Massentierhaltung oder Intensivhaltung bezeichnet die technisierte Form der Nutztierzucht und Viehhaltung zur massenhaften Erzeugung tierischer Produkte wie Fleisch, Milch oder Eiern durch Haltung von vielen Tieren der selben Art auf begrenztem Raum.
Die Massentierhaltung hat weiten Bevölkerungsschichten der reichen Länder den täglichen Fleischkonsum ermöglicht. Daneben ist die Produktion von Milch und Hühnereiern soweit gesteigert worden, dass diese Produkte ebenfalls zur alltäglichen Nahrung geworden sind. Durch die Massentierhaltung konnte die Produktivität gesteigert werden; die hohen Produktionsmengen und die Vorteile großer Betriebe bei der Subventionierung durch die Europäische Union führten zu sinkenden Preisen für Erzeuger als auch Verbraucher.
| Milch und Milchprodukte | 102% |
| Rindfleisch | 118% |
| Schweinefleisch | 82% |
| Geflügelfleisch | 77% |
| Schaf- und Ziegenfleisch | 44% |
Kleinere Viehhalter können wegen höherer Erzeugungskosten (fehlende economies of scale) nicht mit großen Betrieben konkurrieren. Die Folge ist eine Aufgabe kleiner landwirtschaftlicher Betriebe. Die dadurch begründete Abwanderung junger Menschen aus landwirtschaftlichen Gebieten führt zu wirtschaftlichen Problemen und weiterer Konzentration und Wachstumsprozessen.
Die Massentierhaltung, insbesondere die Käfighaltung, ist ethisch umstritten, da die Tiere ihren natürlichen Neigungen nicht nachkommen können. Bei einigen Arten führt die Haltung vieler Tiere (d.h. große Gruppen) zu Stressverhalten. Bedingt durch eine reizarme Umwelt kann es zu Verhaltensstörungen kommen. Schweine beißen sich dann gegenseitig in Ohren oder Schwanz, Hühner verletzen sich durch gegenseitiges Anpicken.
Sollte Gülle im Übermaß ausgebracht werden, können Stickstoff-, Nitrat und Phosphat-Verbindungen in das Grundwasser gelangen, in Oberflächengewässer und wiederum Methan in die Atmosphäre. So wird teilweise in Gebieten mit intensiver Viehhaltung der deutsche Grenzwert für Nitratbelastung im Grundwasser (50 mg/l) überschritten (der Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation liegt sogar bei 20 Milligramm pro Liter).
Diese Ausschwemmungen schädigen die Bodenfauna und verursachen erhebliche Kosten bei der Aufbereitung von Trinkwasser. In Oberflächengewässern verstärkt die Eutrophierung (hohe Nährstoff-Versorgung) das Wachstum von u. a. Grünalgen und Cyanobakterien. Die Algen entwickeln sich zu Massenvorkommen und sondern bestimmte Algengifte ab. Schließlich führt die Biomasseproduktion der Algen zu Sauerstoff-Armut im Wasser – das Gewässer kann "umkippen".
Die Stickstoffemissionen der "Veredelungs"-Landwirtschaft (Futteranbau, Tiermast etc.) tragen ebenso zur Versauerung und Eutrophierung der Waldböden bei; in direkter Nachbarschaft können die Emissionen die Bäume direkt schädigen.
Die Haltung der Tiere in engem Kontakt zum Menschen birgt das Risiko sich schneller entwickelnder und ausbreitender Krankheiten wie SARS, die evtl. auch den Menschen gefährden können. Aus diesem Grund hat eine professionelle Haltung von Tieren (mit großen Tierzahlen) hygienisch große Vorteile gegenüber von vielen einzelnen Klein- und Kleinstbeständen, die in engem räumlichem und körperlichem Kontakt mit vielen Menschen stehen.
Die prophylaktisch (vorsorglich) eingesetzten Antibiotika werden für die Antibiotika-Resistenz (Unempfindlichkeit) einiger Bakterien verantwortlich gemacht. Diese können, teilweise nicht mehr mit Antibiotika behandelt werden. Besonders vor chinolonresistenten Bakterien wird in der Forschung gewarnt. Chinolonen sind Antibiotika, die in der Human-Medizin bei lebensbedrohlichen Salmonellen-Infektionen eingesetzt werden. Einige Infektionen könnten so zum Tode führen, vereinzelte Therapieversager und Todesfälle sind bereits beschrieben. Auch aus diesem Grund ist es wichtig, daß die Tierhaltung qualifiziert erfolgt - sorgfältige Auswahl des Futters, tiergerechte Stallungen und gute hygienische Bedingungen (v. a. konsequentes Reinigen und Desinfizieren der Stallungen, Schadnagerbekämpfung, Vorsicht beim Einkauf fremder Tiere) sorgen für ein Umfeld, in dem Krankheiten möglichst nicht entstehen. Treten dennoch Infektionskrankheiten auf, müssen sie durch Tierärzte oder auf deren Anweisung behandelt werden; Erregerart, Zustand, Alter und Gewicht der Tiere müssen berücksichtigt werden.
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