Masoala-map.jpg | Masoala_zoo_zuerich_3.jpg | Masoala_zoo_zuerich_2.jpg | Masoallahallezoozuerich.jpg Masoala ist eine Halbinsel im Nordosten von Madagaskar, umgeben vom Indischen Ozean. Das Cap Est im Norden der Halbinsel ist der östlichste Punkt Madagaskars. Die Masoala-Halbinsel bildet die Bucht von Antongil. Die Landschaft ist hügelig (bis 1311 m NN) und noch zu großen Teilen mit tropischem Regenwald bedeckt.
Der Nationalpark schützt den größten noch zusammenhängenden Regenwald Madagaskars, Küstenwälder, Mangrovensümpfe und an drei Orten die Unterwasserwelt im Indischen Ozean. Im Regenwald leben zehn verschiedene Lemuren-Arten, Aye-Ayes (Fingertier), zahlreiche Vögel, Chamäleons und andere Reptilien, Tenreks, Fische, Frösche (vergleiche beispielsweise: Tomatenfrosch), Schmetterlinge und Wirbellose. Der Park ist das letzte Rückzuggebiet der stark bedrohten Roten Varis. Der ebenfalls stark gefährdete Madagaskar Schlangenhabicht (Eutriorchis astur) galt sogar als ausgestorben, bevor er 1994 auf Masoala gesichtet wurde. In der "Parzelle Andranoanala" bei Cap-Est ist die fleischfressende Pflanze Nepenthes masoalensis beheimatet.
Die drei Parcs marins (Schutzgebiete im Ozean) Tampolo, Ambodilaitry und Ifaho gehören zu den interessantesten Korallenriffen Madagaskars. Neben den Korallen und den vielen Fischen werden hier auch Wale geschützt. Hunderte von Buckelwalen ziehen zwischen Juli und September an der Küste entlang. In der Bucht von Antogil pflanzen sie sich fort und gebären Junge.
Am Rand des Parks gibt es eine Pufferzone, in der die Bevölkerung den Wald nachhaltig nutzen darf. Mehrere ausländische Organisationen unterstützen zudem Projekte, die der Bevölkerung ein Überleben ohne Zerstörung des Waldes ermöglichen sollen.
Positive Effekte für die lokale Bevölkerung erhofft man sich auch vom Ökotourismus. Vom Eintrittsgeld, das Touristen zu bezahlen haben, geht die Hälfte an Entwicklungsprojekte. Im Park gibt es keine Übernachtungsmöglichkeiten. Besucher müssen deshalb campieren oder in kleinen Hotels in Dörfern außerhalb des Parks übernachten. Wer nicht zu Fuß den Park erkunden möchte, ist auf Boote angewiesen. Führer und Träger stehen zur Verfügung.
Mit einem Teil der Einnahmen unterstützt der Zoo Zürich Projekte im Masoala-Nationalpark, dem Masoala Be (Grosses Masoala). Ein Drittel des Budgets des Parks kommt mittlerweile aus der Schweiz. Daneben wird die lokalen Bevölkerung unterstützt, ihre Reisanbaumethoden zu verbessern, um weitere Brandrodungen zu verhindern und es werden Projekte der Infrastruktur rund um den Park gefördert. Masoala kely soll auch naturbewusste Touristen nach Madagaskar bringen. Die Einnahmen aus diesem sanften Tourismus sollen Anreiz für die lokale Bevölkerung sein, die letzten Regenwaldreservate auf der viertgrößten Insel der Welt zu erhalten.
Rasches Wachstum der Pflanzen und reger Nachwuchs bei den Tieren zeugen davon, dass der künstliche Regenwald ihnen gut bekommt. Erstmals gelang ausserhalb Madagaskars die Aufzucht der gefährdeten Vogelart Mähnenibis (Lophotibis cristata), erstmals in Gefangenschaft die Aufzucht von Blaukopf-Erdracken (Atelornis pittoides). Die Eingriffe der Revierpfleger in die Pflanzenwelt werden auf ein Minimum reduziert. Die Tiere müssen hingegen gefüttert werden, da die Pflanzen und Insekten der Halle kein ausreichendes Nahrungsangebot darstellen.