Morpheus, dass die Menschheit mit den Maschinen im Krieg liegt.
Das Elend der Menschen hatte mit der Entwicklung der KI (Künstlichen Intelligenz) begonnen. Sie verselbstständigte sich jedoch, was schließlich zum Krieg zwischen Menschen und Maschinen führte. In dessen Verlauf verdunkelte die Menschheit den Himmel, um die aufständischen Maschinen von ihrer Energieversorgung (= Sonnenenergie) zu trennen. Die Maschinen suchten daraufhin nach einer Lösung für ihr Energieproblem und fingen an, auf riesigen Feldern Menschen zur Energiegewinnung zu züchten, die unter anderem mit einer Nährlösung aus den aufgelösten Toten intravenös ernährt werden. Um die Menschen unter Kontrolle zu halten, konstruierten die Maschinen die Matrix, eine computergenerierte Scheinwelt, die die Menschen, mangels anderer Erfahrung, als die reale wahrnehmen. Sie glauben zwar, ein richtiges Leben zu führen, doch in Wirklichkeit sind sie dieser Scheinwelt unterworfen und haben keine Chance, ihr zu entfliehen. Morpheus erzählt aber, dass bereits in den Entstehungstagen der Matrix ein Mann mit der besonderen Gabe, die Matrix mit seinem Willen zu lenken, geboren wurde. Die wichtigste Aufgabe der Menschen bestehe also darin, die Reinkarnation dieses „Auserwählten“ zu finden. Die Suche sei aber nun beendet.
Das Orakel
Neo absolviert ein intensives virtuelles Training. Hierbei beginnt er, statt mit dem Bedienungshandbuch der Nebukadnezar, von Tank animiert, mit dem Erlernen von
Jiu Jitsu,
Kempo,
Taekwondo,
Savate,
Drunken Boxing und
Kung Fu. Neo tritt in zwei Trainingskämpfen Morpheus gegenüber, der ihm zum ersten Mal aufzuzeigen versucht, was für Neo möglich ist, sofern er wirklich an sich glaubt („Hör auf, es zu versuchen, mach es!“).
Neo gewinnt den zweiten Trainingskampf und beginnt, das Bestreben von Morpheus zu verstehen (Neo: „Ich versteh' jetzt was Sie meinen.“ – Morpheus: „Ich will deinen Geist befreien, aber ich kann dir nur die Tür zeigen. Durchgehen musst du ganz allein'.“). Anschließend lässt Morpheus Neo das „Sprungprogramm“ absolvieren. Hierbei soll Neo von einem Hochhausdach zum anderen springen, was jedoch nur möglich ist, sofern er seinen Geist tatsächlich befreit hat. Neo stürzt bei dem Versuch zu springen auf die Straße. Er erfährt nach Verlassen des „Konstruktes“ durch Morpheus (bei Neo ist in der realen Welt eine leichte Verletzung vom Sturz zurückgeblieben) Wesentliches über das Verhältnis von Matrix und Realität. (Neo: „Ich dachte es wär' nicht real.“ – Morpheus: „In deinem Kopf wird es real.“ – Neo: „Wenn du in der Matrix stirbst, was ist dann hier?“ – Morpheus: „Dein Körper kann ohne Geist nicht leben.“).
Am nächsten Morgen wird Neo dann das erste Mal in der Matrix zum Orakel gebracht. Tags zuvor hat er auch noch das von Mouse geschriebene "Agententrainingsprogramm" absolviert. Währenddessen wurde ihm von Morpheus klar gemacht, dass jeder der noch nicht befreit wurde ein potentieller Agent ist, so dass Neo in der Matrix nur sich selbst vertrauen dürfe. Morpheus macht Neo zudem mit einem weiteren Aspekt seines Auserwähltseins vertraut (Morpheus: „Ich habe Agenten durch Beton gehen sehen. Maschinengewehrsalven hämmerten auf sie ein, trafen aber nur ins Leere. Ihre Stärke kommt dennoch aus einer Welt, die auf Naturgesetzen basiert und aus diesem Grund werden sie niemals so stark und so schnell sein, wie Du es bist." - Neo: „Was bedeutet das? Dass ich einer Kugel ausweichen kann?" – Morpheus: "Nein, Neo. Wenn Du so weit bist, wird das Ausweichen nicht mehr nötig sein!").
Bevor Neo zum Orakel kommt trifft er auf einen kleinen Jungen, welcher alleine mit seinen Gedanken Löffel verbiegt (kleiner Junge: "Versuch nicht den Löffel zu verbiegen, das ist nämlich nicht möglich, versuch dir stattdessen einfach die Wahrheit vorzustellen." Neo: "Welche Wahrheit?" Junge: "Den Löffel gibt es nicht.") Neo nimmt den Löffel in die Hand und verbiegt ihn. Er ist überrascht, das Orakel als alte Dame vorzufinden, die zudem meint, dass Neo nicht der Auserwählte ist („No, I think you are not ready for it.“), nach dem Morpheus so lange sucht, da er auf irgend etwas warten würde. („Auf was? Vielleicht auf dein nächstes Leben? Wer weiß das schon.”). Weiterhin erzählt sie, dass Morpheus so stark an ihn glaube, dass er irgendwann sein Leben für ihn opfern werde. Neo habe nur die Möglichkeit, sein Leben zu opfern oder Morpheus sterben zu lassen. Einer von beiden werde sterben.
Verräter
Für den Transfer in die Matrix hinein und aus der Matrix heraus wird immer ein Telefon benötigt. Auf dem Rückweg vom Orakel zu diesem greifen die „Agenten” der Matrix (= Sicherheitsprogramme, die die Matrix schützen sollen und in Menschengestalt agieren) die Gruppe an. Die Agenten wurden vorher von Cypher, einem Mitglied aus Morpheus’ Crew informiert. Cypher hält es schon lange nicht mehr aus in der wirklichen Welt und dem Dienst auf der Nebukadnedzar, da das reale Leben zwar viele Pflichten aber allzu wenig Annehmlichkeiten bietet. Außerdem stellte er Trinity nach, die diese „Liebe“ jedoch nicht erwiderte. Cypher, enttäuscht und verbittert, möchte daher in die neurointeraktive Illusion der Matrix zurückkehren und trifft sich mit Agent Smith, der schon seit längerer Zeit sein „Führungsoffizier“ ist in einem Luxusrestaurant, um einen abschließenden Handel zu vereinbaren. Dieser soll den Agenten das einbringen, wonach es sie schon immer am meisten gelüstete (Agent Smith: „Dann sind wir uns einig, Mister Riggin?“ - Cypher: „Ja! Ich will nichts mehr wissen. Ich will alles vergessen. Ihr speist meinen Körper wieder in das Kraftwerk ein, ein bisschen Schlaf und wenn ich aufwache kann ich mich an nichts mehr erinnern. Und berühmt sein wär' auch nicht schlecht, ein Künstler oder so.“ - Agent Smith: „Ganz wie sie wünschen, Mister Riggin?“ - Cypher: „Und ich geb' Euch was ihr wollt.“ Agent Smith: „Die Codes für den Zentralcomputer in Zion!“ - Cypher: „Nein, die kenn' ich nicht, dass wusstet ihr aber. Ihr kriegt den Mann der sie kennt!“ Agent Smith: „Morpheus!“). Vermittels diesen Zugangs zu dem Zentralcomputer soll es den Maschinen endlich möglich werden
Zion, die letzte Zuflucht der Menschen in der realen Welt, zu vernichten.
Neo, der bei der Rückkehr von dem Orakel beinahe Agent Smith in die Hände gefallen wäre, wird von dadurch gerettet, das Morpheus sich für ihn opfert und sich an seiner Stelle festnehmen lässt. Entgegegen allem bisherigen (jeder der sich einem Agenten gestellt hatte ist tot) wird Morpheus aber nicht getötet, sondern in ein militärisch gesichertes Gebäude gebracht, in dem er unter Folter den Code preisgeben soll. Cypher kann, zurück aus der Matrix, auf der Nebukadnezar Tank kampfunfähig machen und Dozer töten. Er bringt Apoc und Switch, zwei weitere Crewmitglieder, um, indem er ihre Anschlüsse an die Matrix ausklinkt, in der sie sich noch befinden. Tank kann, schwer verletzt, Cypher töten, bevor dieser Neo ausschalten kann.
Morpheus’ Befreiung
Morpheus wird in ein militärisch bewachtes Hochsicherheitsgebäude gebracht und von drei Agenten verhört, unter denen auch Agent Smith ist. Die Agenten unterziehen Morpheus der psychischen und physischen Folter um an den Code des Zentralcomputers von Zion zu kommen. Hierzu wird Morpheus u.a. ein Serum injiziert, das ihn willenlos machen und es den Agenten ermöglichen soll „in sein Gehirn einzubrechen“. Morpheus aber bleibt standhaft aufgrund eigener Stärke und der Gewissheit das von der Nebukadnezar Hilfe kommt. Agent Smith, der Menschen für grundsätzlich schwach und minderwertig ansieht, wundert sich, warum das Serum nicht wirkt. Einer der Agenten meint: „Vielleicht stellen wir ihm die falschen Fragen.“
Tank will unter allen Umständen verhindern, dass es den Agenten gelingt, den Code des Zentralcomputers von Zion zu bekommen. Er möchte „den Stecker“ ziehen, d. h. Morpheus von der Matrix trennen. Dies aber bedeutet Morpheus’ Tod in der realen Welt. Neo lässt dies nicht zu und beschließt, Morpheus selbst zu retten. Tank warnt ihn, dies sei Selbstmord, denn Morpheus befände sich in einem militärisch bewachten Gebäude und werde von Agenten, d. h. Maschinen bewacht. Dennoch lässt sich Neo von seinem Entschluss nicht abbringen. Er begründet dies damit, dass er nicht der Auserwählte sei, was ihm das Orakel gesagt habe. Trinity glaubt ihm nicht und begleitet ihn, nachdem sie Neos Widerspruch, sie solle nicht mitkommen, mit Hinweis auf ihren höheren Rang auf der Nebukadnezar überwunden hat. Für das zu erwartende Gefecht mit den schwer bewaffneten Soldaten und den „Agenten“ lassen sich Trinity und Neo von Tank mit reichlich automatischen Faustfeuerwaffen versehen. Dies erweist sich auch als unbedingt erforderlich. In einem langandauernden Schusswechsel schaffen sie es dann schließlich bis auf das Dach vorzudringen. Dort gelingt es ihnen einen Hubschrauber zu stehlen und fliegen damit vor das Fenster des Raumes, in dem Morpheus gefangen gehalten wird. Mit Hilfe der Minigun(Trommelgewehr) des Hubschraubers schaltet Neo die Agenten im Raum aus, und Morpheus schafft es, sich von seinen Fesseln zu befreien. Kurz vor dem Sprung aus dem Fenster trifft ihn ein „neuer“ Agent Smith ins Bein, aber Neo springt ihm entgegen und kann ihn fangen.
Morpheus wird anschließend auf dem Dach eines benachbarten Hochhauses abgesetzt.
Kampf in der U-Bahn-Station
In der U-Bahn-Station trifft Neo auf Agent Smith und läuft mitnichten sofort davon sondern zeigt sich kampfbereit. Trinity ist darüber verwundert und erschrocken zugleich, doch Morpheus erklärt Neos Verhalten damit das dieser sein Auserwähltsein jetzt anzunehmen beginne (Morpheus: „Es wirkt, er glaubt an sich!“). In dem nun folgenden Kampf zwischen Agent Smith und Neo ziehen beide ihre Pistolen und feuern, was das Zeug hält. Allerdings sind die Magazine bald leer, und es kommt zum Nahkampf. Agent Smith gewinnt zunächst die Oberhand. Er schleudert Neo auf das Gleis der U-Bahn, damit ein herannahender U-Bahn-Zug Neo überrollt (Agent Smith: „Hören Sie, Mr. Anderson, das ist der Klang des Unvermeidlichen. Es ist der Klang Ihres Todes.“). Neo aber schafft es sich zu befreien (Neo erwidert grimmig in Bezug auf die Worte von Agent Smith: „Ich heiße Neo!“) und mit einer Rolle rückwärts von den Gleisen zu springen. Unmittelbar danach wird dann Agent Smith selbst von dem einfahrenden U-Bahn-Zug überfahren. Smith transferiert sich allerdings in den U-Bahn-Fahrer, bringt das Fahrzeug zum Stehen und nimmt erneut die Verfolgung von Neo auf. Dieser rennt aus der U-Bahn-Station und bittet Tank per Mobiltelefon ihm einen Ausgang aus der Matrix zu zeigen.
Endkampf
Zur selben Zeit wird der Rest der Crew auf der Nebuchadnezzar von mehreren High-Tech-Maschinen, den so genannten Wächtern (Squiddies), angegriffen. Die einzige Waffe der Rebellen gegen diese Biester ist der EMP (
Elektromagnetischer Puls), der alle elektronischen Maschinen lahmlegt. Aber er kann erst eingesetzt werden, wenn Neo aus der Matrix zurück ist.
Dieser hat inzwischen das Zimmer mit dem Telefon erreicht, wo schon sein Erzfeind, Oberagent Smith, auf ihn wartet und ihn aus nächster Nähe erschießt. Neos Puls hört wenig später auf zu schlagen, er stirbt scheinbar.
Morpheus kann es einfach nicht fassen, er glaubt trotz allem immer noch an Neo. Auf dem Schiff wird dieser von der verliebten Trinity geküsst, die ihm sagt, er könne nicht tot sein, da ihr das Orakel prophezeit habe, dass sie sich in den Auserwählten verlieben werde. Wundersamerweise schlägt daraufhin Neos Puls wieder. Auf Trinitys Befehl („Und jetzt steh auf!“) rappelt sich Neo in der Matrix wieder auf. Er versteht nun endlich die gesamte Wahrheit und erkennt den Code, aus dem die Matrix eigentlich besteht, und begreift, dass er ihn nach Belieben verändern kann.
Die Agenten eröffnen zwar augenblicklich das Feuer auf ihn, doch Neo hebt daraufhin nur die Hand und spricht ein schlichtes „Nein”, worauf die Kugeln langsamer werden, vor ihm in der Luft zum Stillstand kommen und schließlich auf den Boden fallen. Smith packt nun die kalte Wut, und er stürzt sich auf Neo. Dieser wehrt jedoch alle Angriffe ohne Hektik, Anstrengung oder auch nur das geringste Zeichen von Aggression ab, greift einfach nur mit nachdenklichem Gesichtsausdruck in die richtigen Stellen in der Luft, an denen die Fäuste von Smith ankommen und versetzt ihm schließlich einen so wuchtigen und schnellen Tritt, dass er am anderen Ende des Flurs aufschlägt. Daraufhin rennt Neo zu Smith, springt in ihn hinein und überschreibt seinen „Code“ (mehr dazu in Matrix Revolutions). Damit wird Smith von Neo zerstört – als erster Agent überhaupt. Die beiden anderen Agenten sehen ein, dass sie gegen einen derart übermächtigen Gegner keine Chance haben und ergreifen die Flucht.
Neo rennt nun zum Telefon, und in dem Augenblick, als er sich aus der Matrix ausklinkt, zündet Morpheus den EMP. Damit können in letzter Sekunde alle Wächter erledigt werden, die schon tief in das Schiffsinnere eingedrungen waren.
Der Film endet, indem Neo in einer Telefonzelle in der Matrix die Maschinen warnt und erklärt, den Menschen die Freiheit bringen zu wollen. Dabei wird deutlich, dass er dieses Ziel nicht als Endziel betrachtet, sondern vielmehr als den Anfang einer real existenten Wirklichkeit. Neos Blick schweift noch einmal über die Menschenmassen auf der Straße. Dann sieht er in den Himmel, hebt ab und fliegt.
Deutungsansätze
Im Film kommen einige interessante Namensgebungen etc. vor, die für die Aussage des Films von Bedeutung sein könnten.
- Das Orakel erzielt den geschichtsreligiösen Bezug zu griechischer Mythologie, denn es trägt wie das Orakel von Delphi grüne und orangefarbene Kleidung, auch die Küche ist in diesen Farben gehalten. Das deutlichste Zeichen für eine Parallele liefert die Holztafel an der Küchenwand. Auf ihr ist die Delphi'sche Inschrift zu lesen: Erkenne dich selbst.
- Die Figur des Neo vereint verschiedene Bezüge. Einerseits verweisen seine Stellung („der Auserwählte”) und sein Name „Neo” (der Neue; aber auch ein Anagramm von „One”, der Eine) auf seinen exponierten Status. Andererseits kann Neos vorheriger Name „Thomas Anderson” als „Menschensohn” (ανδρος = griech. Mann, Mensch, Bezeichnung Jesu) übersetzt werden. Eine weitere Deutung bezieht sich auf die Natürliche Wirtschaftsordnung, deren englische Übersetzung "Natural Economic Order" sich als NEO abkürzen lässt. Außerdem ist NEO ein Kürzel für "Near Earth Object" (Begriff in der Raumfahrt), und tatsächlich ist Thomas Anderson in seiner Identität als NEO deutlich näher der realen Welt, als in seinem scheinbaren Arbeitsleben.
- Der Apostel Thomas in der Bibel wird als Zweifler beschrieben (Thomas der Ungläubige). Während Neo anfangs noch tagsüber seinen bürgerlichen Namen verwendet, nennt er sich später, als er an sich und die Matrix glaubt, nur noch Neo (vgl. U-Bahn-Szene "Mein Name ist Neo!")
- Trinity steht für die Dreifaltigkeit (Trinität), die das christliche Gottwesen umfasst. Dies könnte auch ein Hinweis auf die heidnische Dreifache Göttin sein: Jungfrau, Mutter und Alte Weise. Zudem ist „Trinity” der Name eines amerikanischen Atombombentests.
- Nebukadnezar ist der Name zweier babylonischer Regenten und bedeutet so einen Bezug zu Babylon und seiner Rolle in biblischen Mythologien. Nebukadnezar bedeutet übersetzt "Gott Nabû, schütze meinen ältesten Sohn", was auch einen Bezug zum Schutz von Neo darstellen könnte.
- Zion, geschichtlich-religiöser Bezug, ist die letzte Stadt, in der noch Menschen leben: Zionismus & Zion.
- Die Gestalt des Morpheus: Name eines griechischen Gottes, von dem sich auch Morphium ableitet. Zu bemerken ist, dass Morpheus, der Gott des Traumes, Neo aus seinem ewig währenden „Traum” reißt und ihm die wahre Welt zeigt.
- Morpheus könnte auch Johannes den Täufer verkörpern. Morpheus begleitet Neo und „tauft“ ihn sozusagen. Außerdem könnte er als Gott oder Vater gelten, da er die Crew aufzieht.
- Das Verhältnis Morpheus–Neo zeigt, dass selbst derjenige der zum Retter der Menschheit bestimmt ist wie Neo, seiner Bestimmung nicht vollkommen autonom folgen kann. Er benötigt stets jemanden der ihn zuerst mit dieser überhaupt konfrontiert und ihm dann den Weg weist.
- Auch die Figur des Merowingers hat historischen Ursprung: Die Merowinger sind das Geschlecht der ältesten fränkischen Könige. Nicht von ungefähr spricht der Merowinger im Film auch mit französischem Akzent.
- Der Film zeigt wohl nicht ganz unbeabsichtigt einige Analogien zur Geschichte des Lebens Jesu Christi auf. So ist er auch hier der erwartete Messias, der die Menschheit rettet. Er braucht einen Mann, der ihn das erkennen lässt (Johannes der Täufer / Morpheus). Er wird verraten (Judas / Cypher, evtl. auch eine Kurzform des Namens „Luzifer“) und stirbt (am Kreuz / durch den Agenten Smith). Er wird auferweckt (am dritten Tag / durch die Liebe und den Kuss von Trinity = Trinität) und erreicht eine neue Stufe der Existenz, in der er sich für die Menschheit einsetzen will. Er benötigt den Tod, da er nur durch ihn endgültig von seinem (alten) Leben lassen kann, um endgültig zu begreifen, dass er mächtiger ist, als er es selbst glauben will und kann. In der Schlussszene fährt er letztendlich in den Himmel auf.
- Weiterhin gibt es auch Parallelen zum Alten Testament, so erinnert die Erzählung von Agent Smith von der ursprünglichen Matrix, die als perfekte Welt konzipiert war, jedoch von den Menschen nicht angenommen wurde, stark an die Schilderung des Paradieses, dessen Adam und Eva durch eigenes Verschulden verwiesen werden.
- Vereinzelt wird dem Welt- und Christusbild des Filmes Gnostizismus oder christlicher Fundamentalismus amerikanischer Prägung vorgeworfen.
- Ein anderer Interpretationsansatz ist der erkenntnistheoretische, der enge Parallelen zu u. a. Platons Höhlengleichnis sieht: Die vermeintliche Wirklichkeit, wie sie uns im Alltag begegnet, könnte nur ein Traum sein, der hier von Maschinen simuliert wird. In Wahrheit ist jeder einzelne für sich nichts anderes als „eine Batterie für die herrschende Maschinenmacht” (vergleiche auch Solipsismus).
- In einer Szene des Films nimmt Neo ein Buch aus einem Regal und schlägt es sichtbar bei einem Kapitel On Nihilism auf. Bei diesem Buch, das tatsächlich existiert, handelt es sich um Simulacra and Simulation (The Body, in Theory) des französischen Philosophen der Postmoderne Jean Baudrillard (siehe auch Simulakrum). Eine radikale Deutungstheorie spricht von einer Analogie auf die moderne Medienwelt. Der heutige Zuschauer lebt in einer künstlichen Welt, geschaffen durch die Unterhaltungsindustrie, speziell Hollywood, die ihm ein besseres, schöneres Leben, als sein eigenes vorgaukelt. Der Zuschauer verkommt zur körperlichen Untätigkeit, während er mehr und mehr glaubt, bei dem, was er auf seinen Monitoren sehe, handele es sich um sein eigenes Leben. Er diene nur noch dazu, den Moloch der Unterhaltungsindustrie zu „ernähren“.
- Diese Andeutungen sind in den beiden Nachfolgern Matrix Reloaded sowie Matrix Revolutions noch wesentlich deutlicher.
- Eine Neuausgabe (2004) von Matrix, Matrix Reloaded und Matrix Revolutions enthält Kommentare der Wissenschaftler Ken Wilber und Cornel West. Ken Wilber sagt: „Die meisten Deutungen sind falsch, weil die Leute nicht erkennen, dass die Maschinen für den Geist, die Matrix für das Bewusstsein und Zion für den Körper stehen.“ Siehe The Ultimate Matrix Collection.
- Auch der Song des Abspanns namens „Wake Up“ der Band Rage Against The Machine (RATM) ist eine Aufforderung an die Zuschauer, aufzuwachen und sich gegen die Maschinen zur Wehr zu setzen.
- Auf der offiziellen Matrix-Filmseite wurde für die „philosophische Dimension“ des Films eine eigene Rubrik eingerichtet, in der auf Englisch relevante Texte veröffentlicht werden.
- Als Neo in einem Raum auf das Orakel wartet, trifft er ein Kind das nur durch geistige Kraft einen Löffel verbiegt. Das Kind erklärt: "Wenn du es genau betrachtest wirst du sehen, dass es nicht der Löffel ist, der sich verbiegt, sondern du es bist. Die Antwort ist: Den Löffel gibt es nicht." Dies stellt ein Paradoxon dar.
Parodien
Der Film
Matrix hat zu Filmen geführt, die wesentliche Elemente des Films übernehmen, um ihre eigene Geschichte zu erzählen. Dazu gehören neben vielen anderen
Meatrix,
Matrix-XP,
MALTRICKS,
Mobbtrix,
* und Latex: Reloaded.
Auch einzelne Szenen und stilistische Elemente wurden parodiert, z. B. in einer Folge der Simpsons.
Die Szene auf dem Dach des Hochhauses, als einer der Agenten auf Neo schießt und dieser sich nach hinten bis zum Boden beugt, während über ihm die Kugeln in Zeitlupe hinwegziehen, wird häufig in Filmen oder durch Bilder parodiert, zum Beispiel im Film Scary Movie.
Sophia Stewart - The Mother of the Matrix?
Im Netz kursieren Berichte über eine Sophia Stewart, die behauptet, die wahre Autorin der Geschichten in den Matrix- und Terminatorfilmen zu sein. Die Anschuldigungen haben sich im Laufe eines zweijährigen Gerichtsverfahrens augenscheinlich als gegenstandslos erwiesen, da die Klägerin keine stichhaltigen Beweise liefern konnte oder wollte. Das Verfahren ist daher am 14. Juni 2005 aus formalen Gründen abgewiesen worden
*.
Stewart war wiederholt Weisungen/Aufforderungen des Gerichts nicht nachgekommen, hatte Abgabetermine weit überschritten und schließlich dem Gerichtstermin am 14. Juni überhaupt nicht mehr beigewohnt. Angeblich will sie in Berufung gehen, und ein Anhörungstermin stehe auch bereits fest (26. September 2005). Es bleibt abzuwarten, wie viel Substanz diese Behauptung hat, da sie nur in Interviews zu finden ist *.
Auf (sympathisierenden) Webseiten finden sich nur dünne „Beweise“: Gerade mal zwei Seiten aus ihrem Skript, die nirgends auf Matrix hindeuten, und zwei Comicseiten die aufs Haar genau denen gleichen, die seit 1999 auf der Film-Homepage * zu finden sind, dort allerdings anderen Autoren zugesprochen werden.
Soundtrack
1. Marilyn Manson - Rock Is Dead
2. Propellerheads - Spybreak
3. Ministry - Bad Blood
4. Rob D. - Clubbed to Death Mix
5. Meat Beat Manifesto - Prime Audio Soup
6. Lunatic Calm - Leave You Far Behind
7. The Prodigy - Mindfields
8. Rob Zombie - Dragula Rod Herman Remix
9. Deftones - My Own Summer (Shove It)
10. Hive - Ultrasonic Sound
11. Monster Magnet - Look to Your Orb for the Warning
12. Rammstein - Du hast
13. Rage Against the Machine - Wake Up
Auszeichnungen
Der Film war sehr erfolgreich bei
Filmpreisen, besonders in den technischen Kategorien.
Matrix gewann 2000 vier
Oscars in den Kategorien
Bester Schnitt,
Bester Tonschnitt,
Bester Ton und
Beste visuelle Effekte. Dabei konnte sich der Film unter anderem gegen
Episode I – Die dunkle Bedrohung,
Fight Club und
American Beauty durchsetzen.
Bei den MTV Movie Awards 2000 wurde der Film als Bester Film, für den Besten Kampf sowie Keanu Reeves als Bester Darsteller geehrt. Bei den britischen Empire Awards gewann Matrix in der Kategorie Bester Film und Carrie-Anne Moss für das Beste Debüt. Bei fünf Nominierungen erhielt der Film bei den BAFTA-Awards 2000 Auszeichnungen in den Kategorien Bester Ton und Beste visuelle Effekte.
Wissenschaftliche Betrachtung
Die Idee von einer Matrix, im Sinne einer Computersimulation, die den „Bewohnern“ vorgaukelt, dass sie in der Realität leben würden, wird von Wissenschaftlern als durchaus möglich angesehen. So könnten in Zukunft die in äußerst realistisch programmierte Computersimulationen vorhandenen Figuren durchaus ein Bewusstsein entwickeln, dass sie glauben lässt sie wären real.
Nach Auffassung einiger Forscher ist bereits unsere Welt ein Produkt dieser, in Zukunft möglichen Simulationen, was bedeuten würde, dass wir z.B. lediglich erschaffen wurden um an uns das menschliche Sozialverhalten zu studieren. Entspräche diese Theorie der Wahrheit, hieße das zugleich, dass alle Forschung und Entwicklung prinzipiell unsinnig wäre, da auch die Naturgesetze in dem Fall ein Werk einer elektronischen Rechenmaschine wären.
Diese Theorie ist aber auch extrem umstritten, da unter anderem für dieses Szenario ein Computer mit für heutige Maßstäbe unermesslicher Rechenleistung nötig sein würde. Selbst wenn es diesen in Zukunft geben wird ist die Kosten/Nutzen- Relation eines derartigen Projektes fragwürdig.
Die im Film aufgestellte Theorie, die Matrix könne dazu dienen Maschinen mit Energie zu versorgen, ist zwar nötig um die Geschichte zu erklären, aber nicht mit der Wissenschaft zu vereinbaren. Neben grundlegenden Fragen wie, „Warum benutzen die Maschinen keine Kernenergie um sich zu versorgen“ (was weitaus Energieeffizienter wäre), existieren z.B. physikalisches Gesetze die dieses Konzept stark infrage stellen. Um aus einem menschlichen Organismus Energie zu gewinnen müsste man diesen ebenfalls mit Energie versorgen, was bedeutet man müsste z.B. etwas anbauen. In diesem Fall wäre es aber viel sinnvoller (und effizienter) den Anbau (z.B. durch Verbrennung) direkt in Energie umzuwandeln, als ihn zu „verfüttern“. Die im Film beschriebene Versorgung der Lebenden durch verflüssigte Tote wäre physikalisch unmöglich, da durch die Versorgung der Maschinen durch die durch den Stoffwechsel freiwerdende Energie dem System Energie entzogen wird. Diese Energie würde dadurch dem System fehlen, die Versorgung wäre also nicht ewig möglich.
Siehe auch
Literatur
- Christof Wolf (2002): Zwischen Illusion und Wirklichkeit. Wachowskis Matrix als filmische Auseinandersetzung mit der digitalen Welt. In: Beiträge zur Medienästhetik und Mediengeschichte, Bd. 14. Lit Verlag. ISBN 3-8258-6167-8
- Sebastian Görnitz-Rückert: Anders als es scheint – Matrix als Paradigma gegenwärtiger Jugendreligiösität. In: Martin Laube(Hg.): Himmel -Hölle - Hollywood Religiöse Valenzen im Film der Gegenwart, Münster 2002, LIT Verlag, ISBN 3-8258-5567-8, S. 143–172.
- Karen Haber (2003): Das Geheimnis der MATRIX. Rund um diesen Science-Fiction Film geben Autoren wie Stephen Baxter, Bruce Sterling, Alan Dean Foster, David Brin, Ian Watson und Joe Haldeman ihre Meinungen ab. Heyne Verlag. ISBN 3-453-87048-4
- Platzgummer, Valentin: Die Errettung der Menschheit. Studien zu den Science Fiction-Filmen Gattaca und Matrix. Tectum Verlag, Marburg 2003, 237 S., ISBN 3-8288-8570-5
Weblinks
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