| Masovian voivodship flag.jpg | Woiwodschaft Masowien |
Die im Allgemeinen niedrige Ertragsfähigkeit der Böden sowie die starke Bewaldung engten die erste Besiedlung auf die Flusstäler ein. Die ungünstigen Ertragsverhältnisse zwangen die Bewohner sogar zur Abwanderung in die angrenzenden Gebiete. Schon seit Boleslaw I. benutzten polnische Herzöge oft Masowien zum Einfall in das nördlich von Masowien liegende Altpreußenland. In 1209 konnten Angriffe Konrad von Masowiens von den Prußen noch erfolgreich abgewehrt werden. Jedoch wurden dann Teile des preußischen Kulmerlandes von Konrad besetzt und zahlreiche Wiedereroberungszüge der Prußen und Jadwinger folgten. Die geringe Erschließung des Landes, die Lage Masowiens an der Peripherie Polens und die besonders im 13. und 14. Jahrhundert Einfälle der Litauer, sowie Vergeltungszüge der Prußen wirkten auf die gesellschaftliche Verhältnisse ein.
Verspätet bildeten sich in Masowien größeres Grundeigentum und ritterliche Privilegien aus. Beträchtlich aber war im 14.-16. Jahrhundert die Verarmung des Adels in Masowien (ehemalige Grenzwächter; ca. 25% der Bevölkerung). Auch die Lage der Bauern unterschied sich von anderen Teilen Polens. Die Kolonisation zu deutschen Recht (ius Theutonicum) spielte hier eine geringe Rolle. Die lokale Form der Zinswirtschaft basierte auf dem sogenannten »ordo terrae«, einem individuellen Abkommen mit dem Siedler (kmetho), wodurch dieser auf unbegrenzte Zeit Pächter des Bodens wurde, dem weitgesteckte persönliche Freiheiten zustanden und der den Landgerichten, nicht aber der Dominialgerichtsbarkeit unterstellt war. Die ersten Städtegründungen zu deutschen Recht fanden in Masowien schon im 13. Jahrhundert (u. a. in Płock) statt. Für die wirtschaftliche Entwicklung Masowiens spielten die nach Norden und Südosten führenden Handelswege eine gewisse Rolle. Von größerer Bedeutung waren jedoch die Kontakte mit der pommerellisch-preußischen Stadt Danzig, und der preußischen Städte Elbing und Thorn. Ein wesentlicher Merkmal der masowischen Landesherrschaft war, dass die Tradition der patrimonialen Monarchie weiterlebte, während sich die ständische Verfassung langsamer als im Kgr. Polen entwickelte.
Nach dem Aussterben ihrer zur Piasten-Dynastie zählenden Nebenlinien fielen die masowischen Territorien 1526 direkt an das Kgr. Polen heim und verblieben dort bis zur Dritten Teilung Polens 1795. Als Provinz Neuostpreußen 1795-1807, Teil des Königreichs Preußen. Im Rahmen der napoleonischen Kriege wurde Masowien 1807-1815 dem Großherzogtum Warschau angegliedert, um bereits 1815, nach dem Wiener Kongress, eine der Hauptprovinzen Kongresspolens zu bilden, innerhalb der Grenzen des russischen Zarenreiches. 1918 wurde Masowien Teil der neuen polnischen Republik.
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