Die
Mastodonten stellen eine ausgestorbene Familie der
Rüsseltiere dar. Sie lebten im
Tertiär und im
Quartär.
Aussehen
Mastodonten waren im Körperbau
Elefanten ähnlich, allerdings waren die meisten Arten länglicher und niedriger. Charakteristisch war die fliehende Stirn.
Im Gegensatz zu den heutigen Elefanten waren bei einigen Mastodonten sowohl im Unter- als auch im Oberkiefer verlängerte
Schneidezähne als
Stoßzähne ausgebildet. Ihren Namen erhielten die Mastodonten jedoch durch ihre mit Höckern geprägten Backenzähne, die seitlich betrachtet an die Brüste einer Frau erinnern ("Brustzähner"). Im Gegensatz dazu besitzen die Echten Elefanten (Familie: Elephantidae) inklusive des
Primelephas, der auch noch 4 Stoßzähne hatte, und des
Mammuts, Lamellenzähne, die ihnen auch das Kauen von Gräsern erlauben.
Allerdings bildeten einige spätere Formen der Mastodonten ebenfalls lamellenartige Zahnstrukturen aus.
Entwicklung und Arten
Erste Mastodonten tauchten vor etwa 30 Mio. Jahren auf, die älteste Form war das
Palaeomastodon. Es besaß einen
Rüssel aus verlängerter Nase und Oberlippe sowie kurze Stoßzähne. Die Mastodonten breiteten sich im Verlauf der folgenden 25 Mio. Jahren über die gesamte Welt mit Ausnahme Australiens aus. Bekannte frühe Mastodonten waren Tiere der Gattungen
Trilophodon,
Gomphotherium, und
Anancus. Die letzten Mastodonten lebten zeitgleich mit den Mammuts und starben am Ende der letzten
Eiszeit aus.
Das
Amerikanische Mastodon Mammut americanum, das bis vor etwa 10.000 Jahren in Nordamerika lebte, gehörte zu den letzten Mastodonten. Verwirrend ist bei dieser Art der unglücklich gewählte Gattungsname
Mammut. Die bekannten
Mammuts gehörten nämlich der Gattung
Mammuthus an und stammen aus der Familie der Elefanten (Elephantidae). Ähnlich lange wie
Mammut americanum überlebten die drei südamerikanischen Gattungen
Cuvieronius,
Stegomastodon und
Haplomastodon. Im südlichen Ostasien hielt sich mit
Stegodon eine weitere Gattung ziemlich lange, bevor sie offenbar erst vor etwa 4000 Jahren ausstarb. Diese Gattung erreichte im späten Pleistozän sogar die Insel
Flores, wo sie eine Zwergform ausbildete. Im Gegensatz zu den übrigen Mastodonten, die reine Laubfresser waren, scheinen einige spätere Gattungen, wie
Cuveronius,
Stegomastodon,
Haplomastodon und
Stegodon bereits gut an Grasnahrung angepasst gewesen zu sein.
Die Entwicklungslinie zu den so genannten Echten Elefanten begann vor etwa 12 Mio. Jahren durch den Primelephas (nach anderen Quellen durch Stegolophodon). Dieser besaß die typischen vier Stoßzähne der Mastodonten, jedoch auch bereits die typischen Lamellenzähne der modernen Elefanten.
Vor rund zwei Millionen Jahren wurde die Welt von einer großen Artenfülle der Mastodonten, der Deinotherien (einer weiteren fossilen Rüsseltiergruppe mit nach unten gebogenen Stoßzähnen des Unterkiefers) und der Echten Elefanten (Altelefanten) besiedelt. Heute leben nur noch drei Arten der Rüsseltiere: Der Indische Elefant (Elephas maximus, auch Asiatischer Elefant), der Afrikanische Elefant (Loxodonta africana) und der Waldelefant (Loxodonta cyclotys).
Literatur
- Wildes Amerika Zeugen der Eiszeit, M. Barton, Egmont, 2003
- Barry Cox: Dinosaurier und andere Tiere der Vorzeit. Mosaik-Verlag, 1989
- Grundzüge der Faunen und Verbreitungsgeschichte der Säugetiere
- Leben in der Urzeit
- Mammuts, A. Lister, Jan Thorbecke Verlag, 1997
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