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Von einem Massenaussterben spricht man, wenn in geologisch relativ kurzen Zeitabschnitten (das können aber durchaus Zeiträume von einigen hunderttausend Jahren sein) ein überproportional großes Artensterben stattfindet, so dass man die nachfolgenden geologischen Schichten durch das Fehlen bestimmter Organismen klassifizieren kann.

Nach Aussterbeereignissen folgt für gewöhnlich eine Phase der Expansion der überlebenden Organismen, oft durch so genannte Radiation. Diese Ausbreitung neuer Arten markiert neben dem Fehlen bestimmter Organismen den neuen erdgeschichtlichen Zeitabschnitt. Teilweise unterscheidet man zwischen Faunenschnitten, in denen viele Tierarten ausstarben und Florenschnitten, in denen viele Pflanzenarten verschwanden und durch neue ersetzt wurden.

Die Erdgeschichte wird unter anderem durch genau diese Aussterbeereignisse in Erdzeitalter gegliedert.

Seit Entstehung der Erde sind mehrere größere und kleinere Massenaussterben geologisch anhand der Fossilien erkennbar. Fünf große Massenaussterben fanden innerhalb des Phanerozoikums statt:

  • vor ca. 438 Millionen Jahren im oberen Ordovizium: 50% aller Arten starben aus, u.a. viele Brachiopoden. Die Trilobiten (Dreilappkrebse) überlebten, doch ihre immense Vielfalt verringerte sich erheblich. Kurz danach entwickelten sich die Fische.

  • vor ca. 367 Millionen Jahren im oberen Devon: erneut starben 50% aller Arten aus, darunter einige Fische, Korallen und Trilobiten. Es starben auch etliche "Riffbauer" unter den Korallen. Das hatte zur Folge, dass die Zahl der Korallenriffe abnahm. Einige Wissenschaftler sind der Meinung, dass dadurch der Sauerstoffgehalt im Wasser sank. Wer nun überleben wollte, musste sich den Gegebenheiten anpassen oder außerhalb des Wassers atmen können. Die Zeit der Amphibien war gekommen

  • vor ca. 253 Millionen Jahren am Ende des Perm (Übergang vom Erdaltertum (Paläozoikum) zum Erdmittelalter (Mesozoikum)): Die meisten Tiere starben gegen Ende des Perm; 96% aller Meeresbewohner, sowie 75% aller Reptilien- und Amphibienarten starben aus. Schuld war vermutlich die Bewegung der Kontinente, die sich zu jener Zeit zu einer einzigen Landmasse, dem Superkontinent Pangäa, zusammenschlossen. Die zwischen den einzelnen Kontinentalschollen liegenden Meere wurden geschlossen, dadurch gingen auch viele Lebensräume für die marinen Organismen verloren.

  • vor ca. 65 Millionen Jahren am Ende der Kreide (Übergang vom Erdmittelalter zur Erdneuzeit (Känozoikum): wieder starben rund 50% aller lebenden Tiere aus, darunter auch die Dinosaurier. Als Ursache gelten zwei Ereignisse bzw. auch jeweils nur eines allein: Der Einschlag eines Meteoriten (KT-Impakt) nahe der Halbinsel Yucatán und bzw. oder der kontinentale Ausbruch eines Plume im Hochland von Dekkan in Vorderindien.

Aufgrund der Umgestaltung der Umwelt durch den Menschen und den Klimawandel wird von einigen Ökologen ein sechstes Massenaussterben befürchtet.

Siehe auch: Plume, Superplume, Pluton, Hot Spot, Trapp-Vulkanismus

Literatur


  • Steven M. Stanley: Krisen der Evolution, Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft, Heidelberg, 1988, ISBN 3-922508-89-8
  • Niles Eldredge: Wendezeiten des Lebens, Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft, Heidelberg, 1994, ISBN 3-86025-193-7

Weblinks


Evolution | Historische Geologie | Ökologie | Paläontologie

انقراض جماعي | Extinction event | Extinción masiva | Joukkosukupuutto | Extinction massive | הכחדה המונית | Estinzione | 大量絶滅 | Massaal uitsterven | Masowe wymieranie | Extinção em massa | Massutdöende | 生物集群灭绝

 

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