Mary Henrietta Kingsley (* 13. Oktober 1862 in Islington; 3. Juni 1900 in Simon's Town, Südafrika) war ein englische Entdeckerin und Ethnologin mit großem Einfluss auf europäische Ideen über Afrika und die Afrikaner. Sie profilierte sich auch als Reiseschriftstellerin und mit Vorträgen über ihre Erlebnisse. Als erste Europäerin betrat sie abgelegene Teile in West- und Zentralafrika, etwa in Gabun.
Ihr zuletzt ebenfalls von ihr zu umsorgender Vater starb im Februar 1892. Nur fünf Wochen später verschied ihre Mutter. Befreit von familiären Verantwortlichkeiten und mit einem Einkommen von £ 500 im Jahr konnte Mary jetzt ihre Reisesehnsucht stillen. Sie hatte eine Menge über den Schwarzen Kontinent gelesen. Mary entschied sich, Afrika zu besuchen, um Material zu sammeln, das sie brauchte, um ein Buch zu vollenden, das ihr Vater über religiöse Fetische und Eingeborenen-Kultur in Afrika begonnen hatte. Vor ihrem Aufbruch in den Süden frischte sie an der Universität Cambridge Kenntnisse in Soziologie und völkerkundliches Wissen auf. Noch 1892 reiste sie auf die Westafrika vorgelagerten Kanarischen Inseln.
Nach umsichtigen Vorbereitungen für eine zweite Reise und ausgestattet von der Britischen Museumsbehörde mit Sammlerausrüstung brach Mary Kingsley am 23. Dezember 1894 mit der Batanga von Liverpool, England, aus zur nächsten Expedition auf. Über Old Calabar und Gabun kam sie in den französischen Kongo. Sie fuhr erst mit dem Dampfschiff, dann mit dem Kanu den Fluss Ogowe hinauf, wobei sie Exemplare vorher unbekannter Fische sammelte. Von diesem Punkt ihrer Reise an durchquerte sie teilweise von Europäern bislang unbetretenes Land. Sie erlebte eine lange Serie von Abenteuer und Flucht um Haaresbreite, einerseits vor den Gefahren zu Wasser und zu Land, andererseits vor dem Kannibalenstamm der Fang. Sie musste sich mit Mangrovensümpfen, Blutegeln, Flusspferden, Gorillas und Krokodilen herumschlagen.
Nach dem Treffen mit dem Stamme der Fang, die einen Ruf als Wilde und Kannibalen hatten, zog es Mary Kingsley zurück zur Küste, nach Corisco und in die damalige deutsche Kolonie Kamerun. Sie erklomm den 4.070 m (nach anderen Quellen 4.095 m) hohen Kamerunberg, Westafrikas höchsten Gipfel, über eine Route, die kein anderer Europäer je bezwungen hatte. Sie war die erste Frau auf diesem Vulkan. Aus der Kolonie Kamerun trat sie die Heimreise an. Zur Finanzierung ihrer zweiten Reise handelte sie auf ihrer Tour britische Tuche gegen Gummi und Elfenbein.
Die auf ihrer Reise gesammelten Arten von Insekten, Reptilien und Fischen überließ sie dem Britischen Museum.
Kingsley schrieb zwei Bücher über ihre Erlebnisse: "Travels in West Africa" (1897) das sofort ein Bestseller war, und "West African Studies" (1899). Ihre Standpunkte in den Büchern wurden danach lebhaft erörtert, opponierte sie doch gegen die allgemeine europäische Praxis in Afrika und hegte unverhohlen Sympathie für die Eingeborenen. Das war zu jener Zeit kein populärer Standpunkt.
Mary Kingsley brachte die Kirche von England außer Fassung, als sie Missionare für Versuche kritisierte, Afrikaner für ein Leben nach europäischem Ideal zu ändern. Sie sprach über viele Aspekte des afrikanischen Lebens, die viele Engländer schockierten, einschließlich Polygamie. Sie argumentierte, dass ein "schwarzer Mann nicht mehr ein unterentwickelter weißer Mann ist, als ein Kaninchen ein unterentwickelter Hase ist." Einem Verbot des Trinkens von Alkohol für Afrikaner, wie es Abstinenzler anstrebten, verweigerte sie sich. Sie blieb jedoch ziemlich konservativ in anderen Punkten und unterstützte nicht die Suffragettenbewegung. Sie war gegen den Sklavenhandel und setzte sich für die Rechte der afrikanischen Ureinwohner ein.
Frau | Brite | Geboren 1862 | Gestorben 1900 | Afrikaforscher | Entdecker | Ethnologe | Autor
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